Scotch Whisky in voller Blüte – Eine Übersicht über Schottlands neue Brennereien

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Da ich neben meinem Hauptberuf als Whisky-Presenter und -Berater noch für den Online-Whisky Shop Whic.de als Autor tätig bin, kommen hier oft spannende Artikel zusammen. Hier möchte ich einen besonders interessanten mit Euch teilen. Auf diesem Blog Eintrag bekommt Ihr eine Übersicht über die neuen schottischen Brennereien und könnt in den Podcast von Whic.de reinhören in dem ich mit Arne Wesche von Whic.de über das Thema spreche. Wer meinen Vortrag auf dem Bottle Market zu dem Thema verpasst hat, kann hier nachlesen!

Natürlich gibts auch eine kleine Diashow zu den neuen Brennereien dazu!

Viel Spaß dabei!

https://whic.de/blog/neue-whisky-brennereien/

Es hat wieder im Hafen gerummelt!

Am Donnerstag den 11. Oktober durften wir mal wieder den Hafenrummel in Bremen entern! Schwerpunkt des Whisky Tastings war diesmal das Thema „Highland Whisky“ und so gab es vier schmackhafte Ausflüge in die unterschiedlichen Regionen des schottischen Hochlands.

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Wir starteten unsere Reise im hohen Norden mit dem oft unterschätzten Clynelish 14 Jahre, einem voluminösen und dennoch extrem süffigen Single Malt Whisky mit tollen Apfel- und Bienenwachs-Aromen!

Um diesen starken Start noch zu toppen, landeten wir anschließend am südlichen Ende Schottlands bei der Glengoyne Distillery und legten mit dem 21jährigen Vertreter tüchtig nach. Ein sagenhafter Malt Whisky aus den besten Oloroso Sherry Fässern!

Dann rissen wir das Ruder herum und wechselten den Kurs gänzlich Richtung Nord-Osten ins Grenzgebiet der Speyside. Wer hier einen milden, eindimensionalen Whisky erwartete, dem wurde vom Glenglassaugh Revival ordentlich der Scheitel gezogen. Trotz der Jugend der Standardabfüllungen der erst 2008 wiedereröffneten Brennerei, zeigt der Revival, dass man mit den richtigen Fässern ein Feuerwerk zünden kann! Bourbon, Sherry und Rotweinfässer vereinen sich zu einem der ungewöhnlichsten Küsten-Whiskys Schottlands.

Last but noch least konnte Schottlands „kleines Juwel“ noch einmal glänzen und mit einer Single Cask Abfüllung von Edradour aus dem Sherry Fass das I-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend setzen! Fassstärke versteht sich!
Wir hoffen, Ihr hattet genau so viel Spaß wie wir!

Slainte!

Eure Malt Mariners

Distillery Review 27: Torabhaig – Just a pretty face?

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Der anhaltende Whisky-Boom ermutigt Schottlands Whisky-Industrie nach wie vor zur Planung und Bau neuer Brennerei-Projekte. Natürlich rüsten auch die schottischen Inseln fleißig auf. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Isle of Skye, die meist besuchte Insel Schottlands, Verstärkung in Sachen Single Malt Whisky bekommt. Seit gut zwei Jahrzehnten ist sich ein Teil der Whisky-Produzenten darüber im Klaren, dass ein Besucherzentrum sich nicht nur als Werbemittel eignet, sondern auch eine lukrative Einnahmequelle sein kann. Die Zahl der Touristen die jährlich nach Schottland reisen und Brennereien besichtigen hat sich seit 2013 bis 2017 mehr als verdoppelt. Gut 1,7 Millionen Gäste besuchten im letzten Jahr die schottischen Destillerien.

Nicht verwunderlich also, dass viele neue Whisky-Brennereien das Besucherzentrum und das Besuchserlebnis fest ins Konzept der Brennerei mit einbinden. Lindores Abbey und Kingsbarns in Fife, Annandale in den Lowlands, die neue Islay-Brennerei Ardnahoe und auch die Harris Distillery haben gut durchdachte Besucherzentren mit eigenen Cafe. Und dies sind nur einige Beispiele. Wie sieht es also mit Torabhaig (ausgesprochen „Toravag“ oder „Toraveig“) aus, dem Neuankömmling auf der Isle of Skye?

