Es hat wieder im Hafen gerummelt!

Am Donnerstag den 11. Oktober durften wir mal wieder den Hafenrummel in Bremen entern! Schwerpunkt des Whisky Tastings war diesmal das Thema „Highland Whisky“ und so gab es vier schmackhafte Ausflüge in die unterschiedlichen Regionen des schottischen Hochlands.

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Wir starteten unsere Reise im hohen Norden mit dem oft unterschätzten Clynelish 14 Jahre, einem voluminösen und dennoch extrem süffigen Single Malt Whisky mit tollen Apfel- und Bienenwachs-Aromen!

Um diesen starken Start noch zu toppen, landeten wir anschließend am südlichen Ende Schottlands bei der Glengoyne Distillery und legten mit dem 21jährigen Vertreter tüchtig nach. Ein sagenhafter Malt Whisky aus den besten Oloroso Sherry Fässern!

Dann rissen wir das Ruder herum und wechselten den Kurs gänzlich Richtung Nord-Osten ins Grenzgebiet der Speyside. Wer hier einen milden, eindimensionalen Whisky erwartete, dem wurde vom Glenglassaugh Revival ordentlich der Scheitel gezogen. Trotz der Jugend der Standardabfüllungen der erst 2008 wiedereröffneten Brennerei, zeigt der Revival, dass man mit den richtigen Fässern ein Feuerwerk zünden kann! Bourbon, Sherry und Rotweinfässer vereinen sich zu einem der ungewöhnlichsten Küsten-Whiskys Schottlands.

Last but noch least konnte Schottlands „kleines Juwel“ noch einmal glänzen und mit einer Single Cask Abfüllung von Edradour aus dem Sherry Fass das I-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend setzen! Fassstärke versteht sich!
Wir hoffen, Ihr hattet genau so viel Spaß wie wir!

Slainte!

Eure Malt Mariners

Distillery Review 27: Torabhaig – Just a pretty face?

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Der anhaltende Whisky-Boom ermutigt Schottlands Whisky-Industrie nach wie vor zur Planung und Bau neuer Brennerei-Projekte. Natürlich rüsten auch die schottischen Inseln fleißig auf. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Isle of Skye, die meist besuchte Insel Schottlands, Verstärkung in Sachen Single Malt Whisky bekommt. Seit gut zwei Jahrzehnten ist sich ein Teil der Whisky-Produzenten darüber im Klaren, dass ein Besucherzentrum sich nicht nur als Werbemittel eignet, sondern auch eine lukrative Einnahmequelle sein kann. Die Zahl der Touristen die jährlich nach Schottland reisen und Brennereien besichtigen hat sich seit 2013 bis 2017 mehr als verdoppelt. Gut 1,7 Millionen Gäste besuchten im letzten Jahr die schottischen Destillerien.

Nicht verwunderlich also, dass viele neue Whisky-Brennereien das Besucherzentrum und das Besuchserlebnis fest ins Konzept der Brennerei mit einbinden. Lindores Abbey und Kingsbarns in Fife, Annandale in den Lowlands, die neue Islay-Brennerei Ardnahoe und auch die Harris Distillery haben gut durchdachte Besucherzentren mit eigenen Cafe. Und dies sind nur einige Beispiele. Wie sieht es also mit Torabhaig (ausgesprochen „Toravag“ oder „Toraveig“) aus, dem Neuankömmling auf der Isle of Skye?

Bis 2017 war Talisker die einzige Single Malt Whisky Brennerei auf Skye. Der eigentliche Gründer der Brennerei war Sir Iain Noble. Der ehemalige Bänker engagierte sich sehr für den Erhalt der gälischen Sprache und Kultur. 1976 gründete er den unabhängigen Abfüller Pràban na Linne (Gälische Whiskys), die beispielsweise die Blended Whiskys Mac Na Mara und Té Bheag produzieren. Leider starb Sir Iain Noble 2010 bevor er seinen Traum einer eigenen Whisky-Brennerei verwirklichen konnte. Er hatte jedoch vor seinem Tod die Erlaubnis für den Bau der Brennerei erhalten. Der niederländische Konzern Marussia Beverages hatte zeitgleich geplant eine Brennerei auf der Insel zu bauen und setze daher die Arbeit von Sir Noble fort. Mit den neu gegründeten Mossburn Distillers übernahm das Unternehmen den Bau und die Fertigstellung der Brennerei. Nach vier Jahren Renovierungsarbeiten konnten die alten Farm-Ruinen auf dem Gelände in moderne wunderschöne Brennerei-Gebäude umgewandelt werden.

