Es hat wieder im Hafen gerummelt!

Am Donnerstag den 11. Oktober durften wir mal wieder den Hafenrummel in Bremen entern! Schwerpunkt des Whisky Tastings war diesmal das Thema „Highland Whisky“ und so gab es vier schmackhafte Ausflüge in die unterschiedlichen Regionen des schottischen Hochlands.

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Wir starteten unsere Reise im hohen Norden mit dem oft unterschätzten Clynelish 14 Jahre, einem voluminösen und dennoch extrem süffigen Single Malt Whisky mit tollen Apfel- und Bienenwachs-Aromen!

Um diesen starken Start noch zu toppen, landeten wir anschließend am südlichen Ende Schottlands bei der Glengoyne Distillery und legten mit dem 21jährigen Vertreter tüchtig nach. Ein sagenhafter Malt Whisky aus den besten Oloroso Sherry Fässern!

Dann rissen wir das Ruder herum und wechselten den Kurs gänzlich Richtung Nord-Osten ins Grenzgebiet der Speyside. Wer hier einen milden, eindimensionalen Whisky erwartete, dem wurde vom Glenglassaugh Revival ordentlich der Scheitel gezogen. Trotz der Jugend der Standardabfüllungen der erst 2008 wiedereröffneten Brennerei, zeigt der Revival, dass man mit den richtigen Fässern ein Feuerwerk zünden kann! Bourbon, Sherry und Rotweinfässer vereinen sich zu einem der ungewöhnlichsten Küsten-Whiskys Schottlands.

Last but noch least konnte Schottlands „kleines Juwel“ noch einmal glänzen und mit einer Single Cask Abfüllung von Edradour aus dem Sherry Fass das I-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend setzen! Fassstärke versteht sich!
Wir hoffen, Ihr hattet genau so viel Spaß wie wir!

Slainte!

Eure Malt Mariners

Distillery Review 26: Dalmore – Ein Luxusproblem

Heute möchte ich auf meinen Brennerei Besuch bei Dalmore zurückblicken und ein paar Eindrücke mit Euch teilen. Und wie so oft stehe ich vor einem Dilemma. Nach rund 70 Brennerei-Besuchen verblassen die Einzelheiten über den Produktionsprozess und es bleiben eher die einzigartigen Eigenschaften und Gimmicks einer Brennerei übrig. Verzeiht mir also, wenn ich in diesem Artikel nicht stark auf den Produktionsprozess eingehe.

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Meinen Beziehungsstatus mit Dalmore setze ich mal auf „es ist kompliziert“. Die 15 und 18jährigen Abfüllungen, die ich bis zum Zeitpunkt meines Besuchs 2016 probiert hatte, hatten mich bodenlos enttäuscht. Zu dünn, zu wenig komplex für das Alter und zu wenig Wumms für den Geschmack eines „Highlands- and Islands“ Whiskyfreunds wie mich. Und dabei wünsche ich mir noch heute Dalmore in mein Beuteschema, arbeitet die Brennerei doch schließlich mit vielen spannenden Sherry-Fässern und hat eigentlich einen Highland-typischen schweren Grundcharakter mit Tabak und Gewürznoten. Vielleicht war ich gerade deswegen von Dalmore immer etwas enttäuscht, da ich mit dem Potential der Brennerei vor Augen immer mehr von ihr erwarte, als sie bislang aufs Parkett bringt. Diese Haltung, gepaart mit dem Wissen um die regelmäßigen Luxusabfüllungen wie etwa Dalmore Trinitas, ließen mich als Skeptiker in die Brennerei marschieren.

Dalmore liegt für „Highland-Verhältnisse“ relativ günstig. Die Brennerei ist in 30 Minuten über die A9 von Inverness zu erreichen (gleich neben Morrisons) auch mit Bus und Bahn. Mein erster Besuch endete allerdings schnell, da man mir im Visitor Center eine Absage für den gesamten Tag erteilte, alle Touren wären gebucht, ich solle an einem anderen Tag wiederkommen. Dies bescherte mir später eine spontanen Besuch bei Balblair, über den ich noch heute glücklich bin. Aber das ist eine andere Story!
Springen wir also zum Besuchstag. Die Brennerei selbst liegt im Grunde direkt am Meer, man blickt auf den Cromarty Firth und seine Ölbohrinseln.