Bis 2017 war Talisker die einzige Single Malt Whisky Brennerei auf Skye. Der eigentliche Gründer der Brennerei war Sir Iain Noble. Der ehemalige Bänker engagierte sich sehr für den Erhalt der gälischen Sprache und Kultur. 1976 gründete er den unabhängigen Abfüller Pràban na Linne (Gälische Whiskys), die beispielsweise die Blended Whiskys Mac Na Mara und Té Bheag produzieren. Leider starb Sir Iain Noble 2010 bevor er seinen Traum einer eigenen Whisky-Brennerei verwirklichen konnte. Er hatte jedoch vor seinem Tod die Erlaubnis für den Bau der Brennerei erhalten. Der niederländische Konzern Marussia Beverages hatte zeitgleich geplant eine Brennerei auf der Insel zu bauen und setze daher die Arbeit von Sir Noble fort. Mit den neu gegründeten Mossburn Distillers übernahm das Unternehmen den Bau und die Fertigstellung der Brennerei. Nach vier Jahren Renovierungsarbeiten konnten die alten Farm-Ruinen auf dem Gelände in moderne wunderschöne Brennerei-Gebäude umgewandelt werden.

Bei unserem Besuch im August 2018 hielt die Brennerei zunächst den zugegeben hohen Erwartungen stand. Die Location ist atemberaubend schön und sicherlich nicht zufällig gewählt. Torabhaig ist an der Süd-Ost-Küste der Insel positioniert und somit ideal P1000538.jpggelegen, um Gäste in Empfang zu nehmen, die die Brennerei auf ihrem Weg passieren. Nimmt man die Fähre von Mallaig nach Skye kommt man unweigerlich an Torabhaig vorbei. Auch von der Skye Bridge ist es keine halbe Stunde mit dem Auto. Die wunderschöne Destillerie mit ihren weiß getünchten Außenmauern blickt direkt aufs Meer und erinnert so an die Verwandten auf der Insel Islay.
Die Gebäude sind in einem Viereck angelegt mit einem großen Innenhof, für Farmanlagen keine unübliche Konstellation. Bei der Restauration hat mal ganze Arbeit geleistet, wer sich die Vorher-Nachher-Bilder ansieht, weiß wovon ich rede! Die Brennerei ist mit einem kleinen Cafe ausgestattet, das bei unserem Besuch noch etwas karg wirkte (Nachtrag: hat sich mittlerweile geändert). Hier wird sicherlich noch aufgerüstet, es ist aber zu vermuten, dass hier zu sparsam geplant wurde. Die Besucherströme, die die Brennerei ohne Zweifel erreichen werden, bringen das Cafe vermutlich schnell an seine Belastungsgrenze. Im Sommer wird aber sicherlich ein Bereich im Hof zum draußen sitzen eingerichtet werden, eine traumhafte Location für einen Kaffee und Scones!
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Das Besucherzentrum ist schlicht und elegant eingerichtet. Es bietet bereits jetzt eine Reihe schöne Whisky-Souvenirs und die Blended Malts der Mossburn Distillers. Nachdem ich selbst bereits als Tour Guide tätig war, habe ich auch im Besucherzentrum meine Zweifel, ob die Brennerei größeren Besuchergruppen standhalten kann. Der erste Teil der Führung, die Präsentation und Erläuterung des Mälz-Prozesse, finden im Besucherzentrum auf einer kleinen Erhöhung statt. Das Malz der Brennerei wird mit ca. 50 ppm Rauchgehalt deutlich rauchiger ausfallen als die Nachbarbrennerei Talisker. An einem vollen Tag werden die Tour Guides hier womöglich alle Hände voll zu tun haben sich Gehör zu verschaffen. Bislang gelingt dies aber laut eigener Aussage sehr gut. Ich drücke die Daumen, dass es so bleibt! Das äußerst freundliche Personal ist sichtlich bemüht der jungen Brennerei einen best-möglichen Start zu liefern. Die Führung durch die Brennerei war in unserem Fall leider eher enttäuschend. Es sind keine Fotos während der Tour erlaubt, was in einer jungen Brennerei einem Schuss ins Knie gleichkommt. Die neuen Destillerien können jede erdenkliche Aufmerksamkeit brauchen und in der Social-Media-Ära ist dies ein denkbar unkluger Schachzug der Besitzer. Wir haben dank „Presse-Status“ eine Foto-Erlaubnis bekommen, reguläre Gäste gehen hier aber leer aus.
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Torabhaig geht den klassischen Weg der Malt Whisky Produktion in Schottland. Bei all den über-innovativen neuen Craft-Destillerien beinahe schon eine willkommene Abwechslung! Das Malz mit einem Rauchgehalt von 50 ppm wird in einer stählernen Mashtun mit Kupferdeckel zur Stammwürze ausgewaschen. Die acht hölzernen Washbacks bestehen aus Douglas-Fichte und halten die Würze rund 72 Stunden zur Vergärung. Anschließend wird auf den beiden klassischen Kupferbrennblasen aus der schottischen Kupferschmiede Forsyths gebrannt. Die Gesamtkapazität 2018 wird bei rund 500.000 Litern liegen, die Website spricht von 1,5 Millionen Flaschen Whisky jährlich. Nicht ganz stimmig.

P10005312.pngDie Dame die uns durch die Brennerei führte, konnte kaum weiterführende Fragen zur Produktion beantworten und wirkte nicht sonderlich begeistert von ihrer Arbeit. Dies kann aber auch an der mangelnden Erfahrung liegen, die die Brennerei auf Grund ihrer Jugend zwangsweise hat. In jedem Fall ist hier Luft nach oben! Die Angaben zur Kapazität der Brennblasen auf der Tour widersprechen denen auf der Website (Tour: 5.000 Liter Wash Still, 3.600 Liter Spirit Still; Website: 8.000 Liter Wash Still, 5.00 Liter Spirit Still). Allein an einer einzelnen Tour beurteilen wir jedoch nie eine Brennerei! Denn jeder Tour Guide und jeder Tag ist anders. Was uns allerdings neben dem Foto-Verbot übel aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass die Brennerei keine Lagerhäuser vor Ort hat. Der Besuch der Warehouses in denen der zukünftige Whisky schlummert, ist in jeder Brennerei ein Highlight und sollten, wenn möglich in die Tour eingebunden werden. Aus welchem Grund Mossburn Distillers sich entschieden haben, keine Lagerhäuser auf Skye zu bauen, ist uns nicht bekannt. In jedem Fall schneidet sich die Brennerei auch hier zweifach ins Bein. Zum einen nimmt sie sich die Möglichkeit den Besuchern ein eindrückliches sensorisches Erlebnis zu bieten, was der Marke in jedem Fall zu Gute käme. Zum anderen büßt der spätere „Insel-Whisky“ von Torabhaig massiv an Glaubwürdigkeit ein, da er, für jeden Besucher ersichtlich, nicht auf der Insel reift. Zwar ist es, besonders bei größeren Brennereien, gängige Praxis nicht den gesamten Whisky vor Ort zu lagern, dass sich aber eine Brennerei gänzlich gegen die Reifung für Ort entscheidet, ist ungewöhnlich. Besonders bei einem neuen Projekt und einer Insel-Brennerei im Speziellen ist die überraschend. Es fehlt daher bislang auf der Tour gänzlich an Demonstrationen des wichtigsten Teil der Whisky-Produktion: Der Fassreifung! Keine Fassdauben oder Fässer-Displays oder wenigstens Bilder davon. Wir hoffen sehr, dass die schöne Brennerei in diesem Feld nachrüsten wird, um die verpasste Chance mit den Lagerhäusern zumindest in einer visuellen Aufarbeitung auszugleichen. 10 £ kostet eine Führung derzeit, gemessen an dem Besuchserlebnis ist das viel Geld!

