Whisky Review 09: Glen Scotia 2008 Ruby Port Finish Peated

 

Leon und Paddy werfen einen Blick auf die Festival Abfüllung von Glen Scotia, die für das Campbeltown Malts Festival 2018 abgefüllt wurde. Eine stramme Fassstärke mit Ruby Port Finish und Torfrauch. Was kann der? Lohnt sich der Kauf?

Unsere Meinung erfahrt Ihr im Video.

Danke an Alba Collection für die Bereitstellung der Schottland-Karten.
http://www.alba-collection.com/

Slainte Freunde!

 

Es hat wieder im Hafen gerummelt!

Am Donnerstag den 11. Oktober durften wir mal wieder den Hafenrummel in Bremen entern! Schwerpunkt des Whisky Tastings war diesmal das Thema „Highland Whisky“ und so gab es vier schmackhafte Ausflüge in die unterschiedlichen Regionen des schottischen Hochlands.

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Wir starteten unsere Reise im hohen Norden mit dem oft unterschätzten Clynelish 14 Jahre, einem voluminösen und dennoch extrem süffigen Single Malt Whisky mit tollen Apfel- und Bienenwachs-Aromen!

Um diesen starken Start noch zu toppen, landeten wir anschließend am südlichen Ende Schottlands bei der Glengoyne Distillery und legten mit dem 21jährigen Vertreter tüchtig nach. Ein sagenhafter Malt Whisky aus den besten Oloroso Sherry Fässern!

Dann rissen wir das Ruder herum und wechselten den Kurs gänzlich Richtung Nord-Osten ins Grenzgebiet der Speyside. Wer hier einen milden, eindimensionalen Whisky erwartete, dem wurde vom Glenglassaugh Revival ordentlich der Scheitel gezogen. Trotz der Jugend der Standardabfüllungen der erst 2008 wiedereröffneten Brennerei, zeigt der Revival, dass man mit den richtigen Fässern ein Feuerwerk zünden kann! Bourbon, Sherry und Rotweinfässer vereinen sich zu einem der ungewöhnlichsten Küsten-Whiskys Schottlands.

Last but noch least konnte Schottlands „kleines Juwel“ noch einmal glänzen und mit einer Single Cask Abfüllung von Edradour aus dem Sherry Fass das I-Tüpfelchen auf einen gelungenen Abend setzen! Fassstärke versteht sich!
Wir hoffen, Ihr hattet genau so viel Spaß wie wir!

Slainte!

Eure Malt Mariners

Whisky Review 02: Texel Single Malt

Heute verkosten wir den „Texel Se Whisky – Single Smoked Malt“.
Der Single Malt stammt von der Distilleerderij de Lepelaar, auf der Insel Texel in den Niederlanden.

Facts:
Texel Se Whisky – Single Smoked Malt, 42 % vol., Oloroso Sherry Cask, Medium Toasted Cask, Dist.: 13.10.14 – Bottled: 17.04.18, „Distiller“ war Joscha und es hat an dem Tag geregnet :D… Wie süß.

Distillery Review 26: Dalmore – Ein Luxusproblem

Heute möchte ich auf meinen Brennerei Besuch bei Dalmore zurückblicken und ein paar Eindrücke mit Euch teilen. Und wie so oft stehe ich vor einem Dilemma. Nach rund 70 Brennerei-Besuchen verblassen die Einzelheiten über den Produktionsprozess und es bleiben eher die einzigartigen Eigenschaften und Gimmicks einer Brennerei übrig. Verzeiht mir also, wenn ich in diesem Artikel nicht stark auf den Produktionsprozess eingehe.

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Meinen Beziehungsstatus mit Dalmore setze ich mal auf „es ist kompliziert“. Die 15 und 18jährigen Abfüllungen, die ich bis zum Zeitpunkt meines Besuchs 2016 probiert hatte, hatten mich bodenlos enttäuscht. Zu dünn, zu wenig komplex für das Alter und zu wenig Wumms für den Geschmack eines „Highlands- and Islands“ Whiskyfreunds wie mich. Und dabei wünsche ich mir noch heute Dalmore in mein Beuteschema, arbeitet die Brennerei doch schließlich mit vielen spannenden Sherry-Fässern und hat eigentlich einen Highland-typischen schweren Grundcharakter mit Tabak und Gewürznoten. Vielleicht war ich gerade deswegen von Dalmore immer etwas enttäuscht, da ich mit dem Potential der Brennerei vor Augen immer mehr von ihr erwarte, als sie bislang aufs Parkett bringt. Diese Haltung, gepaart mit dem Wissen um die regelmäßigen Luxusabfüllungen wie etwa Dalmore Trinitas, ließen mich als Skeptiker in die Brennerei marschieren.

Dalmore liegt für „Highland-Verhältnisse“ relativ günstig. Die Brennerei ist in 30 Minuten über die A9 von Inverness zu erreichen (gleich neben Morrisons) auch mit Bus und Bahn. Mein erster Besuch endete allerdings schnell, da man mir im Visitor Center eine Absage für den gesamten Tag erteilte, alle Touren wären gebucht, ich solle an einem anderen Tag wiederkommen. Dies bescherte mir später eine spontanen Besuch bei Balblair, über den ich noch heute glücklich bin. Aber das ist eine andere Story!
Springen wir also zum Besuchstag. Die Brennerei selbst liegt im Grunde direkt am Meer, man blickt auf den Cromarty Firth und seine Ölbohrinseln.

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Das Visitor Center ist klein und spartanisch eingerichtet. Viel Stein. Alles wirkt irgendwie kühl und abweisend. Kein Whisky-Merch zum mitnehmen, nur ein paar Dalmore-Abfüllungen im Glas-Display. Für einen Kurzbesuch ohne Tour eignet sich das Visitor Center daher nicht. Wir buchen die Standard Tour für satte 8 £. Wir sind leider die Einzigen auf der Tour, einerseits toll, da wir so eine persönliche Betreuung erhalten, andererseits sehe ich die Guides lieber im Einsatz mit einer Gruppe. Gut ein Luxusproblem. Die Guidess erkennt schnell, dass wir uns bereits gut auskennen und geht daher eher auf die Besonderheiten ein. So etwas weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe auch Touren gemacht, bei denen der Guide trotz Solo-Tour den üblichen Monolog runtergerattert hat und nicht auf Fragen einging. In meiner Zeit als Tour Guide bei Glendronach habe ich mich immer über Interessierte kleine Gruppen gefreut und es dann einfach persönlicher gemacht. Aber jeder Guide geht damit anders um. Leider sind Fotos bei Dalmore absolutes Tabu, wir müssen sogar unsere Handys und Kameras im Auto lassen. Ein Minuspunkt gleich zu Beginn.

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Glücklicherweise ging es nun stetig bergauf. Die schönen Holz-Washbacks halten den Wash für ca. 50 Stunden zur Vergärung, bevor er ins Still-Haus wandert. Hier staunen wir nicht schlecht. Das Still-Haus ist wirklich sehenswert. Die äußerst ungewöhnlichen Brennblasen von Dalmore lassen das Nerd-Herz höher schlagen. Wie bei der Geschwister-Brennerei Fettercairn lässt Dalmore Wasser an den Brennblasen herablaufen, angeblich soll somit der Kupferkontakt zwischen Alkoholdämpfen und Still-Wand erhöht werden. Auch die gestutzten Tops der Brennblasen erregen Interesse. Wir sind allein und dürfen ausführlich mit dem Stillman schwatzen. Die Führerin lässt uns Zeit, drängelt nicht, wir haben aber sowas immer im Blick und wollen die Leute nicht ewig von der Arbeit abhalten. Wir sind schließlich zu Gast. Pluspunkt aber an dieser Stelle. Weiter geht es in einen eigens kreierten Display Raum in dem Whisky unterschiedlichen Alters ausgestellt sind und Geruchsproben der Foreshots, Middlecuts und Feints (die drei Teile der Destillation, nur das Herzstück wird in die Fässer gefüllt, der Rest neu destilliert). Ein tolles Gimmick für Whisky-Enthusiasten! Auch das Lagerhaus lässt kaum Wünsche offen, wir sehen die unterschiedlichsten Sherry-Fass Typen, mit vielen verschiedenen Ursprüngen. Hier wären wir am liebsten geblieben. Wieder einmal muss ich daran denken, dass die meisten dieser Schätze es entweder gar nicht zum normalen Genießer schaffen werden, oder nur unter gemischt und auf 40 oder 43 % vol. herunter gewässert. Schade, denn allein der Angles Share lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Was für ein Geruch!

Mit diesem Hochgefühl im Bauch, beenden wir die Tour in einem separaten Verkostungsraum mit einem Glas Dalmore 12 und einem schönen Video. Der Dalmore 12, den ich hier tatsächlich zum ersten Mal probiere, schmeckt mir besser als die älteren Vertreter. Das Ambiente wird hier seinen Beitrag leisten. Wir sind rundum glücklich und froh, doch noch den Weg zu Dalmore gemacht zu haben.

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Fazit: Dalmore ist einen Besuch wert, besonders für Fans der Marke. Es gibt viel zu sehen, riechen und anfassen, was die Tour zu einem Erlebnis macht. Für mich bleibt die Firmen-Politik ein schwieriges Thema, aber am Ende nennen wir das Kind beim Namen und bei dem was es ist: Ein Luxusproblem.

 

 

Wir sehen uns on the road…

Euer Leon

 

Distillery Review 23: Amrut Distillery

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The Amrut Triple Treat!

„Indien… Schließt die Augen und sagt einmal… Indien.“ Bei diesem Zitat werden Viele von euch auch an das Dschungelbuch denken und weniger an Whisky ;). Nachdem mich meine Whisky-Reisen bislang „nur“ nach Schottland und Co. geführt haben und Indien doch ein Stück weiter entfernt ist, freute ich mich sehr über die Möglichkeit, an einem Amrut Whisky Tasting in Bremen teilnehmen zu dürfen. Kirsch Whisky hatte als neuer Vertriebspartner für die indische Amrut Distillery in Deutschland in die Lemon Lounge geladen. So nutze ich gern die Gelegenheit die Brennerei an Hand des Tastings vorzustellen und etwas zu berichten, was es Spannendes zu hören und schmecken gab! Vertreten wurde Amrut von Ashok Chokalingam.

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Ashok Chokalingam – Fotograph: Maik Ahlers

Ashok ist derzeitig „Head of International Operations“ und bereiste als Marken-Missionar in den Gründerjahren der Brennerei die ganze Welt. Für manch einen neu: Indien ist weltweit führendes Land in Sachen Whisky Produktion und Konsum. Ashok scherzte mit einem Augenzwinkern „The indian people drink more Johnnie Walker than is produced“ und spielte so auf Fälschungen und Imitate an. 7 von 10 der meist getrunkenen Whisky Marken sind indischer Whisky (1. Officers Choice, 2. McDowells No. 1 und erst auf Platz 3 Johnnie Walker!)*. Große Teile des indischen Whiskys werden jedoch aus Melasse (Zuckersirup) hergestellt und würden bei uns wohl eher unter der Kategorie Rum erfasst. Verständlich also, dass der Ruf von indischem Whisky vor Amruts Pionierarbeit zwischen „schlecht“ und schlichtweg „nicht vorhanden“ angesiedelt war. Ashok stand also vor der Aufgabe, die kritischen Nasen dieser Welt vom Amrut Single Malt zu überzeugen. Dies erreichte er mit Erfolg, wie wir heute wissen, durch Blind-Verkostungen. Ohne die „Brandmarkung“ (no pun intended) wurde der junge indische Whisky von vielen Scotch-Genießern als älter und reifer eingestuft und eroberte so über die Jahre die Herzen der Whisky-Fans und die internationalen Märkte. Interessanterweise startete der Verkauf des Amrut Single Malts 2004 außerhalb der indischen Heimat Bangalore… nämlich in Schottland! Mit dieser Ansage machte Amrut unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen sollte. Die Single Malts sollten sich von den Fusel-Whiskys abheben und in der internationalen Top-Liga mitspielen. Und die Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 2005 erzielte Amrut in der Jim Murray Whisky Bible über 80 Punkte, der Amrut Fusion wurde mehrfach ausgezeichnet und sogar als „third best whisky in the world“ betitelt. Heute hat Amrut ein soliden Ruf in der Szene und weitere Brennereien wie Paul John sind dem guten Beispiel gefolgt und arbeiten an der Etablierung des Begriffs „Indian Single Malt“ als Qualitätsmerkmal.