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Das Visitor Center ist klein und spartanisch eingerichtet. Viel Stein. Alles wirkt irgendwie kühl und abweisend. Kein Whisky-Merch zum mitnehmen, nur ein paar Dalmore-Abfüllungen im Glas-Display. Für einen Kurzbesuch ohne Tour eignet sich das Visitor Center daher nicht. Wir buchen die Standard Tour für satte 8 £. Wir sind leider die Einzigen auf der Tour, einerseits toll, da wir so eine persönliche Betreuung erhalten, andererseits sehe ich die Guides lieber im Einsatz mit einer Gruppe. Gut ein Luxusproblem. Die Guidess erkennt schnell, dass wir uns bereits gut auskennen und geht daher eher auf die Besonderheiten ein. So etwas weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe auch Touren gemacht, bei denen der Guide trotz Solo-Tour den üblichen Monolog runtergerattert hat und nicht auf Fragen einging. In meiner Zeit als Tour Guide bei Glendronach habe ich mich immer über Interessierte kleine Gruppen gefreut und es dann einfach persönlicher gemacht. Aber jeder Guide geht damit anders um. Leider sind Fotos bei Dalmore absolutes Tabu, wir müssen sogar unsere Handys und Kameras im Auto lassen. Ein Minuspunkt gleich zu Beginn.

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Glücklicherweise ging es nun stetig bergauf. Die schönen Holz-Washbacks halten den Wash für ca. 50 Stunden zur Vergärung, bevor er ins Still-Haus wandert. Hier staunen wir nicht schlecht. Das Still-Haus ist wirklich sehenswert. Die äußerst ungewöhnlichen Brennblasen von Dalmore lassen das Nerd-Herz höher schlagen. Wie bei der Geschwister-Brennerei Fettercairn lässt Dalmore Wasser an den Brennblasen herablaufen, angeblich soll somit der Kupferkontakt zwischen Alkoholdämpfen und Still-Wand erhöht werden. Auch die gestutzten Tops der Brennblasen erregen Interesse. Wir sind allein und dürfen ausführlich mit dem Stillman schwatzen. Die Führerin lässt uns Zeit, drängelt nicht, wir haben aber sowas immer im Blick und wollen die Leute nicht ewig von der Arbeit abhalten. Wir sind schließlich zu Gast. Pluspunkt aber an dieser Stelle. Weiter geht es in einen eigens kreierten Display Raum in dem Whisky unterschiedlichen Alters ausgestellt sind und Geruchsproben der Foreshots, Middlecuts und Feints (die drei Teile der Destillation, nur das Herzstück wird in die Fässer gefüllt, der Rest neu destilliert). Ein tolles Gimmick für Whisky-Enthusiasten! Auch das Lagerhaus lässt kaum Wünsche offen, wir sehen die unterschiedlichsten Sherry-Fass Typen, mit vielen verschiedenen Ursprüngen. Hier wären wir am liebsten geblieben. Wieder einmal muss ich daran denken, dass die meisten dieser Schätze es entweder gar nicht zum normalen Genießer schaffen werden, oder nur unter gemischt und auf 40 oder 43 % vol. herunter gewässert. Schade, denn allein der Angles Share lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Was für ein Geruch!

Mit diesem Hochgefühl im Bauch, beenden wir die Tour in einem separaten Verkostungsraum mit einem Glas Dalmore 12 und einem schönen Video. Der Dalmore 12, den ich hier tatsächlich zum ersten Mal probiere, schmeckt mir besser als die älteren Vertreter. Das Ambiente wird hier seinen Beitrag leisten. Wir sind rundum glücklich und froh, doch noch den Weg zu Dalmore gemacht zu haben.

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Fazit: Dalmore ist einen Besuch wert, besonders für Fans der Marke. Es gibt viel zu sehen, riechen und anfassen, was die Tour zu einem Erlebnis macht. Für mich bleibt die Firmen-Politik ein schwieriges Thema, aber am Ende nennen wir das Kind beim Namen und bei dem was es ist: Ein Luxusproblem.

 

 

Wir sehen uns on the road…

Euer Leon

 

Captains Dram today… Edradour SFTC 2002 Vintage – Marsala Cask Finish 14 yo

So. Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Bei all der Arbeit bleibt ja kaum noch Zeit zum Whisky trinken! Ekelhaft! Darum gönn ich mir heut mal und schenke mir einen Straight From The Cask Marsala Finish von Edradour ein. Einer Brennerei die gefühlt alles zu Gold macht, was sie anfasst. Mir sind kaum Fehltritte von Edradour vor die Flinte gekommen und das bei einem wirklich experimentierfreudigen Portfolio. Das allein ist schon Grund zur Freude für den findigen Malt-Head, die ausführlichen Infos auf der Flasche runden die Sache ab! Aber ey, Whisky ist zum Trinken da! Also was kann das Teil?