Am Ende der Tour gab es zwei Blended Malts von Mossburn zu kosten, die uns sehr positiv überraschten. Der Blend mit dem Fokus Inseln erinnerte uns an eine Mischung aus Arran und Tobermory! Yummy! Diesen konnten wir am Abend an der Küste von Skye in den mitgebrachten Torabhaig Gläsern genießen.

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Dass dieser Artikel einen Großteil Nörgeleien enthält, schmerzt uns beinahe, da der Ort und die Leute wirklich einen Besuch wert sind. Es ist vermutlich das Los eines viel-reisenden Whisky-Fans, dass einem vor allem verpasste Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten auffallen. Wir hoffen, Ihr stattet der Brennerei bei Eurem nächsten Schottland-Urlaub einen Besucht ab und macht Euch selbst ein Bild, oder mehrere!

Fazit:
Ist Torabhaig also „nur ein schönes Gesicht“? Nein sicher nicht. Alles in Allem haben wir unseren Besuch bei Torabhaig genossen und fühlten uns sehr wohl. Die Brennerei ist, wie viele ihrer Zeitgenossen auf Besucher ausgerichtet, zeigt aber ein paar deutliche Schwächen in Sachen Fotos und Lagerhäusern. Wir hoffen sehr für das junge Projekt, dass die Kinderkrankheiten in der Zukunft auskuriert werden können.
Denn dass Torabhaig ein Besuchsmagnet wird, ist ist unzweifelhaft. Hoffen wir also, dass die junge Brennerei ihr riesiges Potential voll ausschöpft und sich nicht auf der wunderschönen Location ausruht. Wir werden mit Sicherheit in ein paar Jahren wieder kommen und sehen, ob sich etwas getan hat und natürlich gespannt dem fertigen Whisky entgegenfiebern.

+ Traumhafte Location, schöne Gebäude, Cafe, ansprechendes Visitor Center
– Keine Fotos auf der Tour, Fehlende Lagerhäuser und Fass-Displays, die  Tour ist gut aber ausbaufähig

Slainte!

Euer Leon

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Distillery Review 26: Dalmore – Ein Luxusproblem

Heute möchte ich auf meinen Brennerei Besuch bei Dalmore zurückblicken und ein paar Eindrücke mit Euch teilen. Und wie so oft stehe ich vor einem Dilemma. Nach rund 70 Brennerei-Besuchen verblassen die Einzelheiten über den Produktionsprozess und es bleiben eher die einzigartigen Eigenschaften und Gimmicks einer Brennerei übrig. Verzeiht mir also, wenn ich in diesem Artikel nicht stark auf den Produktionsprozess eingehe.

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Meinen Beziehungsstatus mit Dalmore setze ich mal auf „es ist kompliziert“. Die 15 und 18jährigen Abfüllungen, die ich bis zum Zeitpunkt meines Besuchs 2016 probiert hatte, hatten mich bodenlos enttäuscht. Zu dünn, zu wenig komplex für das Alter und zu wenig Wumms für den Geschmack eines „Highlands- and Islands“ Whiskyfreunds wie mich. Und dabei wünsche ich mir noch heute Dalmore in mein Beuteschema, arbeitet die Brennerei doch schließlich mit vielen spannenden Sherry-Fässern und hat eigentlich einen Highland-typischen schweren Grundcharakter mit Tabak und Gewürznoten. Vielleicht war ich gerade deswegen von Dalmore immer etwas enttäuscht, da ich mit dem Potential der Brennerei vor Augen immer mehr von ihr erwarte, als sie bislang aufs Parkett bringt. Diese Haltung, gepaart mit dem Wissen um die regelmäßigen Luxusabfüllungen wie etwa Dalmore Trinitas, ließen mich als Skeptiker in die Brennerei marschieren.

