Soll ich meinen Whisky schütteln?

Nach einem Facebook-Post folgenden Artikels, der das Schwenken von Whisky diskutiert, habe ich einige Anfragen für eine Übersetzung erhalten. Hier meine Zusammenfassung mit einigen persönlichen Ergänzungen.

Es geht kurz gesagt um die Frage, ob das schnelle Schwenken („swirl“), das man von Wein-Genießern kennt, sich auf Whisky übertragen lässt. Sehr oft sehe ich nämlich dieses Verhalten bei Whisky-Trinkern und denke mir „sieht lässig aus“, dennoch fühlt es sich für mich „falsch“ an.

Laut des Artikels ist die Antwort schlicht: Nein. Man kann es nicht übertragen, da Wein geschwenkt wird, um Sauerstoff in den Wein zu übertragen. Dies öffnet die Aromen im Wein verhältnismäßig schnell nach wenigen Minuten. Wein-Kenner dürfen hier gerne ergänzend in die Diskussion einsteigen, da meine Wein-Kenntnisse so im Bereich „Ich mag ja den Roten“ angesiedelt sind :D.

Es stellt sich daher die simple Frage, ob das beim Whisky auch so ist. Whisky ist anders als Wein eine Spirituose (bahnbrechende Neuigkeiten). Whisky oxidiert daher (laut Aussage des Artikels) langsamer, verdunstet aber schneller.

Dass Whisky sich auch mit der Zeit „öffnet“ merke ich immer wieder, wenn eine Flasche 10-20 cl geleert wurde und dann einige Wochen steht. Dann wird der Whisky in der Regel komplexer und zugänglicher. Geht es dem Ende entgegen und die Flasche steht ein bis zwei Jahre, kann es gut sein, dass er schärfer und unangenehmer wird. Die schönen Aromen verfliegen. Luft hat also meiner Erfahrung nach auch beim Whisky (zuerst) einen positiven Einfluss. Auch im Glas.

Eine meiner Vermutungen ist allerdings auch, dass wir beim exzessiven Schwenken im Grunde vorwiegend die Verdunstung des Alkohols /Ethanols provoziert. Das ist aus meiner Sicht fürs genussvolle Verriechen sogar kontraproduktiv, da die Rezeptoren in der Nase von Alkohol betäuben werden. Benetze ich also die Glaswand mit Whisky, verdunstet zuerst der Alkohol. Dann kommen die Aromen hinterher. Schüttle oder schwenke ich nun ständig das Glas beim Verriechen, erzeuge ich immer neue Verdunstung. So argumentiert auch der Artikel. Die selbe Argumentation finden wir in folgendem Buch, das sich sehr detailliert mit dem Thema Tasting & Nosing befasst: Iconic Whisky (Mald, Cyrille; Vingtier, Alexandre (2015). Die deutsche Version heißt „Whisky-Wissen: Die 750 besten Sorten im Schnellcheck“ und wurde auch von meinem Kollegen Pat Hock schon einmal empfohlen. Ein sehr lesenswertes Buch. Aber das nur am Rande.

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Der Artikel diskutiert aber auch, dass es Gründe gibt den Whisky zu „swirlen“ also schnell zu schwenken, beispielsweise, wenn man sich die Beine bzw. Tränen des Whiskys näher ansehen möchte. Langsame Tränen zeigen eine hohe Viskosität an, alsoeinen hohen Alkoholgehalt. Breite „Fenster“ wiederum sprechen angeblich für ein hohes Alter des Whiskys. Der Artikel sagt auch, wenn ich bewusst den Alkoholgehalt senken möchte, macht das Schwenken wieder Sinn. Aus dem eben besprochenen Effekt, kann ich dadurch die Verdunstung des Alkohols beschleunigen und dadurch die Schärfe reduzieren. Diese Erfahrung kann ich wiederum nicht bestätigen, allerdings gehöre ich ja auch zu den notorischen „Drehern“. Allein meiner Neugierde Willen, werde ich diesen Effekt mal prüfen. Aus rein akademischen Gründen versteht sind (Yay! Ein weiterer Grund Whisky zu trinken!).