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Eine Nase zum satt riechen. Erst dunkle Klebstoffnoten, die an einen im Sherry oder Portfass gereiften Japaner erinnern. Dann mit etwas Zeit treten die süßen Aromen in den Vordergrund der Klebstoff verschwindet und wird abgelöst von einer verführerischen klebrigen Süße, wie ich mir den Geruch von Bonbon-Fabriken und alten amerikanischen Candy-Shops vorstelle. Ich muss dringend einmal einen Marsala trinken, denn ich vermute hier einen starken Einfluss des Likörweins. Das Label verrät uns, dass das gute Stück ganze 5 Jahre im Marsala Fass „gefinished“ wurde. Edradour strapaziert den Begriff „Finish“ mal wieder im positiven Sinne. Ein Bild IMG_5465sonnengetrockneter Aprikosen und Mirabellen drängt sich mir auf, in diesem Potpourri aus zuckersüßen Früchten kann man vieles entdecken. Ich bin unentschlossen, ob ich weiter riechen möchte, oder probieren.

Der Gaumen gewinnt… Wie so oft :).

Taste: Starker Antritt dank der 55,8 % Vol. und dem immer würzigen Brennereicharakter. Eiche tritt kräftig an, macht dann aber Platz für die bunte Mischung aus Süßigkeiten und Trockenfrüchten, die ich bereits in der Nase hatte.

Ich riskiere ein paar Tropfen Wasser entgegen meinem Willen. Einer der (sehr wenigen) Nachteile meiner selbstgewählten Berufung ist, dass ich Whiskys gern ausführlich kennenlerne. Was für mich bedeutet auch zu prüfen wie sie auf Wasser reagieren. Oft möchte ich bei guten Fassstärken gar kein Wasser zugeben, wie bei diesem. Aber die Neugierde siegt.

In der Nase ändert sich nicht all zu viel, wenn überhaupt wurde er etwas holziger durch das Wasser.
Am Gaumen, habe ich das Gefühl, den Malt nun mehr in Richtung Gewürze und Eiche gedrückt zu haben, die Früchte treten etwas in den Hintergrund, wie ich das oft bei der Zugabe von Wasser erfahre. Geht Euch das auch so?

Das Finish ist mittellang und ein schöner Nachhall der benannten Aromen, keine starke Bitterkeit, nur eine leichte Eichenwürze.

Beide Varianten sind eine Erfahrung. Den Candy-Shock bekommt man allerdings eher ohne Wasser bei diesem Edradour.

Für mich eine rundum gelungene Fassstärke mit balanciertem Finish. Das Marsala-Fass hinterlässt deutliche Spuren, ohne dem Malt den eigenen Charakter zu nehmen. Yummy! Da ich kein Fan von Zucker-Whisky bin, freue ich mich um so mehr darüber, wie gut mir diese kleine Zuckerschnute gefällt. Daumen hoch.

Edradour you nailed it again!

Slainte!

Euer Leon

Heimspiel in Hamburg

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Wieder einmal war Leon mit seiner „Malt-Mission“ in der Hamburger Herzens-Heimat zu Gast. Im Gepäck ein Thema, das die Malt Mariners seit Beginn begeistert und inspiriert: Hidden Gems! Ständig angetrieben durch die Neugierde und die Begeisterung für Whisky, ist Leon seit Jahren auf der Suche nach vergleichsweise unentdeckten und unterschätzen Brennereien und Abfüllungen. So konnten sich viele Gäste beim gestrigen Tasting in Hamburg von der Vielfalt einiger Neuentdeckungen überraschen lassen.

Mission report: Happy maltheads!

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle für die tolle Stimmung. Hamburg, immer wieder gerne!

Slainte!

Euer Leon

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Bremen in den Highlands

Wow! Was für ein herzlicher Auftakt ins neue Jahr in Bremen für die Malt Mariners! Die 13 Gäste verbrachten einen tollen Abend in Hochlandstimmung mit Michael und Leon. Auf dem Programm standen diesmal AnCnoc 12, Dalmore 12, Old Pulteney Navigator und Glenglassaugh Torfa. Anja Rickmeier, Projektleiterin der Whisky-Messe Bottle Market, lud nicht nur in die Räumlichkeiten der Bremer Messe ein, sondern spendierte auch noch eine Bottle Market Abfüllung für eine Verlosung! Der 10jährige Hyde Irish Single Malt Whiskey ging an den glücklichen Gewinner Frederik. Wir wünschen viel Freude mit dem tollen Teil!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Anja und dem Bottle Market, der Bremer Gastfreundschaft und unseren tollen Gästen!

