Captains Drams today… Eden Mill Hogmanay Spirit 2014 vs. Young Malt – 2016

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Äußerst selten bekommt man die Gelegenheit den direkten Vergleich zwischen dem Rohbrand/New-Make einer Brennerei und dem heranreifenden Young Malt zu ziehen. Heute hab ich die große Freude!

Eden Mill kam mir früh vor die Flinte und zwar als Bier-Empfehlung von Michael meinem schottischen Freund und Malt Mariners Crew-Mitglied der ersten Stunde. Das damalige Motto der Craft-Brewery Eden Mill „prepare to be disappointed“ war für uns ein Grund die Brauerei und künftige Brennerei im Auge zu behalten. Gemeinsam mit Annandale und Kingsbarns konnte ich 2015 das craft-orientierte kleine Unternehmen besuchen und einen Besuchsbericht verfassen. Zu diesem Zeitpunkt produzierte die Brennerei/Brauerei verschiedene hochwertige und leckere Biersorten, darunter ein hervorragendes Barley Wine und Nachreifungen in Wein- und Whiskyfässern. Eden Mill hat eine große Bandbreite an Gin-Variationen, die mich bis dato nur mäßig interessieren. Der Whisky-Bereich ist im Reifungsprozess und machte mich bereits damals auf Grund des „craftigen“ Ansatzes neugierig. Allerdings war und bin ich nach wie vor skeptisch, denn Eden Mill brennt den New-Make (Rohbrand) auf sog. Alambic-Stills, also keinen traditionellen Pot Stills, wie fast alle schottischen Brennereien. Diese kleinen Brennblasen konnten mich bis dato nicht von ihrer Eignung für Whisky-Destillation überzeugen. Die Käse und Gemüse-Aromen die solche Brennblasen oft erzeugen zu scheinen, liegen mir überhaupt nicht. Um so gespannter bin ich auf die „Sneak-Peek“ des zwei Jahre alten Young Malts und dem Vergleich zum Orginal Hogmanay Spirit von 2014…

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Young Malt, here we go:

Nase: Süße Helle Birne gemischt mit etwas käsigem, leichte Gemüse-Noten wie ich sie von anderen Nicht-Pot Still Whiskys kenne (z.B. deutsche und österreichische Whiskys). Mit der Zeit entwickelt sich hier eine krasse Zuckerwatte und Puderzuckernote.

Gaumen: Deutliche Obstler-Fruchtnoten (die guten) und Puderzucker, der Brennereicharakter liegt nach zwei Jahren zwar noch im Vordergrund, hat aber bereits einiges vom frischen Eichen-Fass abbekommen. Aber nicht so spritig und käsig wie in der Nase erwartet. Im Abgang sogar zarte Anklänge von Eiche. Nicht schlecht.

Abgang: Klar sehr kurz, leichte Süße/ Süßstoffnoten bleiben zurück.

IMG_4820.JPGWie ich erst während des Tastings feststelle, habe ich noch den Orginal-Rohbrand des Hogmanay Spirits zuhause und kann somit den Rohbrand gegen den zwei Jahre alten Young Malt abgleichen! Spannenderweise ist der New Make, zwar ebenfalls süß, aber vorwiegend seifig, getreidig und weißt schwache Noten der Gemüsearomen auf. Das meiste der intensiven Süße kam also tatsächlich aus den Virgin Oak Fässern! Das ist beeindruckend.

Fazit: Würde man mir den Young Malt blind einschenken, würde ich ihn vermutlich als jungen süßen recht flachen Whisky abtun. Bedenkt man allerdings woher er kommt (und noch kein Whisky ist), muss ich sagen, dass der Hogmanay Young Malt mich durchaus positiv überrascht. Ich stehe der Destillationsform kritisch gegenüber und muss zugeben, dass die Anklänge der Aromen, die mir sonst Probleme bereiten, sowohl im New-Make als auch im Young Malt, nur teilweise vorhanden sind. Ich bin recht sicher, dass sich diese mit zunehmender Reife im Whisky einbinden werden und wir in ein paar Jahren mit einem brauchbaren Ergebnis rechnen können. Nachdem sich bereits ein Importeur (Kirsch Whisky) für Eden Mill in Deutschland gefunden hat, wird es den fertigen Whisky mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland geben. Wir dürfen also gespannt sein!

Slainte Freunde!

Bis zum nächsten Dram!

Euer Leon

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