Captains Dram today… Edradour SFTC 2002 Vintage – Marsala Cask Finish 14 yo

So. Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Bei all der Arbeit bleibt ja kaum noch Zeit zum Whisky trinken! Ekelhaft! Darum gönn ich mir heut mal und schenke mir einen Straight From The Cask Marsala Finish von Edradour ein. Einer Brennerei die gefühlt alles zu Gold macht, was sie anfasst. Mir sind kaum Fehltritte von Edradour vor die Flinte gekommen und das bei einem wirklich experimentierfreudigen Portfolio. Das allein ist schon Grund zur Freude für den findigen Malt-Head, die ausführlichen Infos auf der Flasche runden die Sache ab! Aber ey, Whisky ist zum Trinken da! Also was kann das Teil?

IMG_5462

Eine Nase zum satt riechen. Erst dunkle Klebstoffnoten, die an einen im Sherry oder Portfass gereiften Japaner erinnern. Dann mit etwas Zeit treten die süßen Aromen in den Vordergrund der Klebstoff verschwindet und wird abgelöst von einer verführerischen klebrigen Süße, wie ich mir den Geruch von Bonbon-Fabriken und alten amerikanischen Candy-Shops vorstelle. Ich muss dringend einmal einen Marsala trinken, denn ich vermute hier einen starken Einfluss des Likörweins. Das Label verrät uns, dass das gute Stück ganze 5 Jahre im Marsala Fass „gefinished“ wurde. Edradour strapaziert den Begriff „Finish“ mal wieder im positiven Sinne. Ein Bild IMG_5465sonnengetrockneter Aprikosen und Mirabellen drängt sich mir auf, in diesem Potpourri aus zuckersüßen Früchten kann man vieles entdecken. Ich bin unentschlossen, ob ich weiter riechen möchte, oder probieren.

Der Gaumen gewinnt… Wie so oft :).

Taste: Starker Antritt dank der 55,8 % Vol. und dem immer würzigen Brennereicharakter. Eiche tritt kräftig an, macht dann aber Platz für die bunte Mischung aus Süßigkeiten und Trockenfrüchten, die ich bereits in der Nase hatte.

Ich riskiere ein paar Tropfen Wasser entgegen meinem Willen. Einer der (sehr wenigen) Nachteile meiner selbstgewählten Berufung ist, dass ich Whiskys gern ausführlich kennenlerne. Was für mich bedeutet auch zu prüfen wie sie auf Wasser reagieren. Oft möchte ich bei guten Fassstärken gar kein Wasser zugeben, wie bei diesem. Aber die Neugierde siegt.

In der Nase ändert sich nicht all zu viel, wenn überhaupt wurde er etwas holziger durch das Wasser.
Am Gaumen, habe ich das Gefühl, den Malt nun mehr in Richtung Gewürze und Eiche gedrückt zu haben, die Früchte treten etwas in den Hintergrund, wie ich das oft bei der Zugabe von Wasser erfahre. Geht Euch das auch so?

Das Finish ist mittellang und ein schöner Nachhall der benannten Aromen, keine starke Bitterkeit, nur eine leichte Eichenwürze.

Beide Varianten sind eine Erfahrung. Den Candy-Shock bekommt man allerdings eher ohne Wasser bei diesem Edradour.

Für mich eine rundum gelungene Fassstärke mit balanciertem Finish. Das Marsala-Fass hinterlässt deutliche Spuren, ohne dem Malt den eigenen Charakter zu nehmen. Yummy! Da ich kein Fan von Zucker-Whisky bin, freue ich mich um so mehr darüber, wie gut mir diese kleine Zuckerschnute gefällt. Daumen hoch.

Edradour you nailed it again!

Slainte!

Euer Leon

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s