Distillery Review 20: Glengoyne – Walk this way!

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For Nanni

It is one of those wonderful roadtrip days through the scottish highlands. The sun plays peek-a-boo with the passing clouds and presents the beautiful landscapes in the light and shadows that make every photographers heart jump. I’ve got a few days off work in the distillery and a visit from a fellow travel maniac and whisky friend. Naturally we’re on the road! Glengoyne is her favorite distillery so we have a room booked in Milngavie. Since she walked the west highland way before that officially begins in that little town, we decide to walk the way back from the distillery. The bus takes about 25 minutes to the distillery and… why do I even mention it… we´re late. But thank to the mad scottish bus drivers we make it in time. Although I’ve never been here the place looks familiar. And yes, in a not so distant future from this time on I will recognize the distillery as the outside film set of „The Angles Share“ one of my favorite whisky films of all time (in fact as far as I know there are only two: Whisky Galore! and The Angles Share, both worth a closer look). While we’re on the subject: The fictional distillery in the film, more or less the Deanston Distillery is a combination of Glengoyne Distillery (outside shots) and Deanston Distillery (scenes in the distillery e.g. the still house). Balblair Distillery comes into play later, when they try to steal the „Maltmill“, which actually existed as a part of Lagavulin Distillery a long time ago… But I’m getting carried away! Glengoyne, we’re actually entering Glengonye Distillery not without a nice fotoshoot infront of the buildings… Its a sunny day and the light is as fantastic as our mood.

From the variety of tours we pick the „gold medal parade“ for 25 £ including a tasting of the 12 yo, 18 yo, 21 yo and the cask strength. The standard tour is 9 £ so in the upper regions of tour prices. Glengoyne is a busy place. Being close to Glasgow and on the west highland way makes the distillery an ideal tourist attraction. Being a tour guide myself I am impressed with the scottish relaxedness of the guides and shop staff.

A curious fact about Glengoyne for me is its location and therefore the difficulty of sorting it into the classical scottish whisky reasons. Since its resting precisely on the lowland-highland line, with its warehouses being on the lowland side, the distillery and still house on the highland side, it seems like perfect hybrid whisky. The division in regions today is a tricky subject. There has been many arguments about the regions and the individual style of the distillery seems to be a more accurate characteristic to me then the region characteristics. As for the Lowlands most experts would agree that whiskies like Auchentoshan and Glenkinchie (with Bladnoch being mothballed for many years the only really accessible lowland malts) are light boddied and often described as „easy accessible“(1). Me and Mike (my scottish malt mate) always felt about lowland whiskies as easy to drink (smooth but not spectacular on the nose and the finish) and often a bit bland. So yeah guilty as charged, we’re both highlands and islands fans. The highlands instead are a huge region including the northern part of Scotland, the east, the west and many count islands like Arran, Mull and Orkney in this region as well. Which makes it almost impossible to give them a general characterization. But I always felt that these whiskies are more full-bodied, more complex and more punchy which usually floated my boat much more. But ey, in the end it all comes down to personal taste right? So lets get back to Glengoyne. Having its location in mind I consider this a very interesting malt. The labels read „highland malt“ and to me it presents itself like a bit of both, smooth and passive like a lowland malt, but hiding some highlandish characteristics in the back. Glengoyne prouds itself with being unpeated so much they put it on their box covers. With my travel companion being extremely sensitive to smoky flavors in the negative dimension, I’m not surprised that she loves the Glengoyne house style. The second characteristic that Glengoyne waves the flags for is that is is „unhurried“ referring to the long middle cut (about three hours) which is in fact quite a long time. They claim to have the slowest stills in Scotland and this method give them a „smooth and hugely complex“ spirit. Probably something every malt whisky distiller would say about their product, but I have to admit that most Glengoynes I’ve tried were quite smooth indeed. Glengoyne works with a classic combination of bourbon and sherry casks with an increasing content of sherry and first fill sherry casks while we go up the age and price latter. My favorite being the 21 yo so far. Having a closer look at the 15 yo version recently, I come to the impression that Glengoyne might be a whisky that can easily be overlooked. Some of the rougher malt fans like me might try this and think „nah to bland, to soft“, but giving it time and a few drops of water did A LOT to this malt. You’ll find a lot of delicate dried fruits and tobacco notes in this one. As you know some whiskies react more and some less to water and some air. But in this case I was surprised what the malt had to offer once we found the key. So Glengoyne showed us once again what you can say about almost every scottish malt whisky: It´s made with patience, so enjoy it in patience!

