Captains drams today… Bladnoch Samsara & Adela

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Malt Mates, was war ich neugierig auf die „neuen“ Abfüllungen von Bladnoch! Nachdem ich die Brennerei 2015 besuchte und dies eine richtige kleine Abenteuergeschichte wurde (lest hier die volle Story), habe ich Bladnoch bis heute positiv in Erinnerung. Und natürlich war ich begeistert, als es endlich hieß die neuen Abfüllungen wären nun auf dem Weg! Die Preise von ca. 80 € für den Samsara und 118 € für den Adela sorgten für große Augen, ließen aber auch Großes hoffen. So zogen die Wochen ins Land und hie und da poppten bereits die ersten Reviews auf. Die Meinungen waren gemischt, von sehr positiv bis vernichtend war alles dabei. Also ran an den Speck! Nun kann ich endlich einmal einen Blick auf die „neuen“ Abfüllungen werfen. „Neu“, weil sie aus den alten (sehr kleinen) Lagerbeständen der Brennerei stammen, was wohl u.a. den hohen Einstiegspreis erklärt.

Bladnoch Samsara: 46,7 % Vol.

Ich gehe wie meist ohne vorherige Recherche an die Whiskys ran. In der Nase kommt mir ein „muffiges Bourbonfass“ in den Sinn. Als hätte man einen alten Weinkeller mit ein paar Bourbonfässern befüllt. Dazu mischen sich gebackene Äpfel. Später stelle ich fest, dass diese Assoziationen gar nicht so weit von der Realität wegliegen, denn der Samsara wurde laut Label in ehemaligen Bourbon- und kalifornischen Weinfässern gereift.

Am Gaumen startet der Samsara mit richtig Druck und zündet ein kleines Feuerwerk. Ich habe immer große Probleme so viele Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten, es bleibt ein cremig buttriger Nachgeschmack, der in einer zarten Eiche ausklingt. Eine gewisse Schärfe spielt dabei von Anfang bis Ende mit. Nach dem ersten Schluck, kommt die buttrige Note auch in der Nase zum Vorschein. Ein bisschen Vanilleeis mit Rum oder Kaffeelikör. Für mich ist dies ein würziger Whisky mit anständig Ellenbogen, eher ein Highland Charakter, daher aber auch eher mein Fall als ein Auchentoshan oder Glenkinchie. Das Finish ist mittellang. Wir können bei dieser NAS-Variante aber vermutlich von einer gesunden Mischung von jungen und alten Whiskys ausgehen.

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Bladnoch Adela 15 Jahre: 46,7 % Vol. 

Zu Beginn leider erstmal ein schlechter Start. Der edle Metallknauf hat sich vom Korken getrennt… Ein Balblair-Korken eilt mir zu Hilfe und verschafft Schutz vor weiterer Oxidation. Sitzt und sogar das „B“ obendrauf passt ;). Ich bin ja kein Fan von pompösen Designs, aber die Flaschen haben schon was. Im Zweifelsfall hab ich dann aber doch lieber eine Flasche die leicht aufgeht und keine Zicken macht. Nachtrag: Mittlerweile hat die Adela auch wieder ein Krönchen (Besten Dank an Dietmar Schulz von Alba Import).
Aber nun zum Inhalt: Die Nase ist absolut betörend. Es mischen sich bei mir Assoziationen von Brunnen und Sahnetorte… Auch hier finde ich die cremig-buttrige Note wieder, nur gepaart mit einer dunkleren Sherry-Note. Am Gaumen BUTTER-weich. Weniger scharf als der Samsara, reifer, deutlich mehr Fasseinfluss. Zartbittre Eiche drückt im Finish nach und lässt Ideen  von karamellisierten Nüssen auftauchen. Nun kommt auch in der Nase etwas Haselnuss. Ein Whisky mit dem man sich lange beschäftigen kann keine Frage.

 

Fazit:

Für mich sind beide hervorragende Malts die aromatisch endlich mal wieder eine Nische belegen. Ich kann sehr gut verstehen, dass sie nicht Jedem gut gefallen, denn die muffigen, düstren Töne sind alles andere als typisch, grade wenn man den spritzigen Charakter früherer Abfüllungen erwartet. Es ist ein Whisky der die Fans spaltet, der uns aber wieder einmal die wunderbare Vielfalt des schottischen Malt Whiskys vor Augen führt. Ich bin jedenfalls sehr angetan von den Juwelen aus dem Hause Bladnoch und hoffe sehr, dass wir in den nächsten Jahren auch wieder preiswerte und hochwertige Einsteiger nachgeliefert bekommen, wenn die Lagerhäuser dies wieder hergeben.

Captains Drams today… Eden Mill Hogmanay Spirit 2014 vs. Young Malt – 2016

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Äußerst selten bekommt man die Gelegenheit den direkten Vergleich zwischen dem Rohbrand/New-Make einer Brennerei und dem heranreifenden Young Malt zu ziehen. Heute hab ich die große Freude!

Eden Mill kam mir früh vor die Flinte und zwar als Bier-Empfehlung von Michael meinem schottischen Freund und Malt Mariners Crew-Mitglied der ersten Stunde. Das damalige Motto der Craft-Brewery Eden Mill „prepare to be disappointed“ war für uns ein Grund die Brauerei und künftige Brennerei im Auge zu behalten. Gemeinsam mit Annandale und Kingsbarns konnte ich 2015 das craft-orientierte kleine Unternehmen besuchen und einen Besuchsbericht verfassen. Zu diesem Zeitpunkt produzierte die Brennerei/Brauerei verschiedene hochwertige und leckere Biersorten, darunter ein hervorragendes Barley Wine und Nachreifungen in Wein- und Whiskyfässern. Eden Mill hat eine große Bandbreite an Gin-Variationen, die mich bis dato nur mäßig interessieren. Der Whisky-Bereich ist im Reifungsprozess und machte mich bereits damals auf Grund des „craftigen“ Ansatzes neugierig. Allerdings war und bin ich nach wie vor skeptisch, denn Eden Mill brennt den New-Make (Rohbrand) auf sog. Alambic-Stills, also keinen traditionellen Pot Stills, wie fast alle schottischen Brennereien. Diese kleinen Brennblasen konnten mich bis dato nicht von ihrer Eignung für Whisky-Destillation überzeugen. Die Käse und Gemüse-Aromen die solche Brennblasen oft erzeugen zu scheinen, liegen mir überhaupt nicht. Um so gespannter bin ich auf die „Sneak-Peek“ des zwei Jahre alten Young Malts und dem Vergleich zum Orginal Hogmanay Spirit von 2014…

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Young Malt, here we go:

Nase: Süße Helle Birne gemischt mit etwas käsigem, leichte Gemüse-Noten wie ich sie von anderen Nicht-Pot Still Whiskys kenne (z.B. deutsche und österreichische Whiskys). Mit der Zeit entwickelt sich hier eine krasse Zuckerwatte und Puderzuckernote.

Gaumen: Deutliche Obstler-Fruchtnoten (die guten) und Puderzucker, der Brennereicharakter liegt nach zwei Jahren zwar noch im Vordergrund, hat aber bereits einiges vom frischen Eichen-Fass abbekommen. Aber nicht so spritig und käsig wie in der Nase erwartet. Im Abgang sogar zarte Anklänge von Eiche. Nicht schlecht.

Abgang: Klar sehr kurz, leichte Süße/ Süßstoffnoten bleiben zurück.

IMG_4820.JPGWie ich erst während des Tastings feststelle, habe ich noch den Orginal-Rohbrand des Hogmanay Spirits zuhause und kann somit den Rohbrand gegen den zwei Jahre alten Young Malt abgleichen! Spannenderweise ist der New Make, zwar ebenfalls süß, aber vorwiegend seifig, getreidig und weißt schwache Noten der Gemüsearomen auf. Das meiste der intensiven Süße kam also tatsächlich aus den Virgin Oak Fässern! Das ist beeindruckend.

