Captains dram today… Blind Tasting No.1

Niklas Blind No2

Einer der (wenigen) Nachteile eines passionierten Whisky-Tasters und Veranstalters ist es, seltener selbst in den Genuss von Blind-Verkostungen zu kommen. So freue ich mich sehr, heute einmal ein Blind-Sample von einem meiner Stammgäste bei den Tastings in Hamburg verkosten zu dürfen! Herzlichen Dank an dieser Stelle an Niklas!

Wie ihr selbst sehen könnt, liegt der Whisky (Herkunft völlig unbekannt) mit einer tollen dunklen, rot-goldenen Farbe im Glas! Lässt auf Sherry-Fässer oder ähnliches hoffen. Und BOOM die Nase schreit Sherry-Fass, wenngleich eine intensive zuckrig-buttrig-cremige Beinahe-Kokos-Note über allem ihre Flügel ausbreitet. Eine Eigenschaft die ich bisher bei fast allen Macallan Whiskys gerochen und „verspührt“ habe. Aber wir wollen nicht voreilig sein, schließlich hab ich noch nichtmal probiert!

First sip: Starker Antritt! Eine beerige Note explodiert auf der Zunge und zündet gleich hinterher eine Eichenfeuerwerk! Wenn das keine Fassstärke 55 + ist! Holla die Waldfee! Verdammt, den Geschmack kennst du auch irgendwo her! Eindeutig ein Sherry Fass mit drin, vielleicht nachgereift im Sherry Fass (?) oder sogar ein Single Cask. Im Abgang leichte Bitterkeit und weiterhin scharf, eine leicht kühlende und trockene Note weht zur Tür rein.

Nun fängt das Hirn an zu arbeiten… (Ob das beim Whisky genießen ein Vorteil ist, sei mal dahin gestellt). In der Nase roch es nach einem älteren 18+ Whisky. Auf der Zunge und im Abgang wirkt der Whisky zu intensiv und wild, um wirklich so alt zu sein. Oder täuschen mich meine Sinne, weil es so verdammt warm und feucht ist? Wir wissen ja, über 20 Grad (das Thermometer zeigt 25,4 Grad), kann der Whisky deutlich an Schärfe auf der Zunge zunehmen.

Fazit:
Müsste ich mich auf ein Fass festlegen (wir wissen nicht, ob es sich um nur ein Fass handelt), würde ich ein starkes junges Sherry-Fass evtl. aus amerikanischer Weißeiche (diese Kombination wird in der Industrie immer häufiger, aus Kostengründen und weil die Aromenkombination beliebt zu sein scheint) tippen. Der Whisky mutet auf den ersten Blick jung an, ist aber erstaunlich komplex und hat massiv Aromen aufgenommen. Es würde mich sehr wundern, wenn dies kein Schotte ist. Einen Macallan rieche ich zwar, müsste aber eine junge Fassstärke vor der Flinte haben (außer wie gesagt das Wetter spielt mir einen Streich). Als zweite Idee kommt mir Kavalan in den Sinn, die viel Aufsehen mit ihren grandiosen Solist-Abfüllungen gemacht haben. Die schnelle bzw. intensive Fassreifung könnte auch auf ein Fass aus einem tropischen Klima hindeuten. Leider kenne ich diese Abfüllungen nicht gut genug. Sollte es aber ein Kavalan sein, wäre ich stark beeindruckt, da der Whisky keinerlei Spur von „Ausland“ (aus schottischer Sicht) vermuten lässt.

Ich bin sehr  gespannt auf die Auflösung, um zu sehen, was ich da wirklich vor der Nase hatte! In jedem Fall ein toller Whisky und eine spannende Erfahrung! Sobald ich weiß, um was für einen Whisky es sich handelt, werde ich dies hier nachtragen!

Slainte!

Euer Leon

P.s.: Es war ein 12 Jahre alter Edradour Burgundy Cask Matured mit 56,6 % Vol.

 

 

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