Der dritte Grund, den ich witzig finde, ist „to show off“. Also um anzugeben. Und das ist auch meine Vermutung, warum so viele Menschen sich zum schnellen Schütteln hinreißen lassen. Es sieht eben cool aus, es lässt einen wie einen Profi aussehen.

Am Ende es Tages ist es aber doch wie mit allen Fragen beim Whisky: Experimentiert selbst und findet euren eigenen Weg. Wenn ihr gern swirled, dann swirled! Macht mit eurem Whisky genau das was euch gefällt und wie er für euch am besten zu genießen ist. Und lasst euch von niemandem sagen, wie ihr euren Whisky zu trinken und zu genießen habt. Auch nicht von mir.

Cap out!

Captains Dram Today: The Epicurean

Captains Dram Today:
Douglas Laing – The Epicurean
Lowland Blended Malt Scotch Whisky
46,2 % Vol.

Diesen Whisky wollte ich allein auf Grund der witzigen Verpackung seit langem mal probieren. Und wiedermal weiß ich, warum ich überwiegend Blind-Tastings mache. Für mich eine Enttäuschung.

Farbe: heller Weißwein

Nase: Sommer Regen, Birnensaft, Puderzucker – ok

Zunge: Alkohol, etwas Birnenschale, die typischen jungen Ex-Bourbon und Refill-Aromen

Abgang: Alkohol, kaum vorhanden, Bittermandel, mähh nicht mein Fall

Immerhin kostet der Lowland Blended Malt nur um die 30 €. Da die Fässer hier im Grunde nur von Auchentoshan und Glenkinchie stammen können, wundert es nicht, dass wir hier kein Feuerwerk erwarten dürfen. Beide Brennereien sind nicht gerade bekannt dafür, viele Fässer herauszurücken.
Dann doch lieber ein Standard aus einer der Beiden.

 

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Looking back…

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Einfach unglaublich, dass dieser Abend erst (genau!) 3 Jahre her ist…
Michael und ich haben unser erstes Whisky Tasting in Hamburg gehalten. In einem Kunst-Atelier unter einem Freudenhaus.
Ich kam „pünktlich“ zum Start des Tastings an, Michael hat mit einigen Gästen schon vor der Tür gewartet … Wir haben alle gemeinsam zusammen aufgebaut .

Seit dem ist sooo viel passiert. So viel mehr Schottland, so viel mehr Whisky probiert, mehr Erfahrung, Arbeit und Schweiß. Heute sind wir ein kleines stolzes unabhängiges Unternehmen mit reichlich Events in ganz Norddeutschland und einer eigenen kleinen „Reise-Abteilung“.

Danke an Alle, die uns begleiten und unterstützen!

We keep on rolling!!

It`s simply unbelieveable that this picture was taken only three years ago. Michael and I hosted our first whisky tasting in Hamburg in an art studio beneath a brothel. I was there „on time“ right when we were supposed to start with the tasting, everybody waited outside for me, luckily Michael was there and entertained everybody with his charming scottish way . We set up things all together and played it by ear (many times more after this one ;D.

Since this day so incredibly much has happened. I spend so much more time in Scotland, tasted so much more whisky, learned, worked very hard to be where we are today. A proud small independent business with events all over northern Germany and its own wee „Scotland Tour“ department.

A big THANKS to everybody who supports us and helped us on the way!

We keep on rolling!!

Leon – The Captain
Malt Mariners

Gelungener Start in Lüneburg

DSC_3855Am Donnerstag den 01. März fiel der Startschuss für unsere offenen Tastings in Lüneburg. Volles Haus, gute Stimmung und leckre Whiskys. So muss das! Zur „Welt des Whiskys“ im Roy Robson am Markt 3 hatten wir eine nette Truppe beisammen und bedanken uns an dieser Stelle bei allen Gästen und dem Roy Robson für den tollen Abend!

Euer Tasting-Menu für „Die Welt des Whiskys“:

  • Auchentoshan Heartwood (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Redbreast 12 (Irish Whiskey), 40 % vol.
  • Glenfarclas 18 (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Blantons Original Single Barrel (Kentucky Straight Bourbon), 46,5 % vol.
  • Kilchoman Machir Bay (Single Malt Scotch), 46 % vol.

Wir kommen gerne wieder! -> Nächster Termin ist der 19.04.18 mit dem Schwerpunkt „Fassreifung“. Hier werden wir eine Reihe Whiskys ansehen, die in unterschiedlichen Fass-Typen gelagert sind. Man darf gespannt sein! Bis dann!

 

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Hamburg beim Coast to Coast

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Ihr Lieben! Es war mir wie immer ein Fest mit euch in Hamburg zu tasten! So langsam lichtet sich das Chaos im Arbeitszimmer, die Gläser sind gespült und ich gönne mir endlich einen Feierabend-Dram.
 
Ich hoffe ihr hatte alle Spaß und habt etwas mitgenommen!
 
Da ich leider vergessen habe, das Tasting-Menu zu verteilen, hier nochmal die Auswahl eurer Whiskys beim „Coast to Coast“ Tasting in Hamburg:
 
1. Scapa Skiren 40 % vol.
– Orkneys, Kirkwall
 
2. Old Pulteney Pentland Skerries 46 % vol.
– nördliche Highlands, Wick
 
3. Glenglassaugh Peated Virgin Oak Finish 46 % vol.
– östliche Highlands, Portsoy
 
4. Ledaig Hermitage Finish 2005 – Gordon & MacPhail
– Isle of Mull, Tobermory
 
Bis zum nächsten Mal!
 
Leon

Captains Dram today… Edradour SFTC 2002 Vintage – Marsala Cask Finish 14 yo

So. Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Bei all der Arbeit bleibt ja kaum noch Zeit zum Whisky trinken! Ekelhaft! Darum gönn ich mir heut mal und schenke mir einen Straight From The Cask Marsala Finish von Edradour ein. Einer Brennerei die gefühlt alles zu Gold macht, was sie anfasst. Mir sind kaum Fehltritte von Edradour vor die Flinte gekommen und das bei einem wirklich experimentierfreudigen Portfolio. Das allein ist schon Grund zur Freude für den findigen Malt-Head, die ausführlichen Infos auf der Flasche runden die Sache ab! Aber ey, Whisky ist zum Trinken da! Also was kann das Teil?

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Eine Nase zum satt riechen. Erst dunkle Klebstoffnoten, die an einen im Sherry oder Portfass gereiften Japaner erinnern. Dann mit etwas Zeit treten die süßen Aromen in den Vordergrund der Klebstoff verschwindet und wird abgelöst von einer verführerischen klebrigen Süße, wie ich mir den Geruch von Bonbon-Fabriken und alten amerikanischen Candy-Shops vorstelle. Ich muss dringend einmal einen Marsala trinken, denn ich vermute hier einen starken Einfluss des Likörweins. Das Label verrät uns, dass das gute Stück ganze 5 Jahre im Marsala Fass „gefinished“ wurde. Edradour strapaziert den Begriff „Finish“ mal wieder im positiven Sinne. Ein Bild IMG_5465sonnengetrockneter Aprikosen und Mirabellen drängt sich mir auf, in diesem Potpourri aus zuckersüßen Früchten kann man vieles entdecken. Ich bin unentschlossen, ob ich weiter riechen möchte, oder probieren.

Der Gaumen gewinnt… Wie so oft :).

Taste: Starker Antritt dank der 55,8 % Vol. und dem immer würzigen Brennereicharakter. Eiche tritt kräftig an, macht dann aber Platz für die bunte Mischung aus Süßigkeiten und Trockenfrüchten, die ich bereits in der Nase hatte.

Ich riskiere ein paar Tropfen Wasser entgegen meinem Willen. Einer der (sehr wenigen) Nachteile meiner selbstgewählten Berufung ist, dass ich Whiskys gern ausführlich kennenlerne. Was für mich bedeutet auch zu prüfen wie sie auf Wasser reagieren. Oft möchte ich bei guten Fassstärken gar kein Wasser zugeben, wie bei diesem. Aber die Neugierde siegt.

In der Nase ändert sich nicht all zu viel, wenn überhaupt wurde er etwas holziger durch das Wasser.
Am Gaumen, habe ich das Gefühl, den Malt nun mehr in Richtung Gewürze und Eiche gedrückt zu haben, die Früchte treten etwas in den Hintergrund, wie ich das oft bei der Zugabe von Wasser erfahre. Geht Euch das auch so?

Das Finish ist mittellang und ein schöner Nachhall der benannten Aromen, keine starke Bitterkeit, nur eine leichte Eichenwürze.

Beide Varianten sind eine Erfahrung. Den Candy-Shock bekommt man allerdings eher ohne Wasser bei diesem Edradour.

Für mich eine rundum gelungene Fassstärke mit balanciertem Finish. Das Marsala-Fass hinterlässt deutliche Spuren, ohne dem Malt den eigenen Charakter zu nehmen. Yummy! Da ich kein Fan von Zucker-Whisky bin, freue ich mich um so mehr darüber, wie gut mir diese kleine Zuckerschnute gefällt. Daumen hoch.

Edradour you nailed it again!

Slainte!

Euer Leon

Distillery Review 25: Balvenie and the grateful eight

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My visit to Balvenie Distillery proved another time, how much I love Scotland and that there is always room for more. More pleasure, more experience and more happiness. The whisky industry makes it happen! Before I start my review that will (spoiler alert) be mainly a praise to my visit and the distillery, lets go back a few weeks before I actually got there. Still working at GlenDronach Distillery I took advantage of having a landline phone in the visitor center (mobile phones work very randomly in Scotland and mostly not at all specially when you need them to). So I called Balvenie to book a tour. That was in early August 2016 mind you. Since my time off work was limited and Balvenie only welcomes visitors twice a day (no weekends) my earliest appointment was offered to be the 22nd of September! Oooook I thought. This place seems to have a fame issue. So yeah. For the every day „spontaneously-just-popping-in-customer“ Balvenie has nothing to offer. It is a closed distillery like many others. And this with a worldwide great reputation for its single malts. A very exclusive thing. The 35 £ pricetag for the tour made this even more clear. This can´t be a regular tour. Otherwise I´d be really pissed off.

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Lets jump to the day of the visit. Almost incredibly I made it in time to the distillery this time (to be fair only by skipping a planned detour to Elign but what the heck). The parking experience already felt like entering a fairy tale. The little forest at Balvenie is mainly black from the angle’s share fungus. So I set food on the premises not being able to shake off the feeling of entering holy ground. It was a glorious sunny day on my way I passed beautiful carved banks and flowerbeds. After having being arrived at the office we waited for all the guests to arrive, eight in all. Thats the maximum capacity of the Balvenie tours. In most distilleries you are looking at 10-15 people plus on a tour on a busy day.

The first part of the tour shows the maltings. Like all of the very few distilleries with floor maltings left Balvenie can only afford to use 15% of their own malted barley. Its simply too expensive. About three times as much as an industrialized batch. Ouch. At first I was a bit suspicious if the maltings where really active since they looked a bit clean. But then I saw (and touched) the steeped barley (for the first time in my life) and was convinced. This is the real stuff. The only active maltings I had seen so far was Bowmore and Laphroaig. But never had I seen maltings on the mainland. Off we went pass the spread malt on the floor to the Kiln. Basically that was the point of the tour where I was spoiled. I just remember being on a stupid grin and headshaking-I-can`t-believe-how-much-I-love-this-mode for the rest of the tour. We looked inside the burning Kiln and the little peatsmoke kiln besides it. Nerdgasm. Totally.

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Next stage of this malt whisky distillery tour feast was the tun room with the fermentation. We tried both the young stage (almost wort… tasted a bit like the german non alcoholic malt beer Karamalz… If you´ve never tried it… do it! Its great!) and the later stage of the fermentation which is in fact beer. In the industry its referred to as „wash“ of course. At this point I feel the need to add that whenever you read something in reviews about „we did this, we were allowed to do that“ please do never take this for granted and even worse pick on the tour guide if he or she is not doing the same on your tour. Every tour is different because every guide is and every guest is. The simple rule is: DSC_1647.jpgDon`t be an annoying customer and you increase the chance of not getting an annoyed tour guide ;). Anyway this guy (as I later learned it was David Mair, Balvenie Distillery Ambassador) was so relaxed he probably would have dealt with anything. So yeah… distillation. Huge stills, curiously separate still houses for wash and spirit stills…. If that matters to anyone.

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Warehouses. Draw your sample from the cask and fill your own 20 cl bottle. In the warehouse I can’t empathize this enough. Its getting rare. Because of idiots that write about their great experience on the internet. Now that I think about it. Of course we DID NOT bottle anything IN the warehouse. Cause that would be illegal. Nah don’t worry I´m sure they’ve worked it out by now.

You should think up to this point you can’t really add anything more. Wrong again. We took a quick ride on an old Land Rover and ended up in a building surrounded by casks. Their very own cooperage. Amazing. I had seen the Speyside Cooperage before but having a smaller version on site… thats really something!

Off to the tasting we went. For my taste (no pun intended) this was a bit rushed, probably due to the fact that we spend way more time on the tour that we were supposed to be. Since I was driving and bottling I didn’t really care. For drinking all this fantastic whisky I would have felt a bit rushed. But… yeah.

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I have to say that this was hands down the best distillery tour I’ve ever had (looking at 54 visits at this point, not a bad shot for Balvenie). And speaking about the 35 £ for the tour and 25 £ for the bottle your own. MORE then worth it! Balvenie has a really good value for many ratio if you ask me. You get a bloody premium special deluxe tour for 35 quid. I’ve seen worse for more money. So to the „past me“ moaning about that money… Leave it alone dude! Really.

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We tried some great malts Balvenie Double Wood 17, Balvenie Portwood 21 yo and Balvenie Single Cask No. 1489, but what really got me (till this day) was a 34 year old Balvenie (single sherry cask if I remember right): Oh my fucking god! (Excuse my french) That was one of the most amazing whiskies I’ve ever tried. On the nose I would have mistaken it for an older Glendronach. On the tongue the same but smoother. My memory is too limited to describe all the impressions I got from this whisky. Honeydew melon, caramelized sugar, maple sirup on bacon and pipe tobacco came to my mind but never stood up to its flavor.

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Résumé:

As already said the value for money on this tour was more then great for me. You get basically two to three tours on one (2-3 hours that is) so this more then justifies the money. With a working malting floor, working kiln, a cooperage on site and an amazing warehouse and bottle your own experience this was by far the best tour I’ve done so far (finishing this article Balvenie is No. 1 out of over 60 distilleries). The only thing I have to criticize of better to recommend it that you plan your visit way far ahead since the booking might be an issue. For the rest I can just say: This was one of the best days of my life, I love Scotland, I love visiting distilleries and even if I never will become a great fan of Balvenie as a brand I am forever grateful for this amazing experience.

Share the whisky, share the experience!

See you guys on the road!

Leon – The Captain

 

Captains drams today… Bladnoch Samsara & Adela

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Malt Mates, was war ich neugierig auf die „neuen“ Abfüllungen von Bladnoch! Nachdem ich die Brennerei 2015 besuchte und dies eine richtige kleine Abenteuergeschichte wurde (lest hier die volle Story), habe ich Bladnoch bis heute positiv in Erinnerung. Und natürlich war ich begeistert, als es endlich hieß die neuen Abfüllungen wären nun auf dem Weg! Die Preise von ca. 80 € für den Samsara und 118 € für den Adela sorgten für große Augen, ließen aber auch Großes hoffen. So zogen die Wochen ins Land und hie und da poppten bereits die ersten Reviews auf. Die Meinungen waren gemischt, von sehr positiv bis vernichtend war alles dabei. Also ran an den Speck! Nun kann ich endlich einmal einen Blick auf die „neuen“ Abfüllungen werfen. „Neu“, weil sie aus den alten (sehr kleinen) Lagerbeständen der Brennerei stammen, was wohl u.a. den hohen Einstiegspreis erklärt.

Bladnoch Samsara: 46,7 % Vol.

Ich gehe wie meist ohne vorherige Recherche an die Whiskys ran. In der Nase kommt mir ein „muffiges Bourbonfass“ in den Sinn. Als hätte man einen alten Weinkeller mit ein paar Bourbonfässern befüllt. Dazu mischen sich gebackene Äpfel. Später stelle ich fest, dass diese Assoziationen gar nicht so weit von der Realität wegliegen, denn der Samsara wurde laut Label in ehemaligen Bourbon- und kalifornischen Weinfässern gereift.

Am Gaumen startet der Samsara mit richtig Druck und zündet ein kleines Feuerwerk. Ich habe immer große Probleme so viele Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten, es bleibt ein cremig buttriger Nachgeschmack, der in einer zarten Eiche ausklingt. Eine gewisse Schärfe spielt dabei von Anfang bis Ende mit. Nach dem ersten Schluck, kommt die buttrige Note auch in der Nase zum Vorschein. Ein bisschen Vanilleeis mit Rum oder Kaffeelikör. Für mich ist dies ein würziger Whisky mit anständig Ellenbogen, eher ein Highland Charakter, daher aber auch eher mein Fall als ein Auchentoshan oder Glenkinchie. Das Finish ist mittellang. Wir können bei dieser NAS-Variante aber vermutlich von einer gesunden Mischung von jungen und alten Whiskys ausgehen.

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Bladnoch Adela 15 Jahre: 46,7 % Vol. 

Zu Beginn leider erstmal ein schlechter Start. Der edle Metallknauf hat sich vom Korken getrennt… Ein Balblair-Korken eilt mir zu Hilfe und verschafft Schutz vor weiterer Oxidation. Sitzt und sogar das „B“ obendrauf passt ;). Ich bin ja kein Fan von pompösen Designs, aber die Flaschen haben schon was. Im Zweifelsfall hab ich dann aber doch lieber eine Flasche die leicht aufgeht und keine Zicken macht. Nachtrag: Mittlerweile hat die Adela auch wieder ein Krönchen (Besten Dank an Dietmar Schulz von Alba Import).
Aber nun zum Inhalt: Die Nase ist absolut betörend. Es mischen sich bei mir Assoziationen von Brunnen und Sahnetorte… Auch hier finde ich die cremig-buttrige Note wieder, nur gepaart mit einer dunkleren Sherry-Note. Am Gaumen BUTTER-weich. Weniger scharf als der Samsara, reifer, deutlich mehr Fasseinfluss. Zartbittre Eiche drückt im Finish nach und lässt Ideen  von karamellisierten Nüssen auftauchen. Nun kommt auch in der Nase etwas Haselnuss. Ein Whisky mit dem man sich lange beschäftigen kann keine Frage.