The tour and the visit itself where nicely done by and old Scot, picture policy being quite rigid unfortunately. As least the stillhouse is open yo we could take some pics of the stills from the outside. I loved the display of different stages of maturation in bottles, pointing out where the different expressions of Glengoyne would be situated. Although I missed a warehouse experience very much! The tasting was very pleasant and I loved the fact that the distillery told us exactly the contents and percentages of their bottles (how could I miss writing this down!).

Back in the visitor center we both couldn’t get around buying a distillery only bottling. She went for the handfilled, me for the „Teapot Dram“ a marriage of some sherry casks at cask strength. Lovely stuff. So all in all I very much enjoyed my stay at Glengoyne. Its a lovely place with a very well done visitor center and dedicated staff. You can feel its a professional touristy place but still it does not feel too spoiled for me. Lets hope things don’t change for the worst in the future. As for the whisky it is pleasant but definitely not a „in your face“ whisky. Fans of Talisker and Glendronach will have to put some work in one of their bottlings before they will find something. But if you do, you might be positively surprised. Well, it’s a fascinating world isn’t it? If you ever pass Glengoyne I would definitely recommend a visit. We end our malt mission with a lovely journey back to Milngavie not without the traditional getting-lost-for-a-while. With a slowly paced walker like me we take about 3 hours to get back to our bnb, but I have to admit this way has something. Maybe one day in the far future I’ll walk it all by myself. Oh no pun intended but the original name of Glengoyne when it was founded it 1833 was „burnfoot“(2). I will leave you here malt mates while you give this a thought or two.

Résumé: Glengoyne is a beautiful distillery on the west highland way just about ok in terms of tourist-overkill. It’s style lives from the idea and image of patience and relaxedness, so we hope things will stay like this. If you have the patience you might discover your love for this malt. And if you won’t… there`s plenty of alternatives 😉

Slainte!

Leon

Facts (august 2016):
Owned by: Ian Macleod Distillers
Founded: 1833
Capacity: 1.100.000 Liter pro Jahr
Stills: 1 Washstill, 2 Spiritstills
Adress: Dumgoyne by Killearn, Glasgow G63 9 LB (3)
To reach: by bus, by train, by foot (if you are a hiker 😉
Link: http://www.glengoyne.com/
 (1) JACKSON, MICHAEL (2010); MALT WHISKY; LONDON, NEW YORK, MELBOURNE, MÜNCHEN, DELHI: DORLING KINDERSLEY, Seite 97 ff.
(2) Wishart, David (2012); whisky classified, choosing single malts by flavour; London: Pavilion, Seite 148 f.
(3) Ronde, Ingvar (2014); Malt Whisky Yearbook; Shrewsbury: MagDig Media Limited 2014, Seite 11920

Distillery Review 18: Ben Nevis – im Schatten des Berges

Mit Ben Nevis ist es eine seltsame Geschichte. Lange Zeit habe ich die Brennerei völlig übersehen und im Grunde nicht als ernstzunehmenden Single Malt auf dem Schirm gehabt. Nun finde ich dank einiger freier Tage wieder einmal meinen Weg in den Westen der mich wie so oft durch Fort William führt. So kann ich diesmal endlich die Gelegenheit für einen Besuch bei Ben Nevis nutzen, um mir einen Eindruck aus nächster Nähe zu verschaffen. Was weiß ich von der Brennerei auf Grund meiner Buchrecherchen*? Seit 1989 gehört die Brennerei dem japanischen Unternehmen Nikka, gegründet vom Vater des japanischen Whiskys Masataka Taketsuru, heute bekannt durch eigene japanische Abfüllungen. Ein großer Teil (rund 50%) des Rohbrands der Brennerei wandern nach Japan, um dort in den Blend „Nikka Black“ Verwendung zu finden.