Dalmore liegt für „Highland-Verhältnisse“ relativ günstig. Die Brennerei ist in 30 Minuten über die A9 von Inverness zu erreichen (gleich neben Morrisons) auch mit Bus und Bahn. Mein erster Besuch endete allerdings schnell, da man mir im Visitor Center eine Absage für den gesamten Tag erteilte, alle Touren wären gebucht, ich solle an einem anderen Tag wiederkommen. Dies bescherte mir später eine spontanen Besuch bei Balblair, über den ich noch heute glücklich bin. Aber das ist eine andere Story!
Springen wir also zum Besuchstag. Die Brennerei selbst liegt im Grunde direkt am Meer, man blickt auf den Cromarty Firth und seine Ölbohrinseln.

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Das Visitor Center ist klein und spartanisch eingerichtet. Viel Stein. Alles wirkt irgendwie kühl und abweisend. Kein Whisky-Merch zum mitnehmen, nur ein paar Dalmore-Abfüllungen im Glas-Display. Für einen Kurzbesuch ohne Tour eignet sich das Visitor Center daher nicht. Wir buchen die Standard Tour für satte 8 £. Wir sind leider die Einzigen auf der Tour, einerseits toll, da wir so eine persönliche Betreuung erhalten, andererseits sehe ich die Guides lieber im Einsatz mit einer Gruppe. Gut ein Luxusproblem. Die Guidess erkennt schnell, dass wir uns bereits gut auskennen und geht daher eher auf die Besonderheiten ein. So etwas weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe auch Touren gemacht, bei denen der Guide trotz Solo-Tour den üblichen Monolog runtergerattert hat und nicht auf Fragen einging. In meiner Zeit als Tour Guide bei Glendronach habe ich mich immer über Interessierte kleine Gruppen gefreut und es dann einfach persönlicher gemacht. Aber jeder Guide geht damit anders um. Leider sind Fotos bei Dalmore absolutes Tabu, wir müssen sogar unsere Handys und Kameras im Auto lassen. Ein Minuspunkt gleich zu Beginn.

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Glücklicherweise ging es nun stetig bergauf. Die schönen Holz-Washbacks halten den Wash für ca. 50 Stunden zur Vergärung, bevor er ins Still-Haus wandert. Hier staunen wir nicht schlecht. Das Still-Haus ist wirklich sehenswert. Die äußerst ungewöhnlichen Brennblasen von Dalmore lassen das Nerd-Herz höher schlagen. Wie bei der Geschwister-Brennerei Fettercairn lässt Dalmore Wasser an den Brennblasen herablaufen, angeblich soll somit der Kupferkontakt zwischen Alkoholdämpfen und Still-Wand erhöht werden. Auch die gestutzten Tops der Brennblasen erregen Interesse. Wir sind allein und dürfen ausführlich mit dem Stillman schwatzen. Die Führerin lässt uns Zeit, drängelt nicht, wir haben aber sowas immer im Blick und wollen die Leute nicht ewig von der Arbeit abhalten. Wir sind schließlich zu Gast. Pluspunkt aber an dieser Stelle. Weiter geht es in einen eigens kreierten Display Raum in dem Whisky unterschiedlichen Alters ausgestellt sind und Geruchsproben der Foreshots, Middlecuts und Feints (die drei Teile der Destillation, nur das Herzstück wird in die Fässer gefüllt, der Rest neu destilliert). Ein tolles Gimmick für Whisky-Enthusiasten! Auch das Lagerhaus lässt kaum Wünsche offen, wir sehen die unterschiedlichsten Sherry-Fass Typen, mit vielen verschiedenen Ursprüngen. Hier wären wir am liebsten geblieben. Wieder einmal muss ich daran denken, dass die meisten dieser Schätze es entweder gar nicht zum normalen Genießer schaffen werden, oder nur unter gemischt und auf 40 oder 43 % vol. herunter gewässert. Schade, denn allein der Angles Share lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Was für ein Geruch!

Mit diesem Hochgefühl im Bauch, beenden wir die Tour in einem separaten Verkostungsraum mit einem Glas Dalmore 12 und einem schönen Video. Der Dalmore 12, den ich hier tatsächlich zum ersten Mal probiere, schmeckt mir besser als die älteren Vertreter. Das Ambiente wird hier seinen Beitrag leisten. Wir sind rundum glücklich und froh, doch noch den Weg zu Dalmore gemacht zu haben.

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Fazit: Dalmore ist einen Besuch wert, besonders für Fans der Marke. Es gibt viel zu sehen, riechen und anfassen, was die Tour zu einem Erlebnis macht. Für mich bleibt die Firmen-Politik ein schwieriges Thema, aber am Ende nennen wir das Kind beim Namen und bei dem was es ist: Ein Luxusproblem.

 

 

Wir sehen uns on the road…

Euer Leon

 

Gelungener Start in Lüneburg

DSC_3855Am Donnerstag den 01. März fiel der Startschuss für unsere offenen Tastings in Lüneburg. Volles Haus, gute Stimmung und leckre Whiskys. So muss das! Zur „Welt des Whiskys“ im Roy Robson am Markt 3 hatten wir eine nette Truppe beisammen und bedanken uns an dieser Stelle bei allen Gästen und dem Roy Robson für den tollen Abend!

Euer Tasting-Menu für „Die Welt des Whiskys“:

  • Auchentoshan Heartwood (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Redbreast 12 (Irish Whiskey), 40 % vol.
  • Glenfarclas 18 (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Blantons Original Single Barrel (Kentucky Straight Bourbon), 46,5 % vol.
  • Kilchoman Machir Bay (Single Malt Scotch), 46 % vol.

Wir kommen gerne wieder! -> Nächster Termin ist der 19.04.18 mit dem Schwerpunkt „Fassreifung“. Hier werden wir eine Reihe Whiskys ansehen, die in unterschiedlichen Fass-Typen gelagert sind. Man darf gespannt sein! Bis dann!

 

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Distillery Review 25: Balvenie and the grateful eight

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My visit to Balvenie Distillery proved another time, how much I love Scotland and that there is always room for more. More pleasure, more experience and more happiness. The whisky industry makes it happen! Before I start my review that will (spoiler alert) be mainly a praise to my visit and the distillery, lets go back a few weeks before I actually got there. Still working at GlenDronach Distillery I took advantage of having a landline phone in the visitor center (mobile phones work very randomly in Scotland and mostly not at all specially when you need them to). So I called Balvenie to book a tour. That was in early August 2016 mind you. Since my time off work was limited and Balvenie only welcomes visitors twice a day (no weekends) my earliest appointment was offered to be the 22nd of September! Oooook I thought. This place seems to have a fame issue. So yeah. For the every day „spontaneously-just-popping-in-customer“ Balvenie has nothing to offer. It is a closed distillery like many others. And this with a worldwide great reputation for its single malts. A very exclusive thing. The 35 £ pricetag for the tour made this even more clear. This can´t be a regular tour. Otherwise I´d be really pissed off.

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Lets jump to the day of the visit. Almost incredibly I made it in time to the distillery this time (to be fair only by skipping a planned detour to Elign but what the heck). The parking experience already felt like entering a fairy tale. The little forest at Balvenie is mainly black from the angle’s share fungus. So I set food on the premises not being able to shake off the feeling of entering holy ground. It was a glorious sunny day on my way I passed beautiful carved banks and flowerbeds. After having being arrived at the office we waited for all the guests to arrive, eight in all. Thats the maximum capacity of the Balvenie tours. In most distilleries you are looking at 10-15 people plus on a tour on a busy day.

The first part of the tour shows the maltings. Like all of the very few distilleries with floor maltings left Balvenie can only afford to use 15% of their own malted barley. Its simply too expensive. About three times as much as an industrialized batch. Ouch. At first I was a bit suspicious if the maltings where really active since they looked a bit clean. But then I saw (and touched) the steeped barley (for the first time in my life) and was convinced. This is the real stuff. The only active maltings I had seen so far was Bowmore and Laphroaig. But never had I seen maltings on the mainland. Off we went pass the spread malt on the floor to the Kiln. Basically that was the point of the tour where I was spoiled. I just remember being on a stupid grin and headshaking-I-can`t-believe-how-much-I-love-this-mode for the rest of the tour. We looked inside the burning Kiln and the little peatsmoke kiln besides it. Nerdgasm. Totally.