 

Fazit:

Für mich sind beide hervorragende Malts die aromatisch endlich mal wieder eine Nische belegen. Ich kann sehr gut verstehen, dass sie nicht Jedem gut gefallen, denn die muffigen, düstren Töne sind alles andere als typisch, grade wenn man den spritzigen Charakter früherer Abfüllungen erwartet. Es ist ein Whisky der die Fans spaltet, der uns aber wieder einmal die wunderbare Vielfalt des schottischen Malt Whiskys vor Augen führt. Ich bin jedenfalls sehr angetan von den Juwelen aus dem Hause Bladnoch und hoffe sehr, dass wir in den nächsten Jahren auch wieder preiswerte und hochwertige Einsteiger nachgeliefert bekommen, wenn die Lagerhäuser dies wieder hergeben.

Captains dram today… Armorik Sherry Cask

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Nachdem ich ein großer Fan der bretonischen Brennerei Warenghem bin und sie bereits besuchen dürfte, habe ich immer gern ein Auge auf neue Abfüllungen aus dem kleinen bretonischen Asterix-Dorf der Whisky-Szene. Laut Webseite der Brennerei und Pressmitteilung soll diese Abfüllung eine dauerhaft verfügbare Alternative zum begehrten Maitre de Chai sein, einem wirklich fabelhaften Whisky der in der Regel aus zwei Sherry-Fässern kreiert wird und daher nur in limitierter Auflage erscheint.

Für mich war das Release etwas verwirrend, da es auch einen „Sherry Finish“ in Frankreich gibt, das Sherry-Pendant zur jungen, frisch-fruchtigen „Edition Originale“ (ca. 4 Jahre alt). Beide richten sich an den Einsteiger-Markt und sind in Deutschland nicht verfügbar. Der „Sherry Cask“ um den es nun geht, ist zwar auch keine Vollreifung (Nachreifung in Oloroso Sherry-Fässern von Bodega Miguel Martin), jedoch wurde hier wohl der „Armorik Classic“ als Grundlage verwendet. Die Nähe zu den hochwertigeren Abfüllungen lässt auch das ähnliche Verpackungsdesign vermuten (hier ein Blick auf die Flaschen).

Nase: Der klassische „salzige Apfel“ der Brennerei schlägt mir entgegen gemischt mit einer tieferen, dunkleren Note, tiefe Eiche, oder sogar Rauch?

Gaumen: Antritt erstaunlich weich für 46 % Vol., aber intensive Aromen, viel Holz schwappt über die gebackenen Äpfel der Brennerei hinweg. Ich bin immer wieder beeindruckt wie viel Aroma diese Brennerei in einen recht jungen Whisky zu stecken vermag. Ein Gedanke geht wie immer an dieser Stelle an Jim Swan (R.I.P.), der Warenghem beim Feintuning der Brennblasen half und so sicher seinen Beitrag für den exzellenten Rohbrand geleistet hat.

Die zweite Nase, mit dem Gaumen belegt, wird etwas alkoholischer. Orangenschalen kommen nun hinzu. Beinahe jodartige Meeraromen melden sich an, das Holz bleibt präsent, deutliche Bitternoten von dunkler Schokolade (fast einen Ticken zu bitter für mich) bleiben im Abgang zurück, der recht trocken ausfällt.

Meine Begeisterung für die Brennerei bleibt bestehen, ein junger ehrlicher Whisky, der dem Cousin der Schotten alle Ehre macht. 46 % Vol. ungefärbt und nicht-kühlgefiltert, bietet dieser Whisky alles, was man von einem jungen Malt aus europäischer Eiche erwarten kann.

Mirahs zweite Meinung (blind): „Joa ist ganz nett, in der Nase bissl Karamell und Fruchtnoten, auf der Zunge viel Holz und Würze“. Und im Grunde fasst das den Whisky gut zusammen. Er ist kein Überflieger, wenn man aber bedenkt, dass er A kein Schotte ist und B rund 35 Euro kostet, finde ich ist das Teil  sehr gelungen.

Slainte!

Euer Leon