Bei unserem Besuch im August 2018 hielt die Brennerei zunächst den zugegeben hohen Erwartungen stand. Die Location ist atemberaubend schön und sicherlich nicht zufällig gewählt. Torabhaig ist an der Süd-Ost-Küste der Insel positioniert und somit ideal P1000538.jpggelegen, um Gäste in Empfang zu nehmen, die die Brennerei auf ihrem Weg passieren. Nimmt man die Fähre von Mallaig nach Skye kommt man unweigerlich an Torabhaig vorbei. Auch von der Skye Bridge ist es keine halbe Stunde mit dem Auto. Die wunderschöne Destillerie mit ihren weiß getünchten Außenmauern blickt direkt aufs Meer und erinnert so an die Verwandten auf der Insel Islay.
Die Gebäude sind in einem Viereck angelegt mit einem großen Innenhof, für Farmanlagen keine unübliche Konstellation. Bei der Restauration hat mal ganze Arbeit geleistet, wer sich die Vorher-Nachher-Bilder ansieht, weiß wovon ich rede! Die Brennerei ist mit einem kleinen Cafe ausgestattet, das bei unserem Besuch noch etwas karg wirkte (Nachtrag: hat sich mittlerweile geändert). Hier wird sicherlich noch aufgerüstet, es ist aber zu vermuten, dass hier zu sparsam geplant wurde. Die Besucherströme, die die Brennerei ohne Zweifel erreichen werden, bringen das Cafe vermutlich schnell an seine Belastungsgrenze. Im Sommer wird aber sicherlich ein Bereich im Hof zum draußen sitzen eingerichtet werden, eine traumhafte Location für einen Kaffee und Scones!
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Das Besucherzentrum ist schlicht und elegant eingerichtet. Es bietet bereits jetzt eine Reihe schöne Whisky-Souvenirs und die Blended Malts der Mossburn Distillers. Nachdem ich selbst bereits als Tour Guide tätig war, habe ich auch im Besucherzentrum meine Zweifel, ob die Brennerei größeren Besuchergruppen standhalten kann. Der erste Teil der Führung, die Präsentation und Erläuterung des Mälz-Prozesse, finden im Besucherzentrum auf einer kleinen Erhöhung statt. Das Malz der Brennerei wird mit ca. 50 ppm Rauchgehalt deutlich rauchiger ausfallen als die Nachbarbrennerei Talisker. An einem vollen Tag werden die Tour Guides hier womöglich alle Hände voll zu tun haben sich Gehör zu verschaffen. Bislang gelingt dies aber laut eigener Aussage sehr gut. Ich drücke die Daumen, dass es so bleibt! Das äußerst freundliche Personal ist sichtlich bemüht der jungen Brennerei einen best-möglichen Start zu liefern. Die Führung durch die Brennerei war in unserem Fall leider eher enttäuschend. Es sind keine Fotos während der Tour erlaubt, was in einer jungen Brennerei einem Schuss ins Knie gleichkommt. Die neuen Destillerien können jede erdenkliche Aufmerksamkeit brauchen und in der Social-Media-Ära ist dies ein denkbar unkluger Schachzug der Besitzer. Wir haben dank „Presse-Status“ eine Foto-Erlaubnis bekommen, reguläre Gäste gehen hier aber leer aus.
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Torabhaig geht den klassischen Weg der Malt Whisky Produktion in Schottland. Bei all den über-innovativen neuen Craft-Destillerien beinahe schon eine willkommene Abwechslung! Das Malz mit einem Rauchgehalt von 50 ppm wird in einer stählernen Mashtun mit Kupferdeckel zur Stammwürze ausgewaschen. Die acht hölzernen Washbacks bestehen aus Douglas-Fichte und halten die Würze rund 72 Stunden zur Vergärung. Anschließend wird auf den beiden klassischen Kupferbrennblasen aus der schottischen Kupferschmiede Forsyths gebrannt. Die Gesamtkapazität 2018 wird bei rund 500.000 Litern liegen, die Website spricht von 1,5 Millionen Flaschen Whisky jährlich. Nicht ganz stimmig.