Die Brennerei präsentiert sich wie ein Relikt vergangener Tage, die schmutzigen Industriegebäude wirken lieblos und wenig umsorgt. Es drängt sich mir das Bild einer alten Ostblock Tankstelle auf, fast erwarte ich einen Trabbi auf dem Parkplatz. Schade, liegt sie doch direkt am Fusse des gleichnamigen Berges Ben Nevis in einer spektakulären Highland Landschaft. Seitdem das Visitor Center 1991 eröffnet wurde, scheint sich nicht mehr viel getan zu haben. Die Tour Auswahl ist übersichtlich. Eine 5 Pfund Tour bei der man einen Blended Scotch probiert und eine Tasting Tour die den selben (jungen) Blended Scotch, einen 12 Jahre alten „Deluxe Blend“, den 10 Jahre alten hauseigenen Single Malt und einen ungewöhnlichen Blended/ Vatted Malt namens Glen Coe beinhaltet. Ich bin wegen dem Single Malt hier.  Die Tasting Tour klingt nicht wirklich vielversprechend und erweckt irgendwie den Eindruck von Touristenfalle. Aber ein echter Malt Mariner lässt sich nicht so leicht entmutigen und schließlich sind wir ja nicht zum Spaß hier (haha!) ;). Ohne den Single Malt im Glas (bzw. in der Sampleflasche) werde ich jedenfalls nicht von dannen ziehen! Die Tour beginnt mit einem Video im 90er Style passend zur Fassade der Gebäude. Hier wird ausführlich in Theater Manier das Entstehen der Highlands erläutert (aus der Sicht des Klischee Highlanders Hector McDram), eine Mischung aus Fremdschämen und Amüsement. Wer sich traut, kann das Video auf der Website anschauen ;). Irgendwie alles niedlich und verschroben, typisch Schottland. Ich amüsiere mich prächtig.

Mein Tour Guide Tom, arbeitet ebenfalls als Mash Man in der Brennerei und kann mir einige interessante Dinge von Seiten der Produktion erzählen. Nun muss ich an dieser Stelle einen kleinen Exkurs machen. Die schottische Whisky Industrie ist ein äußerst herzlicher Haufen und irgendwie wie eine große Familie. Das bedeutet im Grunde, dass man als Brennereimitarbeiter (was zum Entstehungszeitpunkt dieses Artikels noch auf mich zutrifft) meist in allen anderen Brennereien, wenn man sich als solcher zu erkennen gibt, gewisse Vorzüge genießt. Das ist natürlich herrlich für mich, macht es aber schwer einen objektiven Blick auf die Touren zu werfen. Da es nur ich und Tom auf der Tour sind, erläutert er mir geduldig alle Liter und Temperaturangaben. Die Tour selbst führt durch das Mashhouse, das Tun Room (Washbacks und Fermentation) und das Still House. Ein Lagerhausbesuch ist leider nicht drin. Fotos sind auf der Tour soweit ich das beurteilen kann durchgehend erlaubt. Als Entschädigung für die verschlossenen Lagerhäuser, sieht man aber eine Menge Fässer außerhalb der Lager herumstehen und liegen. Besonders spannend sind für mich die weißen Weinfässer… Tom lässt mich schnuppern… Das Aroma das mir entgegenschlägt ist betörend!

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Zurück im Besucherzentrum, das neben der Bar auch ein geräumiges Cafe beherbergt, widmen wir uns dem Tasting (ich trinke selten vor Ort, die Tasting Notes wurden nachträglich ergänzt): Der Blended Scotch ist in meinen Augen zu vernachlässigen, der 10 Jahre alte Ben Nevis Single Malt verspricht in der Nase nicht viel, entfaltet auf der Zunge aber ungeahnte Größe. Er dehnt sich im wahrsten Sinne mit einer Vielfalt an Gewürz- und Heidearomen aus, bis er im Abgang mit einem Knall verschwindet und eine leichte Rauchnote hinterlässt. Eine sehr positive Überraschung! Ich bin wirklich angetan.

Das gleiche gilt für den 8 Jahre jungen Vatted (/Blended) Malt. Das Etikett schreit Touristenwhisky, wenig Angaben zum Inhalt, viel Glen Coe Historiengedöns. Lediglich der Alkoholgehalt macht mich stutzig: 58 % Vol. Holla die Waldfee! Der Blend entpuppt sich als eine gelungene Heirat aus den beiden Highland Malts Deanston und Ben Nevis. Die dritte Brennerei bleibt ein Geheimnis, müsste aber Oban oder Loch Lomond sein, wenn Toms Aussage über das „Highland Dreieck“ der drei Brennereien Glauben zu schenken ist. Auf der Zunge sind deutlich die jungen Deanston Sherry Fässer zu spüren, was mich sehr anspricht. Die 58 Volumenprozente veranstalten einen Moshpit auf der Zunge. Nichts für zartbesaitete Gemüter. Für 29,50 Pfund hat der Blend einiges zu bieten und fällt damit für mich in die Kategorie „kleiner Geheimtip“ für Fassstärke-Freunde. Hoffe es gibt ihn auch in Deutschland zu kaufen. Eine Flasche wird ihren Weg in meine Bar finden.