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Next stage of this malt whisky distillery tour feast was the tun room with the fermentation. We tried both the young stage (almost wort… tasted a bit like the german non alcoholic malt beer Karamalz… If you´ve never tried it… do it! Its great!) and the later stage of the fermentation which is in fact beer. In the industry its referred to as „wash“ of course. At this point I feel the need to add that whenever you read something in reviews about „we did this, we were allowed to do that“ please do never take this for granted and even worse pick on the tour guide if he or she is not doing the same on your tour. Every tour is different because every guide is and every guest is. The simple rule is: DSC_1647.jpgDon`t be an annoying customer and you increase the chance of not getting an annoyed tour guide ;). Anyway this guy (as I later learned it was David Mair, Balvenie Distillery Ambassador) was so relaxed he probably would have dealt with anything. So yeah… distillation. Huge stills, curiously separate still houses for wash and spirit stills…. If that matters to anyone.

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Warehouses. Draw your sample from the cask and fill your own 20 cl bottle. In the warehouse I can’t empathize this enough. Its getting rare. Because of idiots that write about their great experience on the internet. Now that I think about it. Of course we DID NOT bottle anything IN the warehouse. Cause that would be illegal. Nah don’t worry I´m sure they’ve worked it out by now.

You should think up to this point you can’t really add anything more. Wrong again. We took a quick ride on an old Land Rover and ended up in a building surrounded by casks. Their very own cooperage. Amazing. I had seen the Speyside Cooperage before but having a smaller version on site… thats really something!

Off to the tasting we went. For my taste (no pun intended) this was a bit rushed, probably due to the fact that we spend way more time on the tour that we were supposed to be. Since I was driving and bottling I didn’t really care. For drinking all this fantastic whisky I would have felt a bit rushed. But… yeah.

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I have to say that this was hands down the best distillery tour I’ve ever had (looking at 54 visits at this point, not a bad shot for Balvenie). And speaking about the 35 £ for the tour and 25 £ for the bottle your own. MORE then worth it! Balvenie has a really good value for many ratio if you ask me. You get a bloody premium special deluxe tour for 35 quid. I’ve seen worse for more money. So to the „past me“ moaning about that money… Leave it alone dude! Really.

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We tried some great malts Balvenie Double Wood 17, Balvenie Portwood 21 yo and Balvenie Single Cask No. 1489, but what really got me (till this day) was a 34 year old Balvenie (single sherry cask if I remember right): Oh my fucking god! (Excuse my french) That was one of the most amazing whiskies I’ve ever tried. On the nose I would have mistaken it for an older Glendronach. On the tongue the same but smoother. My memory is too limited to describe all the impressions I got from this whisky. Honeydew melon, caramelized sugar, maple sirup on bacon and pipe tobacco came to my mind but never stood up to its flavor.

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Résumé:

As already said the value for money on this tour was more then great for me. You get basically two to three tours on one (2-3 hours that is) so this more then justifies the money. With a working malting floor, working kiln, a cooperage on site and an amazing warehouse and bottle your own experience this was by far the best tour I’ve done so far (finishing this article Balvenie is No. 1 out of over 60 distilleries). The only thing I have to criticize of better to recommend it that you plan your visit way far ahead since the booking might be an issue. For the rest I can just say: This was one of the best days of my life, I love Scotland, I love visiting distilleries and even if I never will become a great fan of Balvenie as a brand I am forever grateful for this amazing experience.

Share the whisky, share the experience!

See you guys on the road!

Leon – The Captain

 

Distillery Review 24: Ncn’ean – Off the beaten track

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Still sitting in the lovely Otterburn BnB by the time I am writing this article, I feel its time to have another english version of a distillery review. I actually heard the first time about Drimnin or how they call themselves now Ncn’ean Distillery when Tom Skowronek from the german independent bottler Anam na h-Alba offered to purchase DSC_3448a share of a cask of this new distillery. Always curious about these kind of things I searched for the new distillery that will be the home of the cask for the next 10 years or so. Since we found ourselves staying around the area on our holiday, I was very excited to pay that new distillery a visit. Since my visit to the neighborhood distillery on the peninsular of Ardnamurchan was already an adventure I prepared myself for another drive. And again I felt like driving into a middle earth like fairytale land. I only knew I was gone to far when my car looked at the coast and me at a sign saying „End of Public Road“ :). The distillery is waiting for signposts, which will definitely help to find it ;).

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You wouldn’t be surprised finding Bilbo Baggins smoking a pipe on this road…

Nic.. Nin… What?

Ncn’ean tries to do things a bit different and manages to do so. So lets talk about the youngling. Ncn’ean gave me trouble right from the beginning with no idea how to pronounce its name (now I know its pronounced „Nich Nean/Nian“), so I always had to search for it on the internet with „Drimnin Distillery“ and was then directed to its real home website www.ncnean.com. They wanted to give the distillery its own name, so the owner Annabel Thomas decided to go for the goddess „queen of the spirits“ in Gaelic legend „Neachneohain“ or their „Ncn’ean“. Much nicer in therms of storytelling but bad for anybody who tries to find them on the net :). The „Ncn“ part of the name, as explained to me means „daughter of…“ is the female equivalent of „Mac“ as in for example MacLeod means „son of Leod“. Which might explain why the distillery did not simply stick to its local name „Drimnin Distillery“, because they wanted to leave a female mark on the big picture. The owner of the distillery is a woman, the name comes from a strong and independent woman, a quiet rebel as the leaflet tells. The staff I met on my stay were all women as well, although its not an exclusive female enterprise. Riona (visitor manager and tour guidess) and Lorna (mash woman and distiller) gave me quite a warm and personal welcome. While we are on the subject of distilling, still one man must be named.

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The lovely ladies of Ncn’ean – Riona (left) & Lorna (right)

Since I quite enjoyed most distilleries that the great Jim Swan (R.I.P.) had his hands on, I was happily surprised to learn that this great architect and artist of distilling helped to construct and tune the distillery until he sadly passed away this year. So its no surprise (but nevertheless a great achievement) that the new make of the distillery is excellent and will very certainly be a great whisky one day.

 

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„An organic distillery“

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The distillery wants to be the first fully organic distillery in Scotland and was, by the time this article was written, waiting for its certificate. Today it is proudly approved as an organic enterprise by the Demeter BDA Standard (biodynamic agriculture). They try to do everything as sustainable and environmentally friendly as possible. This is very much appreciated and since whisky production is already not a pollution heavy process they try to lower their eco footprint by using a biomass boiler to heat the buildings and the stills with wood chips made from local trees (the plant one for every tree they burn). What surprised me most and would certainly qualify for the certificate in my opinion is the exclusive use of 100% organic scottish barely. This is the first distillery to try this as far as I know and I very much hope they will succeed and others will follow.

What about the tour?

DSC_3475The tour itself costs 25 £ which is quite a bit for a new distillery with no whisky to try. Tours are available by booking in advance only, so plan your stay and check on the website before spontaneously dropping by. But since the tour took its time (about two hours), with a warm welcome, some tea and cupcake and a nice try of the newmake and an excellent cocktail in the end, I still very much recommend to invest the money and pay it a visit. Riona is a honest, heartwarming and knowledgable guide and you really get the feeling that everybody is very much invested in the young project. Probably the only downside of the tour itself was that I didn’t see the warehouse since it seems not be easily accessible. I really hope the distillery will add this feature to their tour, since I always love to breath in the atmosphere of these temples. It adds a lot to the experience and gives you a very close look to the very heart of every distillery.

Resume:

Ncn’ean is certainly an interesting distillery project with a promising future. While every single whisky distillery in Scotland has their own style and atmosphere, Ncn’ean takes the organic idea further then any other distillery before and therefore secures itself a unique feature. With the mix of brand-new equipment and half traditional and half innovative methods it seems to be on a good way to a promising product. I will certainly be back in some time to check how things are going for the young lady amongst the distillery crowd.

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From the distillery you have great view over Tobermory on Mull!

Till the next dram on the road!

Leon