P10005312.pngDie Dame die uns durch die Brennerei führte, konnte kaum weiterführende Fragen zur Produktion beantworten und wirkte nicht sonderlich begeistert von ihrer Arbeit. Dies kann aber auch an der mangelnden Erfahrung liegen, die die Brennerei auf Grund ihrer Jugend zwangsweise hat. In jedem Fall ist hier Luft nach oben! Die Angaben zur Kapazität der Brennblasen auf der Tour widersprechen denen auf der Website (Tour: 5.000 Liter Wash Still, 3.600 Liter Spirit Still; Website: 8.000 Liter Wash Still, 5.00 Liter Spirit Still). Allein an einer einzelnen Tour beurteilen wir jedoch nie eine Brennerei! Denn jeder Tour Guide und jeder Tag ist anders. Was uns allerdings neben dem Foto-Verbot übel aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass die Brennerei keine Lagerhäuser vor Ort hat. Der Besuch der Warehouses in denen der zukünftige Whisky schlummert, ist in jeder Brennerei ein Highlight und sollten, wenn möglich in die Tour eingebunden werden. Aus welchem Grund Mossburn Distillers sich entschieden haben, keine Lagerhäuser auf Skye zu bauen, ist uns nicht bekannt. In jedem Fall schneidet sich die Brennerei auch hier zweifach ins Bein. Zum einen nimmt sie sich die Möglichkeit den Besuchern ein eindrückliches sensorisches Erlebnis zu bieten, was der Marke in jedem Fall zu Gute käme. Zum anderen büßt der spätere „Insel-Whisky“ von Torabhaig massiv an Glaubwürdigkeit ein, da er, für jeden Besucher ersichtlich, nicht auf der Insel reift. Zwar ist es, besonders bei größeren Brennereien, gängige Praxis nicht den gesamten Whisky vor Ort zu lagern, dass sich aber eine Brennerei gänzlich gegen die Reifung für Ort entscheidet, ist ungewöhnlich. Besonders bei einem neuen Projekt und einer Insel-Brennerei im Speziellen ist die überraschend. Es fehlt daher bislang auf der Tour gänzlich an Demonstrationen des wichtigsten Teil der Whisky-Produktion: Der Fassreifung! Keine Fassdauben oder Fässer-Displays oder wenigstens Bilder davon. Wir hoffen sehr, dass die schöne Brennerei in diesem Feld nachrüsten wird, um die verpasste Chance mit den Lagerhäusern zumindest in einer visuellen Aufarbeitung auszugleichen. 10 £ kostet eine Führung derzeit, gemessen an dem Besuchserlebnis ist das viel Geld!

Am Ende der Tour gab es zwei Blended Malts von Mossburn zu kosten, die uns sehr positiv überraschten. Der Blend mit dem Fokus Inseln erinnerte uns an eine Mischung aus Arran und Tobermory! Yummy! Diesen konnten wir am Abend an der Küste von Skye in den mitgebrachten Torabhaig Gläsern genießen.

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Dass dieser Artikel einen Großteil Nörgeleien enthält, schmerzt uns beinahe, da der Ort und die Leute wirklich einen Besuch wert sind. Es ist vermutlich das Los eines viel-reisenden Whisky-Fans, dass einem vor allem verpasste Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten auffallen. Wir hoffen, Ihr stattet der Brennerei bei Eurem nächsten Schottland-Urlaub einen Besucht ab und macht Euch selbst ein Bild, oder mehrere!

Fazit:
Ist Torabhaig also „nur ein schönes Gesicht“? Nein sicher nicht. Alles in Allem haben wir unseren Besuch bei Torabhaig genossen und fühlten uns sehr wohl. Die Brennerei ist, wie viele ihrer Zeitgenossen auf Besucher ausgerichtet, zeigt aber ein paar deutliche Schwächen in Sachen Fotos und Lagerhäusern. Wir hoffen sehr für das junge Projekt, dass die Kinderkrankheiten in der Zukunft auskuriert werden können.
Denn dass Torabhaig ein Besuchsmagnet wird, ist ist unzweifelhaft. Hoffen wir also, dass die junge Brennerei ihr riesiges Potential voll ausschöpft und sich nicht auf der wunderschönen Location ausruht. Wir werden mit Sicherheit in ein paar Jahren wieder kommen und sehen, ob sich etwas getan hat und natürlich gespannt dem fertigen Whisky entgegenfiebern.

+ Traumhafte Location, schöne Gebäude, Cafe, ansprechendes Visitor Center
– Keine Fotos auf der Tour, Fehlende Lagerhäuser und Fass-Displays, die  Tour ist gut aber ausbaufähig

Slainte!

Euer Leon

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Fun Tasting: Edinburgh Whisky Kaffee

Seid Ihr auch machmal solche Shopping-Opfer wie ich? Und kauft hin und wieder jeden Mist auf dem „Whisky“ steht? Nicht? Na dann habt Ihr Euch das hier erspart :D.

Nach unserem Kaufrausch bei Bruichladdich im letzten Schottland-Urlaub, schaffte es auch der „Whisky-Kaffee“ der Edinburgh Tea & Coffee Company Ltd. mit ins Gepäck. Für 4,90 £ kann man mal eine Nase riskieren.

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Samstag Vormittag: Perfekter Zeitpunkt zu testen, ob dies eine gelungene Kombination sein kann… Bereits während ich in der Küche ernsthaft (zum ersten Mal) darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss: Nope. Eigentlich nicht. Ich war nie ein Fan von Irish Coffee und wenn ich Kaffee trinke, möchte ich auch Kaffee schmecken (ja ich trinke meinen Kaffee mit Milch und Zucker, Baristas dieser Welt: Steinigt mich! Jehova! Jehova! Aber ich schweife ab).

Ich schnüffle in die Packung… Riecht tatsächlich wie eine Mischung aus sehr starkem Kaffee und einem Schuss billigem Blended Irish Whiskey. Bereits beim Aufbrühen steigt mir der Geruch von… Bier und… Hefe… und Omas Schnapspralinen in die Nase! Grüße an Mark Uwe Kling! Mir schwant Übles…

IMG_8596Natürlich stellt sich mir nun die Frage: Ist hier wirklich Whisky drin? Oder sind die Whisky-Aromen durch den Kaffee erzeugt worden. Das fände ich tatsächlich beeindruckend. Die Website führt den Whisky-Kaffee unter „Flavoured Coffee“ neben Sorten wie Haselnuss, Amaretto und Schweizer Schokolade. Leider finde ich keine weiteren Angaben zur Herstellung. Der Begriff „Flavoured“ lässt mich aber davon ausgehen, dass hier tatsächlich Kaffee mit Whisky versetzt wurde.

Neugierig wie ich bin, gibt es die Leon-Version mit Milch und etwas Zucker und eine „Straight-Version“, schwarz wie die Nacht.

Nose (schwarz): Riecht nach sehr malzigem Kaffee, fast schon nach Muckefuck. Nein liebe Spät-Millennials, das ist kein Kraftausdruck, sondern Malzkaffee oder Kaffeeersatz. Den werdet Ihr hoffentlich nie trinken müssen.

Taste (schwarz): Gar nicht mal so übel! Nussig, bitter, aber nicht unangenehm! Nur im Abgang melden sich die Schnapspralinen dezent zu Wort… Ok ich hatte ehrlich gesagt Schlimmeres erwartet!

Nose (mit Milch und Zucker): Sahne Bon Bons, kennt ihr die Sahne Muh Muhs?

Taste: Erst Rum-Schokolade… dann WHAT?! Käse?!?!? Was zum… Gehirn rebooten bitte. Nach dem zweiten und dritten Schluck gewöhn ich mich langsam dran und kann ihn tatsächlich trinken. Schmeckt wie Kaffe mit Karamell-Sirup und was ist das?… Marzipan?… Ja Marzipan! Ich mag leider kein Marzipan. Brauch ich nicht unbedingt in meinem Kaffee!

Fazit: Der erste Kaffee, der mir „pur“ besser schmeckt, da die „Whisky-Aromen“ weniger prägnant sind. Ein witziger Gag-Kaffee, der sogar trinkbar ist, wenn man sich durch den (für mich) schockierenden Erst-Eindruck getrunken hat. Für mich ist das nicht das Wahre, da bleibe ich bei Whisky und Kaffee, gern nebeneinander, aber nicht in einer Tasse! Wenn Ihr Kaffee mit süßen Aromen in Richtung Karamell und Marzipan mögt, könnte dies ein Kaffee für Euch sein.

„On the road“ – Besuch im Visitor Center von Ardnahoe

Endlich sind wir mal wieder unterwegs! Die Straße und das Meer haben uns wieder. Hier ein kleiner Eindruck vom zeitweiligem Visitor Center der neuen Ardnahoe Distillery auf Islay. Geplanter Produktionsstart ist, wenn alles nach Plan läuft, diesen September! Wir sind gespannt! Die Brennerei gehört dem unabhängigen Abfüller Hunter Laing und so hat der Shop jetzt schon reichlich Whisky anderer Brennereien im Angebot.

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Whisky Review 02: Texel Single Malt

Heute verkosten wir den „Texel Se Whisky – Single Smoked Malt“.
Der Single Malt stammt von der Distilleerderij de Lepelaar, auf der Insel Texel in den Niederlanden.

Facts:
Texel Se Whisky – Single Smoked Malt, 42 % vol., Oloroso Sherry Cask, Medium Toasted Cask, Dist.: 13.10.14 – Bottled: 17.04.18, „Distiller“ war Joscha und es hat an dem Tag geregnet :D… Wie süß.

Captains Dram today… Aberlour 21 yo, Architecture of Taste

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Heute schau ich mir den Aberlour 21 yo, Architecture of Taste, abgefüllt von Whic.de an.

Ein kurzer Blick aufs Glas: Farbe helles Gold, der Whisky hängt schön lange an der Glaswand bis sich die Tropfen träge der Schwerkraft ergeben.

IMG_7533Ohne Wasser:

In der Nase Zitrus Potpourris, riecht nach Gold, kanns nicht anders beschreiben ;). Ich krame im Hirn nach Ideen, auch wenn ich gern einfach weiterriechen würde und trinken! Ich beherrsche mich. Hm, kandierte gelbe Früchte? In jedem Fall sehr süß.

Jetzt darf ich aber ran: Am Gaumen ein würziger aber nicht scharfer Antritt Tendenz Organgenschalen und Eiche. Ich tippe auf 55 – 54 % vol. und luscher aufs Etikett… Scheiß die Wand an! 59,8 % vol. Der Aberlour darf mit 21 sogar in den USA in die Kneipen… Man merkt ihm sein Alter an, wenn er mal Schärfe hatte, ist diese gut „weggereift“ worden :). Süffig. Ein klassisches Bourbon-Fass, die ich immer mehr zu schätzen lerne, nachdem ich aktuell etwas von der hundertsten Sherry-Bombe gelangweilt bin (aber ja, immer noch geil ;).

Das Finish fällt für meine Verhältnisse nicht bombastisch spektakulär aus, was ich aber von Bourbon-Fässern gewohnt bin. Die haben ihre Stärken eher in der Nase und am Gaumen. Wichtig ist mir hier vor allem, dass kein zu bitterer Nachgeschmack bleibt… Nope. Alles gut! Das Fass war also weder ausgenudelt noch strange. Alles im grünen bzw. gelben Bereich!

IMG_7537Mit zwei Tropfen Wasser, tritt in der Nase das Fass in den Vordergrund, die Süße wird jetzt deutlich karamelliger, zarte Mandelaromen kommen dazu. Der Antritt wird cremiger, das Fass jetzt auch am Gaumen deutlicher mit mehr Eiche.

Ich lasse den Aberlour 10 Minuten stehen. Mit der Zeit kommen noch paar Brause-Stäbchen dazu und wieder die helle Eiche…. Yummy.
Als Referenz-Whisky schenke ich mir einen 6jährigen unabhängig abgefüllten Glenburgie aus dem Bourbon-Fass ein mit ca. 60 % vol.. Der brennt mir alles weg und hat gefühlt genau zwei Aromen zu bieten… kostet halt aber auch nur ein Drittel. Da bleib ich doch beim Aberlour :D. Zu dumm, dass Qualität eben einfach ihren Preis hat!

Fazit: Ein schöner straighter ausgereifter Bourbon-Cask. Wer Aberlour mag und sich mal die Sherry-Aromen sparen möchte, darf zugreifen.