Als absolutes Ausnahmetalent stellt sich die Sonderabfüllung, ein 12jähriges Single Cask ausschließlich im Port Fass gereift heraus. Der stolze Preis von 160 £ dämpft die Euphorie etwas die dieser Malt in meinem Mund hervorruft. Wer jemals die Chance zu einer Verkostung bekommt, sollte zugreifen! Selten habe ich etwas so Gutes und Ungewöhnliches im Glas gehabt.

Ich und Tom wechseln noch einige entspannte Worte und ich verabschiede mich für einen Kaffee bevor ich Ben Nevis verlasse. Ich gewinne den Eindruck, dass diese Brennerei ein viel größeres Potential hat, als es derzeit genutzt wird. Der 10jährige Single Malt hat viel zu bieten und auch der Vatt kann durchaus mehr als das naive Label verspricht. Warum augenscheinlich ein so großer Teil der Brennerei in billigem Blend verramscht wird, bleibt mir ein Rätsel und lässt mein Malt Mariners Herz bluten. Wie gern würde ich etwa eine 15jährige Standardabfüllung sehen oder ein Finish in den tollen Weinfässern. Lässt man sich hier von der touristischen Lage in Versuchung führen? Würde die Brennerei mit der Zeit gehen, würde sie problemlos in der Topliga mitspielen. Ich werde jedenfalls weiterhin ein Auge auf den Verein werfen und mich nach unabhängigen Abfüllungen umsehen. Der Stil der Brennerei gefällt mir als Highland- und Insel Fan jedenfalls hervorragend und lässt auf eine blühende Zukunft hoffen.

Fazit:
Ben Nevis wirkt wie eine Brennerei im Dornröschenschlaf. Der große Whisky Boom, der so viele Brennereien aufpoliert hat, scheint an ihr vorbeigegangen zu sein. Ob das traurig oder sympathisch wirkt, muss jeder selbst entscheiden. Der wenig verfügbare Single Malt lässt jedenfalls seine Brillanz aufblitzen und mich in Zukunft auf weitere Single Malts aus dem Hause Ben Nevis hoffen. Nikka: Sieh zu, sieh zu!

Slainte!

Euer Leon

Fakten (August 2016):
Eigentümer: Ben Nevis Distillery Ltd (Nikka, Asahi Breweries)
Gegründet: 1825
Kapazität: 2.000.000 Liter
Stills: 2 Wash Stills, 2 Spirit Stills
Adresse: Lochy Bridge, Fort William PH33 6TJ
Region: Highlands
Aussprache: Ben Nevis
Erreichbar: Mit dem Auto, Bus, Zug
Link: http://www.bennevisdistillery.com/

*Ronde, Ingvar (2015): Malt Whisky Year Book 2016; Shropshire: MagDig Media Limited, Seite 72 f.

Distillery Review 17: Tobermory and Mull

My trip to Tobermory showed me once again how few I have learned in over 40 distillery visits and 250 days on scottish soil about this country. Or how much I refused to learn ^^. The Tobermory Distillery lies in the small and colorful town of Tobermory on the Isle of Mull. The closest affordable bnb I could find was in Ford (45 minutes from Oban) on the mainland. I had a tasting tour booked at 12 (I was wise enough to arrange that upfront) but got lost in a lovely chat at breakfast with a new friend from the US. Now and then the scottish relaxedness kicks in and I tend to enjoy my life a little too much. We had a private little whisky tasting the previous night and had connected very well (hope your book will be a huge success Felicity!). Long story short, I left too late to the ferry that I (very unwisely) hadn’t prebooked. So like always… I was late! My experiences with scottish ferries until this point where the casual „hop on and hop off“, so I was (a little too) relaxed about my travel. I got the very last last-second-ticket (like literally the ferry closed doors behind me and took off) and place with my car and luckily even the last place on a ferry back the same day. Which seemed to be a little miracle, since half of England and Scotland seemed to have chosen the same day for a visit despite the weather (the fog took on a brave battle with the heavy rain). Since I had called the distillery and was told to be there by 2 (or 3) I took the long route around the island since I had never been to Mull and wanted to see as much of the isle as possible. And it was worth it! The route on the west coast was breathtakingly beautiful (at least the part I could see through the fog and rain). After quite a drive that turned me once again in one of those mouthbreathing touristy drivers I arrived just about at 2 pm at Tobermory and was confronted with the run on the distillery. Lucky me just got the last place on one of the three o´clock tours. Pheew!

