Teeling vs. Redbreast 12

Whiskey

Das irische Lokalderby…

Team Teeling Single Malt Whiskey:
Ausbau: Ex-Bourbon, Finish in Sherry, Port, Madeira, Weißer
Burgunder und Sauvignon Blanc.
Brennerei: (noch) Cooley Distillery
Alter: Keine Altersangabe,
Stärke: 46 % vol.,
Sonstiges: Nicht kühlgefiltert
Preis: ~40 €

Team Readbreast 12, Single Pot Still Irish Whiskey:
Ausbau: Ex-Bourbon, Ex-Sherry
Brennerei: Midleton Distillery
Alter: 12 Jahre
Stärke: 40 % vol.
Sonstiges: Single Pot Still
Preis: ~42 €

Hier der Spielverlauf aus Sicht der beiden „blinden“ Schiris (Leon & Mirah):
Der Teeling eröffnet mit einer runden Stachelbeere, Zitrusfrüchten und einer grasigen Note. Eine gewisse Schärfe ist dem Iren bei rund 25 Grad Außentemperatur anzumerken. Der Redbreast kontert mit einer massiven Portion Vanille und Kokosnuss, später kommt etwas Ahornsirup hinterher… Komplex versus intensiv! Schwierige Entscheidung… Da der Teeling bei mehrmaligem Vergleich in der Nase etwas abschwächelt, der Redbreast aber noch seinen Mann steht, hat dieser die Nase um Zentimeter vorn.
So die Teams haben sich beschnuppert, Zeit in die Vollen zu gehen… Auf der Zunge wird klar: Die beiden Teams haben Schwierigkeiten bei solch subtropischen Temperaturen den Ball flach zu halten! Teeling tritt salzig scharf an, brennt und klingt recht bitter ab, ohne viel seiner sonstigen Raffinesse sehen zu lassen. Da sind wir mehr vom Dubliner Phönix gewöhnt! Auch auf das Team Redbreast verstolpert sich und kann nur das B-Spiel aufs Feld bringen. Ein kurzer Blickwechsel zwischen Schiris und Trainerteam… Auszeit! Die Teams müssen sich neu sortieren. Ein paar Minuten Abkühlung, durchschnaufen und ein Schluck Wasser.

Die zweite Hälfte verläuft deutlich geschmeidiger. Die 10 Minuten Kühlschrank bewirken beim Teeling Wunder. Nun kommen die beeringen Noten aus den Weinfässern auch wieder auf der Zunge an, das Finish wird länger und bietet mehr als nur holzige Bitterkeit! Auch der Redbreast kann nun mehr bezaubern, profitiert jedoch nicht ganz so sehr wie der Teeling.

Fazit:
Im direkten Vergleich kommen beide (je nach Geschmack) bei der Nase gleichauf (Leon bevorzugt die beerigen Noten vom Teeling, Mirah die Vanillebombe ala Redbreast). Am Gaumen verliert der Teeling besonders bei hohen Temperaturen, der Redbreast steht hier etwas robuster. Das irische Derby hätte sich wohl erst im Elfmeterschießen entschieden und wäre haarscharf zu Gunsten des Redbreasts ausgegangen. Zum Glück gibt es beim Whisk(e)y nur Gewinner 🙂. Das wichtigere Ergebnis des Mini-Tastings: Temperaturen über 20 Grad können die Performance beeinträchtigen! Zur Not muss sogar ein Whisk(e)y mal runtergekühlt werden.

Slainte!

Eure Malt Mariners