Whisky Review 02: Texel Single Malt

Heute verkosten wir den „Texel Se Whisky – Single Smoked Malt“.
Der Single Malt stammt von der Distilleerderij de Lepelaar, auf der Insel Texel in den Niederlanden.

Facts:
Texel Se Whisky – Single Smoked Malt, 42 % vol., Oloroso Sherry Cask, Medium Toasted Cask, Dist.: 13.10.14 – Bottled: 17.04.18, „Distiller“ war Joscha und es hat an dem Tag geregnet :D… Wie süß.

Captains Dram today… Aberlour 21 yo, Architecture of Taste

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Heute schau ich mir den Aberlour 21 yo, Architecture of Taste, abgefüllt von Whic.de an.

Ein kurzer Blick aufs Glas: Farbe helles Gold, der Whisky hängt schön lange an der Glaswand bis sich die Tropfen träge der Schwerkraft ergeben.

IMG_7533Ohne Wasser:

In der Nase Zitrus Potpourris, riecht nach Gold, kanns nicht anders beschreiben ;). Ich krame im Hirn nach Ideen, auch wenn ich gern einfach weiterriechen würde und trinken! Ich beherrsche mich. Hm, kandierte gelbe Früchte? In jedem Fall sehr süß.

Jetzt darf ich aber ran: Am Gaumen ein würziger aber nicht scharfer Antritt Tendenz Organgenschalen und Eiche. Ich tippe auf 55 – 54 % vol. und luscher aufs Etikett… Scheiß die Wand an! 59,8 % vol. Der Aberlour darf mit 21 sogar in den USA in die Kneipen… Man merkt ihm sein Alter an, wenn er mal Schärfe hatte, ist diese gut „weggereift“ worden :). Süffig. Ein klassisches Bourbon-Fass, die ich immer mehr zu schätzen lerne, nachdem ich aktuell etwas von der hundertsten Sherry-Bombe gelangweilt bin (aber ja, immer noch geil ;).

Das Finish fällt für meine Verhältnisse nicht bombastisch spektakulär aus, was ich aber von Bourbon-Fässern gewohnt bin. Die haben ihre Stärken eher in der Nase und am Gaumen. Wichtig ist mir hier vor allem, dass kein zu bitterer Nachgeschmack bleibt… Nope. Alles gut! Das Fass war also weder ausgenudelt noch strange. Alles im grünen bzw. gelben Bereich!

IMG_7537Mit zwei Tropfen Wasser, tritt in der Nase das Fass in den Vordergrund, die Süße wird jetzt deutlich karamelliger, zarte Mandelaromen kommen dazu. Der Antritt wird cremiger, das Fass jetzt auch am Gaumen deutlicher mit mehr Eiche.

Ich lasse den Aberlour 10 Minuten stehen. Mit der Zeit kommen noch paar Brause-Stäbchen dazu und wieder die helle Eiche…. Yummy.
Als Referenz-Whisky schenke ich mir einen 6jährigen unabhängig abgefüllten Glenburgie aus dem Bourbon-Fass ein mit ca. 60 % vol.. Der brennt mir alles weg und hat gefühlt genau zwei Aromen zu bieten… kostet halt aber auch nur ein Drittel. Da bleib ich doch beim Aberlour :D. Zu dumm, dass Qualität eben einfach ihren Preis hat!

Fazit: Ein schöner straighter ausgereifter Bourbon-Cask. Wer Aberlour mag und sich mal die Sherry-Aromen sparen möchte, darf zugreifen.

Captains Dram Today: The Epicurean

Captains Dram Today:
Douglas Laing – The Epicurean
Lowland Blended Malt Scotch Whisky
46,2 % Vol.

Diesen Whisky wollte ich allein auf Grund der witzigen Verpackung seit langem mal probieren. Und wiedermal weiß ich, warum ich überwiegend Blind-Tastings mache. Für mich eine Enttäuschung.

Farbe: heller Weißwein

Nase: Sommer Regen, Birnensaft, Puderzucker – ok

Zunge: Alkohol, etwas Birnenschale, die typischen jungen Ex-Bourbon und Refill-Aromen

Abgang: Alkohol, kaum vorhanden, Bittermandel, mähh nicht mein Fall

Immerhin kostet der Lowland Blended Malt nur um die 30 €. Da die Fässer hier im Grunde nur von Auchentoshan und Glenkinchie stammen können, wundert es nicht, dass wir hier kein Feuerwerk erwarten dürfen. Beide Brennereien sind nicht gerade bekannt dafür, viele Fässer herauszurücken.
Dann doch lieber ein Standard aus einer der Beiden.

 

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Captains Dram today… Edradour SFTC 2002 Vintage – Marsala Cask Finish 14 yo

So. Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Bei all der Arbeit bleibt ja kaum noch Zeit zum Whisky trinken! Ekelhaft! Darum gönn ich mir heut mal und schenke mir einen Straight From The Cask Marsala Finish von Edradour ein. Einer Brennerei die gefühlt alles zu Gold macht, was sie anfasst. Mir sind kaum Fehltritte von Edradour vor die Flinte gekommen und das bei einem wirklich experimentierfreudigen Portfolio. Das allein ist schon Grund zur Freude für den findigen Malt-Head, die ausführlichen Infos auf der Flasche runden die Sache ab! Aber ey, Whisky ist zum Trinken da! Also was kann das Teil?

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Eine Nase zum satt riechen. Erst dunkle Klebstoffnoten, die an einen im Sherry oder Portfass gereiften Japaner erinnern. Dann mit etwas Zeit treten die süßen Aromen in den Vordergrund der Klebstoff verschwindet und wird abgelöst von einer verführerischen klebrigen Süße, wie ich mir den Geruch von Bonbon-Fabriken und alten amerikanischen Candy-Shops vorstelle. Ich muss dringend einmal einen Marsala trinken, denn ich vermute hier einen starken Einfluss des Likörweins. Das Label verrät uns, dass das gute Stück ganze 5 Jahre im Marsala Fass „gefinished“ wurde. Edradour strapaziert den Begriff „Finish“ mal wieder im positiven Sinne. Ein Bild IMG_5465sonnengetrockneter Aprikosen und Mirabellen drängt sich mir auf, in diesem Potpourri aus zuckersüßen Früchten kann man vieles entdecken. Ich bin unentschlossen, ob ich weiter riechen möchte, oder probieren.

Der Gaumen gewinnt… Wie so oft :).

Taste: Starker Antritt dank der 55,8 % Vol. und dem immer würzigen Brennereicharakter. Eiche tritt kräftig an, macht dann aber Platz für die bunte Mischung aus Süßigkeiten und Trockenfrüchten, die ich bereits in der Nase hatte.

Ich riskiere ein paar Tropfen Wasser entgegen meinem Willen. Einer der (sehr wenigen) Nachteile meiner selbstgewählten Berufung ist, dass ich Whiskys gern ausführlich kennenlerne. Was für mich bedeutet auch zu prüfen wie sie auf Wasser reagieren. Oft möchte ich bei guten Fassstärken gar kein Wasser zugeben, wie bei diesem. Aber die Neugierde siegt.

In der Nase ändert sich nicht all zu viel, wenn überhaupt wurde er etwas holziger durch das Wasser.
Am Gaumen, habe ich das Gefühl, den Malt nun mehr in Richtung Gewürze und Eiche gedrückt zu haben, die Früchte treten etwas in den Hintergrund, wie ich das oft bei der Zugabe von Wasser erfahre. Geht Euch das auch so?

Das Finish ist mittellang und ein schöner Nachhall der benannten Aromen, keine starke Bitterkeit, nur eine leichte Eichenwürze.

Beide Varianten sind eine Erfahrung. Den Candy-Shock bekommt man allerdings eher ohne Wasser bei diesem Edradour.

Für mich eine rundum gelungene Fassstärke mit balanciertem Finish. Das Marsala-Fass hinterlässt deutliche Spuren, ohne dem Malt den eigenen Charakter zu nehmen. Yummy! Da ich kein Fan von Zucker-Whisky bin, freue ich mich um so mehr darüber, wie gut mir diese kleine Zuckerschnute gefällt. Daumen hoch.

Edradour you nailed it again!

Slainte!

Euer Leon

Captains drams today… Bladnoch Samsara & Adela

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Malt Mates, was war ich neugierig auf die „neuen“ Abfüllungen von Bladnoch! Nachdem ich die Brennerei 2015 besuchte und dies eine richtige kleine Abenteuergeschichte wurde (lest hier die volle Story), habe ich Bladnoch bis heute positiv in Erinnerung. Und natürlich war ich begeistert, als es endlich hieß die neuen Abfüllungen wären nun auf dem Weg! Die Preise von ca. 80 € für den Samsara und 118 € für den Adela sorgten für große Augen, ließen aber auch Großes hoffen. So zogen die Wochen ins Land und hie und da poppten bereits die ersten Reviews auf. Die Meinungen waren gemischt, von sehr positiv bis vernichtend war alles dabei. Also ran an den Speck! Nun kann ich endlich einmal einen Blick auf die „neuen“ Abfüllungen werfen. „Neu“, weil sie aus den alten (sehr kleinen) Lagerbeständen der Brennerei stammen, was wohl u.a. den hohen Einstiegspreis erklärt.

Bladnoch Samsara: 46,7 % Vol.

Ich gehe wie meist ohne vorherige Recherche an die Whiskys ran. In der Nase kommt mir ein „muffiges Bourbonfass“ in den Sinn. Als hätte man einen alten Weinkeller mit ein paar Bourbonfässern befüllt. Dazu mischen sich gebackene Äpfel. Später stelle ich fest, dass diese Assoziationen gar nicht so weit von der Realität wegliegen, denn der Samsara wurde laut Label in ehemaligen Bourbon- und kalifornischen Weinfässern gereift.

Am Gaumen startet der Samsara mit richtig Druck und zündet ein kleines Feuerwerk. Ich habe immer große Probleme so viele Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten, es bleibt ein cremig buttriger Nachgeschmack, der in einer zarten Eiche ausklingt. Eine gewisse Schärfe spielt dabei von Anfang bis Ende mit. Nach dem ersten Schluck, kommt die buttrige Note auch in der Nase zum Vorschein. Ein bisschen Vanilleeis mit Rum oder Kaffeelikör. Für mich ist dies ein würziger Whisky mit anständig Ellenbogen, eher ein Highland Charakter, daher aber auch eher mein Fall als ein Auchentoshan oder Glenkinchie. Das Finish ist mittellang. Wir können bei dieser NAS-Variante aber vermutlich von einer gesunden Mischung von jungen und alten Whiskys ausgehen.

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Bladnoch Adela 15 Jahre: 46,7 % Vol. 

Zu Beginn leider erstmal ein schlechter Start. Der edle Metallknauf hat sich vom Korken getrennt… Ein Balblair-Korken eilt mir zu Hilfe und verschafft Schutz vor weiterer Oxidation. Sitzt und sogar das „B“ obendrauf passt ;). Ich bin ja kein Fan von pompösen Designs, aber die Flaschen haben schon was. Im Zweifelsfall hab ich dann aber doch lieber eine Flasche die leicht aufgeht und keine Zicken macht. Nachtrag: Mittlerweile hat die Adela auch wieder ein Krönchen (Besten Dank an Dietmar Schulz von Alba Import).
Aber nun zum Inhalt: Die Nase ist absolut betörend. Es mischen sich bei mir Assoziationen von Brunnen und Sahnetorte… Auch hier finde ich die cremig-buttrige Note wieder, nur gepaart mit einer dunkleren Sherry-Note. Am Gaumen BUTTER-weich. Weniger scharf als der Samsara, reifer, deutlich mehr Fasseinfluss. Zartbittre Eiche drückt im Finish nach und lässt Ideen  von karamellisierten Nüssen auftauchen. Nun kommt auch in der Nase etwas Haselnuss. Ein Whisky mit dem man sich lange beschäftigen kann keine Frage.

 

Fazit:

Für mich sind beide hervorragende Malts die aromatisch endlich mal wieder eine Nische belegen. Ich kann sehr gut verstehen, dass sie nicht Jedem gut gefallen, denn die muffigen, düstren Töne sind alles andere als typisch, grade wenn man den spritzigen Charakter früherer Abfüllungen erwartet. Es ist ein Whisky der die Fans spaltet, der uns aber wieder einmal die wunderbare Vielfalt des schottischen Malt Whiskys vor Augen führt. Ich bin jedenfalls sehr angetan von den Juwelen aus dem Hause Bladnoch und hoffe sehr, dass wir in den nächsten Jahren auch wieder preiswerte und hochwertige Einsteiger nachgeliefert bekommen, wenn die Lagerhäuser dies wieder hergeben.

Captains dram today… Armorik Sherry Cask

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Nachdem ich ein großer Fan der bretonischen Brennerei Warenghem bin und sie bereits besuchen dürfte, habe ich immer gern ein Auge auf neue Abfüllungen aus dem kleinen bretonischen Asterix-Dorf der Whisky-Szene. Laut Webseite der Brennerei und Pressmitteilung soll diese Abfüllung eine dauerhaft verfügbare Alternative zum begehrten Maitre de Chai sein, einem wirklich fabelhaften Whisky der in der Regel aus zwei Sherry-Fässern kreiert wird und daher nur in limitierter Auflage erscheint.