Tobermory is one of the few (nine in total) distilleries in Scotland that were founded before 1800 in 1798 to be precise. Although I personally never really very closely look at founders years but more on the recent history of a distillery (for example since when has there been a constant production of malt whisky) I have to give it some credit for that! But like many it was closed for quite some time with the biggest gaps from 1837 till 1878 and from 1930 till 1972. It was closed and opened again and again until Burn Stewart took over in 1993 and as far as I can recall the distillery has been in production ever since.

The visitor center was tiny. A very small shop with two doors and two even tinier rooms for a tasting and a dvd presentation. More then 10 people get that distillery in trouble. And they did. The fact that the visitor center does not have a toilet didn’t help. So off we went on the tour that to my disappointment did not allow any photography inside the distillery. I´m quite used to all that health and safety crap in most speyside distilleries by now and the surrounding highlands but I didn’t expect an island distillery to be like that. The islands are usually more relaxed and since Tobermory is owned by Burn Stewart (with Deanston and Bunnahabain) a company that I quite like and adore, I was surprised even more. Anyway. For the things we can change god gave us hands, for the things we can’t there’s whisky! So play along with the rules. The tour was the usual whisky production process. Very interesting for me was the still house (like always :D) since the stills are very curious shaped. They are quite high and thin and have an upward facing neck, so they must get quite a light spirit from that. Since Tobermory Distillery is build right in the corner of the town at the harbor they don’t have any space for warehouses. They saved the filling store (where the casks are filled) as well and so they have to drive all their new make down to Deanston Distillery near Stirling to fill the casks only to be driven and shipped over to the warehouses of the other sibling distillery Bunnahabain on the isle of Islay. Since the peated malt comes from the maltings Port Charlotte on Islay as well, Tobermory is not only a typical island whisky… In fact it is a well traveled hybrid islay malt! The tour ends in a small display warehouse where they mature some of their fancy casks. But that is most certainly not a regular one.

The standard bottlings of Tobermory are Tobermory 10, a non-peated very pleasant malt mainly matured in ex-bourbon casks with some maritime freshness, loads of fruity and vanilla flavors and a hint of salt. A fantastic malt-mariners approved every day drink.

The peated version is called Ledaig (meaning „safe haven“), spoken „laydshig“ or „ladshig“ named after the original name of the distillery from 1798. A very nice peated coastal malt with the same load of fruits and freshness and a good load of peatsmoke.

 After my visit to Tobermory Distillery I made my way back to the ferry, still plenty of time on the clock I took another detour. And guess what. It got me in trouble again! Not only did the rain and fog a good job in keeping my foot off the gas pedal the road was again way longer and slower then I calculated. NEVER EVER trust a sat nav in Scotland, specially in the highlands or the islands. Even more specially when you have an important appointment… like a last ferry to catch. A single track road over the country side will most certainly take almost 1,5 the time you thought it would be. Specially when the highlands cows use the same road. It looks very cute on the picture but I felt a proper feeling of respect for these tons of fur and horn trotting past me on a road that had just about enough space for my car. Luckily I arrived just about in time at the ferry with all my windows still in place.

What an exciting day!

Resúme:
Tobermory Distillery seems to live off the tourist factor of the town, a bit like Oban. The distillery is quite limited in its experience since they simply do not have the site and buildings to expand the visitor center or the distillery itself. I feel like its a must see when you visit the island, that is a must see all by itself! Compared to other island distilleries (that set the high standard of tours in Scotland) this one offers an average experience. Still: I love their whiskies and therefore I recommend to visit the place and even more buy and drink their malts to secure the future of this cute piece of whisky heritage!

Slainte!

Your Leon

Facts (July 2016):
Owner: Burn Stewart (Distell)
Founded: 1798
Capacity: 1.000.000 lpa
Stills: 2 Wash Still, 2 Spirit Still
Adress: Tobermory, Isle of Mull, Argyllshire, PA75 6NR
Region: Highlands, Isle of Mull
To reach by: By ferry, by car, by bus
Link: www.burnstewartdistillers.com
Sources: