Malt Mariners auf der Gamblers Night

Thanks to a generous donation of excellent Malt Whiskys by Kirsch Whisky we had the opportunity to host a whisky tasting at the Gamblers Night in Hamburg for the Metzelder Foundation. We hope the event was a success and a lot of money could be collected for the social projects that are supported by the foundation.

Dank der großzügigen Spende exzellenter Malt Whiskys von Kirsch Whisky konnten wir letztes Wochenende ein Whisky Tasting auf der Gamblers Night in Hamburg halten. Wir hoffen, der Abend war ein großer Erfolg für die Metzelder Stiftung und dass reichlich Geld für die sozialen Projekte gesammelt werden konnte, die von der Stiftung unterstützt werden. 

Es hat wieder im Hafen gerummelt!

Am Donnerstag den 11. Oktober durften wir mal wieder den Hafenrummel in Bremen entern! Schwerpunkt des Whisky Tastings war diesmal das Thema „Highland Whisky“ und so gab es vier schmackhafte Ausflüge in die unterschiedlichen Regionen des schottischen Hochlands.

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Wir starteten unsere Reise im hohen Norden mit dem oft unterschätzten Clynelish 14 Jahre, einem voluminösen und dennoch extrem süffigen Single Malt Whisky mit tollen Apfel- und Bienenwachs-Aromen!

Um diesen starken Start noch zu toppen, landeten wir anschließend am südlichen Ende Schottlands bei der Glengoyne Distillery und legten mit dem 21jährigen Vertreter tüchtig nach. Ein sagenhafter Malt Whisky aus den besten Oloroso Sherry Fässern!

Dann rissen wir das Ruder herum und wechselten den Kurs gänzlich Richtung Nord-Osten ins Grenzgebiet der Speyside. Wer hier einen milden, eindimensionalen Whisky erwartete, dem wurde vom Glenglassaugh Revival ordentlich der Scheitel gezogen. Trotz der Jugend der Standardabfüllungen der erst 2008 wiedereröffneten Brennerei, zeigt der Revival, dass man mit den richtigen Fässern ein Feuerwerk zünden kann! Bourbon, Sherry und Rotweinfässer vereinen sich zu einem der ungewöhnlichsten Küsten-Whiskys Schottlands.

Last but noch least konnte Schottlands „kleines Juwel“ noch einmal glänzen und mit einer Single Cask Abfüllung von Edradour aus dem Sherry Fass das I-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend setzen! Fassstärke versteht sich!
Wir hoffen, Ihr hattet genau so viel Spaß wie wir!

Slainte!

Eure Malt Mariners

Soll ich meinen Whisky schütteln?

Nach einem Facebook-Post folgenden Artikels, der das Schwenken von Whisky diskutiert, habe ich einige Anfragen für eine Übersetzung erhalten. Hier meine Zusammenfassung mit einigen persönlichen Ergänzungen.

Es geht kurz gesagt um die Frage, ob das schnelle Schwenken („swirl“), das man von Wein-Genießern kennt, sich auf Whisky übertragen lässt. Sehr oft sehe ich nämlich dieses Verhalten bei Whisky-Trinkern und denke mir „sieht lässig aus“, dennoch fühlt es sich für mich „falsch“ an.

Laut des Artikels ist die Antwort schlicht: Nein. Man kann es nicht übertragen, da Wein geschwenkt wird, um Sauerstoff in den Wein zu übertragen. Dies öffnet die Aromen im Wein verhältnismäßig schnell nach wenigen Minuten. Wein-Kenner dürfen hier gerne ergänzend in die Diskussion einsteigen, da meine Wein-Kenntnisse so im Bereich „Ich mag ja den Roten“ angesiedelt sind :D.

Es stellt sich daher die simple Frage, ob das beim Whisky auch so ist. Whisky ist anders als Wein eine Spirituose (bahnbrechende Neuigkeiten). Whisky oxidiert daher (laut Aussage des Artikels) langsamer, verdunstet aber schneller.

Dass Whisky sich auch mit der Zeit „öffnet“ merke ich immer wieder, wenn eine Flasche 10-20 cl geleert wurde und dann einige Wochen steht. Dann wird der Whisky in der Regel komplexer und zugänglicher. Geht es dem Ende entgegen und die Flasche steht ein bis zwei Jahre, kann es gut sein, dass er schärfer und unangenehmer wird. Die schönen Aromen verfliegen. Luft hat also meiner Erfahrung nach auch beim Whisky (zuerst) einen positiven Einfluss. Auch im Glas.

Eine meiner Vermutungen ist allerdings auch, dass wir beim exzessiven Schwenken im Grunde vorwiegend die Verdunstung des Alkohols /Ethanols provoziert. Das ist aus meiner Sicht fürs genussvolle Verriechen sogar kontraproduktiv, da die Rezeptoren in der Nase von Alkohol betäuben werden. Benetze ich also die Glaswand mit Whisky, verdunstet zuerst der Alkohol. Dann kommen die Aromen hinterher. Schüttle oder schwenke ich nun ständig das Glas beim Verriechen, erzeuge ich immer neue Verdunstung. So argumentiert auch der Artikel. Die selbe Argumentation finden wir in folgendem Buch, das sich sehr detailliert mit dem Thema Tasting & Nosing befasst: Iconic Whisky (Mald, Cyrille; Vingtier, Alexandre (2015). Die deutsche Version heißt „Whisky-Wissen: Die 750 besten Sorten im Schnellcheck“ und wurde auch von meinem Kollegen Pat Hock schon einmal empfohlen. Ein sehr lesenswertes Buch. Aber das nur am Rande.

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Der Artikel diskutiert aber auch, dass es Gründe gibt den Whisky zu „swirlen“ also schnell zu schwenken, beispielsweise, wenn man sich die Beine bzw. Tränen des Whiskys näher ansehen möchte. Langsame Tränen zeigen eine hohe Viskosität an, alsoeinen hohen Alkoholgehalt. Breite „Fenster“ wiederum sprechen angeblich für ein hohes Alter des Whiskys. Der Artikel sagt auch, wenn ich bewusst den Alkoholgehalt senken möchte, macht das Schwenken wieder Sinn. Aus dem eben besprochenen Effekt, kann ich dadurch die Verdunstung des Alkohols beschleunigen und dadurch die Schärfe reduzieren. Diese Erfahrung kann ich wiederum nicht bestätigen, allerdings gehöre ich ja auch zu den notorischen „Drehern“. Allein meiner Neugierde Willen, werde ich diesen Effekt mal prüfen. Aus rein akademischen Gründen versteht sind (Yay! Ein weiterer Grund Whisky zu trinken!).

Der dritte Grund, den ich witzig finde, ist „to show off“. Also um anzugeben. Und das ist auch meine Vermutung, warum so viele Menschen sich zum schnellen Schütteln hinreißen lassen. Es sieht eben cool aus, es lässt einen wie einen Profi aussehen.

Am Ende es Tages ist es aber doch wie mit allen Fragen beim Whisky: Experimentiert selbst und findet euren eigenen Weg. Wenn ihr gern swirled, dann swirled! Macht mit eurem Whisky genau das was euch gefällt und wie er für euch am besten zu genießen ist. Und lasst euch von niemandem sagen, wie ihr euren Whisky zu trinken und zu genießen habt. Auch nicht von mir.

Cap out!

Looking back…

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Einfach unglaublich, dass dieser Abend erst (genau!) 3 Jahre her ist…
Michael und ich haben unser erstes Whisky Tasting in Hamburg gehalten. In einem Kunst-Atelier unter einem Freudenhaus.
Ich kam „pünktlich“ zum Start des Tastings an, Michael hat mit einigen Gästen schon vor der Tür gewartet … Wir haben alle gemeinsam zusammen aufgebaut .

Seit dem ist sooo viel passiert. So viel mehr Schottland, so viel mehr Whisky probiert, mehr Erfahrung, Arbeit und Schweiß. Heute sind wir ein kleines stolzes unabhängiges Unternehmen mit reichlich Events in ganz Norddeutschland und einer eigenen kleinen „Reise-Abteilung“.

Danke an Alle, die uns begleiten und unterstützen!

We keep on rolling!!

It`s simply unbelieveable that this picture was taken only three years ago. Michael and I hosted our first whisky tasting in Hamburg in an art studio beneath a brothel. I was there „on time“ right when we were supposed to start with the tasting, everybody waited outside for me, luckily Michael was there and entertained everybody with his charming scottish way . We set up things all together and played it by ear (many times more after this one ;D.

Since this day so incredibly much has happened. I spend so much more time in Scotland, tasted so much more whisky, learned, worked very hard to be where we are today. A proud small independent business with events all over northern Germany and its own wee „Scotland Tour“ department.

A big THANKS to everybody who supports us and helped us on the way!

We keep on rolling!!

Leon – The Captain
Malt Mariners

Gelungener Start in Lüneburg

DSC_3855Am Donnerstag den 01. März fiel der Startschuss für unsere offenen Tastings in Lüneburg. Volles Haus, gute Stimmung und leckre Whiskys. So muss das! Zur „Welt des Whiskys“ im Roy Robson am Markt 3 hatten wir eine nette Truppe beisammen und bedanken uns an dieser Stelle bei allen Gästen und dem Roy Robson für den tollen Abend!

Euer Tasting-Menu für „Die Welt des Whiskys“:

  • Auchentoshan Heartwood (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Redbreast 12 (Irish Whiskey), 40 % vol.
  • Glenfarclas 18 (Single Malt Scotch), 43 % vol.
  • Blantons Original Single Barrel (Kentucky Straight Bourbon), 46,5 % vol.
  • Kilchoman Machir Bay (Single Malt Scotch), 46 % vol.

Wir kommen gerne wieder! -> Nächster Termin ist der 19.04.18 mit dem Schwerpunkt „Fassreifung“. Hier werden wir eine Reihe Whiskys ansehen, die in unterschiedlichen Fass-Typen gelagert sind. Man darf gespannt sein! Bis dann!

 

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Captains drams today… Talisker 18 vs. Bunnahabhain 18

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Heute widme ich mich einem genüsslichen kleinen Insel-Wettstreit zweiter Brennereien, deren Standards (Talisker 10 und Bunnahabhain 12) ich sehr schätze und gerne trinke. In den Ring steigen die beiden volljährigen Abfüllungen besagter Brennereien.

In der linken Ecke haben wir den Talisker 18 mit 45,8 % Vol. der typischen und individuellen Stärke Taliskers, sowohl gefärbt als auch kühlgefiltert. Gewicht: ~109,50 €. Ausbau in Ex-Bourbon und Ex-Sherry Fässern. Optisch, bis auf die Jahreszahl dem 10er zum Verwechseln ähnlich.

In der rechten Ecke der kleine rabenschwarze Stiernacken von der Ost-Küste Islays. Mit 46,3 % Vol. auch eine Extravaganz die einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Talisker bieten dürfte. Gewicht: 110,90 € Tendenz steigend. Ausbau ebenfalls in Ex-Bourbon und Ex-Sherry Fässern. Allerdings, bei Bunnahabhain üblich, ungetorft.

Bis auf den leichten Rauchgehalt des Taliskers also zwei gut vergleichbare Whiskys. Ich verfahre nach „Vorschrift“ (Nichtraucher vor Raucher) und widme mich zuerst dem Bunnahabhain. Eine wuchtige schwere Sherry-Nase schlägt mir entgegen. Sehr vielversprechend. Am Gaumen ein kleine Geschmacksexplosion die sich wie ein cremiger Luftballon immer weiter auszubreiten scheint. Verschiedene komplexe Gewürzaromen mischen sich mit muffigem Sherry/Weinkeller… Absolut brillant und 100% mein Beuteschema! Langes Finish das in etwas Pfeffer und Leder in meinem geliebten feuchten spanischen Weinkeller ausklingt… Toll. Eine klare Weiterentwicklung der 12jährigen Abfüllung. Ich bin überzeugt.

Der Talisker hingegen wirkt in der Nase verhalten, entfernter Rauch und zarte Karamellnoten lassen die Bourbonfässer erahnen, etwas Süßholz meldet die Sherryfässer an. Dieser Malt braucht etwas Zeit um die Nase zu entfalten. Auf der Zunge bietet der Talisker 18 für mich ein gewohntes Bild, das ich vom 10er bereits gut kenne (wie gesagt: Stammkunde), nur erwachsener, gezähmter, milder. Der Rauch und die würzige Schärfe sind nicht ganz so prägnant, schade, denn grade das mag ich am 10er. Salzige Noten mischen sich im Abgang mit etwas Bitterschokolade. Ja der Chili-Catch im Finish ist noch da, aber verhaltener. Ganz klar ein toller Whisky, aber in Anbetracht des Preis-Leistungs-Verhältnis bliebe ich wohl vorerst beim 10er.

Fazit:

Die Reihenfolge war wohl falsch gewählt, was wieder einmal mehr beweist: Bei Whisky geht nichts nach Bilderbuch. Es bedarf das genaue Kennenlernen jeder einzelnen Abfüllung. Auch dieser Ersteindruck, reicht insbesondere bei älteren Whiskys, bei Weitem nicht aus, um sich ein ausreichendes Bild zu machen. Der intensive Sherry des Bunnahabhain hat dem Talisker womöglich viel Komplexität geraubt, weshalb er bei mir im Tasting nur halbherzig ankam. Ich möchte mich dem Talisker 18 daher noch einmal ohne jeden Beigeschmack nähern.
Schlussendlich muss ich aber sagen, dass der Bunnahabhain 18 meinen persönlichen Geschmack eher getroffen hat. Er setzt sich deutlicher vom 12er ab und bietet für das Mehr an Geld auch ein deutliches Mehr an Aromen und Komplexität. Zumindest in dieser Verkostung und der Momentaufnahme konnte der Talisker das nicht gut unter Beweis stellen.

 

Slainte!

Euer Leon