Für mich war das Release etwas verwirrend, da es auch einen „Sherry Finish“ in Frankreich gibt, das Sherry-Pendant zur jungen, frisch-fruchtigen „Edition Originale“ (ca. 4 Jahre alt). Beide richten sich an den Einsteiger-Markt und sind in Deutschland nicht verfügbar. Der „Sherry Cask“ um den es nun geht, ist zwar auch keine Vollreifung (Nachreifung in Oloroso Sherry-Fässern von Bodega Miguel Martin), jedoch wurde hier wohl der „Armorik Classic“ als Grundlage verwendet. Die Nähe zu den hochwertigeren Abfüllungen lässt auch das ähnliche Verpackungsdesign vermuten (hier ein Blick auf die Flaschen).

Nase: Der klassische „salzige Apfel“ der Brennerei schlägt mir entgegen gemischt mit einer tieferen, dunkleren Note, tiefe Eiche, oder sogar Rauch?

Gaumen: Antritt erstaunlich weich für 46 % Vol., aber intensive Aromen, viel Holz schwappt über die gebackenen Äpfel der Brennerei hinweg. Ich bin immer wieder beeindruckt wie viel Aroma diese Brennerei in einen recht jungen Whisky zu stecken vermag. Ein Gedanke geht wie immer an dieser Stelle an Jim Swan (R.I.P.), der Warenghem beim Feintuning der Brennblasen half und so sicher seinen Beitrag für den exzellenten Rohbrand geleistet hat.

Die zweite Nase, mit dem Gaumen belegt, wird etwas alkoholischer. Orangenschalen kommen nun hinzu. Beinahe jodartige Meeraromen melden sich an, das Holz bleibt präsent, deutliche Bitternoten von dunkler Schokolade (fast einen Ticken zu bitter für mich) bleiben im Abgang zurück, der recht trocken ausfällt.

Meine Begeisterung für die Brennerei bleibt bestehen, ein junger ehrlicher Whisky, der dem Cousin der Schotten alle Ehre macht. 46 % Vol. ungefärbt und nicht-kühlgefiltert, bietet dieser Whisky alles, was man von einem jungen Malt aus europäischer Eiche erwarten kann.

Mirahs zweite Meinung (blind): „Joa ist ganz nett, in der Nase bissl Karamell und Fruchtnoten, auf der Zunge viel Holz und Würze“. Und im Grunde fasst das den Whisky gut zusammen. Er ist kein Überflieger, wenn man aber bedenkt, dass er A kein Schotte ist und B rund 35 Euro kostet, finde ich ist das Teil  sehr gelungen.

Slainte!

Euer Leon

Captains Drams today… Eden Mill Hogmanay Spirit 2014 vs. Young Malt – 2016

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Äußerst selten bekommt man die Gelegenheit den direkten Vergleich zwischen dem Rohbrand/New-Make einer Brennerei und dem heranreifenden Young Malt zu ziehen. Heute hab ich die große Freude!

Eden Mill kam mir früh vor die Flinte und zwar als Bier-Empfehlung von Michael meinem schottischen Freund und Malt Mariners Crew-Mitglied der ersten Stunde. Das damalige Motto der Craft-Brewery Eden Mill „prepare to be disappointed“ war für uns ein Grund die Brauerei und künftige Brennerei im Auge zu behalten. Gemeinsam mit Annandale und Kingsbarns konnte ich 2015 das craft-orientierte kleine Unternehmen besuchen und einen Besuchsbericht verfassen. Zu diesem Zeitpunkt produzierte die Brennerei/Brauerei verschiedene hochwertige und leckere Biersorten, darunter ein hervorragendes Barley Wine und Nachreifungen in Wein- und Whiskyfässern. Eden Mill hat eine große Bandbreite an Gin-Variationen, die mich bis dato nur mäßig interessieren. Der Whisky-Bereich ist im Reifungsprozess und machte mich bereits damals auf Grund des „craftigen“ Ansatzes neugierig. Allerdings war und bin ich nach wie vor skeptisch, denn Eden Mill brennt den New-Make (Rohbrand) auf sog. Alambic-Stills, also keinen traditionellen Pot Stills, wie fast alle schottischen Brennereien. Diese kleinen Brennblasen konnten mich bis dato nicht von ihrer Eignung für Whisky-Destillation überzeugen. Die Käse und Gemüse-Aromen die solche Brennblasen oft erzeugen zu scheinen, liegen mir überhaupt nicht. Um so gespannter bin ich auf die „Sneak-Peek“ des zwei Jahre alten Young Malts und dem Vergleich zum Orginal Hogmanay Spirit von 2014…

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Young Malt, here we go:

Nase: Süße Helle Birne gemischt mit etwas käsigem, leichte Gemüse-Noten wie ich sie von anderen Nicht-Pot Still Whiskys kenne (z.B. deutsche und österreichische Whiskys). Mit der Zeit entwickelt sich hier eine krasse Zuckerwatte und Puderzuckernote.