Fazit: Würde man mir den Young Malt blind einschenken, würde ich ihn vermutlich als jungen süßen recht flachen Whisky abtun. Bedenkt man allerdings woher er kommt (und noch kein Whisky ist), muss ich sagen, dass der Hogmanay Young Malt mich durchaus positiv überrascht. Ich stehe der Destillationsform kritisch gegenüber und muss zugeben, dass die Anklänge der Aromen, die mir sonst Probleme bereiten, sowohl im New-Make als auch im Young Malt, nur teilweise vorhanden sind. Ich bin recht sicher, dass sich diese mit zunehmender Reife im Whisky einbinden werden und wir in ein paar Jahren mit einem brauchbaren Ergebnis rechnen können. Nachdem sich bereits ein Importeur (Kirsch Whisky) für Eden Mill in Deutschland gefunden hat, wird es den fertigen Whisky mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Deutschland geben. Wir dürfen also gespannt sein!

Slainte Freunde!

Bis zum nächsten Dram!

Euer Leon

Distillery Review 20: Glengoyne – Walk this way!

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For Nanni

It is one of those wonderful roadtrip days through the scottish highlands. The sun plays peek-a-boo with the passing clouds and presents the beautiful landscapes in the light and shadows that make every photographers heart jump. I’ve got a few days off work in the distillery and a visit from a fellow travel maniac and whisky friend. Naturally we’re on the road! Glengoyne is her favorite distillery so we have a room booked in Milngavie. Since she walked the west highland way before that officially begins in that little town, we decide to walk the way back from the distillery. The bus takes about 25 minutes to the distillery and… why do I even mention it… we´re late. But thank to the mad scottish bus drivers we make it in time. Although I’ve never been here the place looks familiar. And yes, in a not so distant future from this time on I will recognize the distillery as the outside film set of „The Angles Share“ one of my favorite whisky films of all time (in fact as far as I know there are only two: Whisky Galore! and The Angles Share, both worth a closer look). While we’re on the subject: The fictional distillery in the film, more or less the Deanston Distillery is a combination of Glengoyne Distillery (outside shots) and Deanston Distillery (scenes in the distillery e.g. the still house). Balblair Distillery comes into play later, when they try to steal the „Maltmill“, which actually existed as a part of Lagavulin Distillery a long time ago… But I’m getting carried away! Glengoyne, we’re actually entering Glengonye Distillery not without a nice fotoshoot infront of the buildings… Its a sunny day and the light is as fantastic as our mood.

From the variety of tours we pick the „gold medal parade“ for 25 £ including a tasting of the 12 yo, 18 yo, 21 yo and the cask strength. The standard tour is 9 £ so in the upper regions of tour prices. Glengoyne is a busy place. Being close to Glasgow and on the west highland way makes the distillery an ideal tourist attraction. Being a tour guide myself I am impressed with the scottish relaxedness of the guides and shop staff.

A curious fact about Glengoyne for me is its location and therefore the difficulty of sorting it into the classical scottish whisky reasons. Since its resting precisely on the lowland-highland line, with its warehouses being on the lowland side, the distillery and still house on the highland side, it seems like perfect hybrid whisky. The division in regions today is a tricky subject. There has been many arguments about the regions and the individual style of the distillery seems to be a more accurate characteristic to me then the region characteristics. As for the Lowlands most experts would agree that whiskies like Auchentoshan and Glenkinchie (with Bladnoch being mothballed for many years the only really accessible lowland malts) are light boddied and often described as „easy accessible“(1). Me and Mike (my scottish malt mate) always felt about lowland whiskies as easy to drink (smooth but not spectacular on the nose and the finish) and often a bit bland. So yeah guilty as charged, we’re both highlands and islands fans. The highlands instead are a huge region including the northern part of Scotland, the east, the west and many count islands like Arran, Mull and Orkney in this region as well. Which makes it almost impossible to give them a general characterization. But I always felt that these whiskies are more full-bodied, more complex and more punchy which usually floated my boat much more. But ey, in the end it all comes down to personal taste right? So lets get back to Glengoyne. Having its location in mind I consider this a very interesting malt. The labels read „highland malt“ and to me it presents itself like a bit of both, smooth and passive like a lowland malt, but hiding some highlandish characteristics in the back. Glengoyne prouds itself with being unpeated so much they put it on their box covers. With my travel companion being extremely sensitive to smoky flavors in the negative dimension, I’m not surprised that she loves the Glengoyne house style. The second characteristic that Glengoyne waves the flags for is that is is „unhurried“ referring to the long middle cut (about three hours) which is in fact quite a long time. They claim to have the slowest stills in Scotland and this method give them a „smooth and hugely complex“ spirit. Probably something every malt whisky distiller would say about their product, but I have to admit that most Glengoynes I’ve tried were quite smooth indeed. Glengoyne works with a classic combination of bourbon and sherry casks with an increasing content of sherry and first fill sherry casks while we go up the age and price latter. My favorite being the 21 yo so far. Having a closer look at the 15 yo version recently, I come to the impression that Glengoyne might be a whisky that can easily be overlooked. Some of the rougher malt fans like me might try this and think „nah to bland, to soft“, but giving it time and a few drops of water did A LOT to this malt. You’ll find a lot of delicate dried fruits and tobacco notes in this one. As you know some whiskies react more and some less to water and some air. But in this case I was surprised what the malt had to offer once we found the key. So Glengoyne showed us once again what you can say about almost every scottish malt whisky: It´s made with patience, so enjoy it in patience!

The tour and the visit itself where nicely done by and old Scot, picture policy being quite rigid unfortunately. As least the stillhouse is open yo we could take some pics of the stills from the outside. I loved the display of different stages of maturation in bottles, pointing out where the different expressions of Glengoyne would be situated. Although I missed a warehouse experience very much! The tasting was very pleasant and I loved the fact that the distillery told us exactly the contents and percentages of their bottles (how could I miss writing this down!).

Back in the visitor center we both couldn’t get around buying a distillery only bottling. She went for the handfilled, me for the „Teapot Dram“ a marriage of some sherry casks at cask strength. Lovely stuff. So all in all I very much enjoyed my stay at Glengoyne. Its a lovely place with a very well done visitor center and dedicated staff. You can feel its a professional touristy place but still it does not feel too spoiled for me. Lets hope things don’t change for the worst in the future. As for the whisky it is pleasant but definitely not a „in your face“ whisky. Fans of Talisker and Glendronach will have to put some work in one of their bottlings before they will find something. But if you do, you might be positively surprised. Well, it’s a fascinating world isn’t it? If you ever pass Glengoyne I would definitely recommend a visit. We end our malt mission with a lovely journey back to Milngavie not without the traditional getting-lost-for-a-while. With a slowly paced walker like me we take about 3 hours to get back to our bnb, but I have to admit this way has something. Maybe one day in the far future I’ll walk it all by myself. Oh no pun intended but the original name of Glengoyne when it was founded it 1833 was „burnfoot“(2). I will leave you here malt mates while you give this a thought or two.

Résumé: Glengoyne is a beautiful distillery on the west highland way just about ok in terms of tourist-overkill. It’s style lives from the idea and image of patience and relaxedness, so we hope things will stay like this. If you have the patience you might discover your love for this malt. And if you won’t… there`s plenty of alternatives 😉

Slainte!

Leon

Facts (august 2016):
Owned by: Ian Macleod Distillers
Founded: 1833
Capacity: 1.100.000 Liter pro Jahr
Stills: 1 Washstill, 2 Spiritstills
Adress: Dumgoyne by Killearn, Glasgow G63 9 LB (3)
To reach: by bus, by train, by foot (if you are a hiker 😉
Link: http://www.glengoyne.com/
 (1) JACKSON, MICHAEL (2010); MALT WHISKY; LONDON, NEW YORK, MELBOURNE, MÜNCHEN, DELHI: DORLING KINDERSLEY, Seite 97 ff.
(2) Wishart, David (2012); whisky classified, choosing single malts by flavour; London: Pavilion, Seite 148 f.
(3) Ronde, Ingvar (2014); Malt Whisky Yearbook; Shrewsbury: MagDig Media Limited 2014, Seite 11920