Gaumen: Deutliche Obstler-Fruchtnoten (die guten) und Puderzucker, der Brennereicharakter liegt nach zwei Jahren zwar noch im Vordergrund, hat aber bereits einiges vom frischen Eichen-Fass abbekommen. Aber nicht so spritig und käsig wie in der Nase erwartet. Im Abgang sogar zarte Anklänge von Eiche. Nicht schlecht.

Abgang: Klar sehr kurz, leichte Süße/ Süßstoffnoten bleiben zurück.

IMG_4820.JPGWie ich erst während des Tastings feststelle, habe ich noch den Orginal-Rohbrand des Hogmanay Spirits zuhause und kann somit den Rohbrand gegen den zwei Jahre alten Young Malt abgleichen! Spannenderweise ist der New Make, zwar ebenfalls süß, aber vorwiegend seifig, getreidig und weißt schwache Noten der Gemüsearomen auf. Das meiste der intensiven Süße kam also tatsächlich aus den Virgin Oak Fässern! Das ist beeindruckend.

Fazit: Würde man mir den Young Malt blind einschenken, würde ich ihn vermutlich als jungen süßen recht flachen Whisky abtun. Bedenkt man allerdings woher er kommt (und noch kein Whisky ist), muss ich sagen, dass der Hogmanay Young Malt mich durchaus positiv überrascht. Ich stehe der Destillationsform kritisch gegenüber und muss zugeben, dass die Anklänge der Aromen, die mir sonst Probleme bereiten, sowohl im New-Make als auch im Young Malt, nur teilweise vorhanden sind. Ich bin recht sicher, dass sich diese mit zunehmender Reife im Whisky einbinden werden und wir in ein paar Jahren mit einem brauchbaren Ergebnis rechnen können. Nachdem sich bereits ein Importeur (Kirsch Whisky) für Eden Mill in Deutschland gefunden hat, wird es den fertigen Whisky mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland geben. Wir dürfen also gespannt sein!

Slainte Freunde!

Bis zum nächsten Dram!

Euer Leon

Captains dram today… Glen Scotia Victoriana (engl.)

IMG_4774I very much remember my first encounter with this malt since it was good times. I was working for Glendronach Distillery by the time and was joining a nice colleague from Glenfarclas Distillery in a cosy and small whisky tasting in the Mash Tun in Aberlour, the place to be (Well the only place to be in Aberlour to be fair ;).

I saved this whisky in my mind as „interesting, pleasant and worth another try“ so I´m happy to get a second date with Victoria.

On the nose I get some snow, sea salt and quite a bit of sour and woody notes. On the palate the same paired with more spices and do I even detect a hint of smokiness? Some darker notes appear like coffee or tobacco. I can´t find any info that we are looking at some sherry casks mixed in. The cover says „deep charred oak“, but does not give away what kind of oak.

After a while I come back to it and the nose is more creamy and burned sugar. On the palate we are back in taliskerish land.. just less smoke. Even the chili bite is comparable. Interesting. Three drops of water, since we are looking at 51,5 % vol. And really, nope. The taste gets just very sharp, the sour and bitter notes overpower the nice and pleasant aromas. Did they try to hide some refill casks or youth here with pumping up the alcohol level? A malt for 60 – 75 € should be able to take some drops of water I think. The second dram I´m back with no water and I´m happy :).

Resumé:
I would not recommend this whisky to a complete beginner. It’s strong, medium-complex and has notes that not everyone will like. Typically Campbeltown… It is always something slightly different with these guys. If you like mild, fruity Speyside malts keep away from this one. If you like Talisker, spicy Highland Malts or generally a challenge, you might be very good friends with Victoria. Still I have to say I think she is slightly overpriced, not for the flavors, which I quite like, but for the lack of depth after adding water.

And as you guys know… Its only ever a glimpse… A „one moment“. Thats what we love whisky for. For the moments.

See you guys for the next dram.

Slainte

 

Leon