Ein guter Grund also bei ein paar guten Drams Ashoks Erzählungen zu lauschen. Sein Fachwissen zur Destillation und Fassreifung ist bemerkenswert, nicht verwunderlich, studiert er doch am Institut für „Brewing and Distillation London“. Wieder einmal ärgerte ich mich darüber, in der Schule im Fach Chemie nicht aufgepasst zu haben! Kinder macht eure Hausaufgaben! Ihr wisst nie, wozu es später mal gut ist ;). Ein wichtiger Aspekt des Tastings war natürlich das Thema Fassreifung, die beim Whisky den Großteil der Aromenbildung ausmacht. Bei indischem Whisky haben wir es mit einem Sonderfall zu tun, da die Fassreifung durch das indische Klima beschleunigt wird und somit ein 5 Jahre alter indischer Whisky teils mit einem älteren Scotch verwechselt werden kann. Durch die starken Temperaturschwankungen arbeitet bzw. atmet das Fass intensiver, soviel gilt als gesichert. Der hohe „Engels-Anteil“ (Verdunstung) von 10 – 12 % führt aber auch zu einem höheren Verlust und einer Erhöhung des Alkoholanteils im Fass. Im schottischen Klima hingegen sinkt der Alkoholanteil (bei ca. 2 % angels‘ share) über die Jahre, dafür verlieren die Schotten aber auch weniger Whisky pro Jahr. Für die Inder liegt Fluch und Segen auf der Hand: Der Whisky nimmt schneller Aromen auf, verflüchtigt sich aber auch zügiger. Eine junge Abfüllung in die Flaschen ist die Folge. Ob die Fässer jedoch in der kürzeren Zeit auch die Schärfe aus dem Rohbrand ziehen können, bleibt für mich eine interessante Frage. Die Inder sagen „ja“ die Schotten (tendenziell) eher „nein“. Wo man bei dieser Diskussion steht, muss jeder mit der eigenen Nase beantworten. Wichtig ist am Ende eben doch nur was der Whisky in der Flasche kann! Meine Sinne haben die Amrut Abfüllungen jedenfalls bislang überzeugen können. Gemeinsam mit anderen Whiskys aus klimatisch ähnlichen Ländern (siehe Kavalan aus Taiwan oder Paul John aus Indien) zeigen die jungen wilden Asiaten, dass es auch anders geht. Die exotischen Aromen gepaart mit schottischem Torfrauch bilden bei Amrut eine attraktive Abwechslung zu den schottischen Gassenhauern. Wir Maltheads lieben eben die Vielfalt!

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Ashok Chokalingam – Fotograph: Maik Ahlers

Und gerade der Amrut Fusion der mit 25 % schwer getorfter schottischer Gerste und 75 % indischer Gerste eine „Fusion“ beider Whisky-Kulturen ist, dient mir in den Tastings oft als gutes Beispiel. Mit 50 % vol. bringt er einiges auf die Waage. Amrut verzichtet generell auf Färbung und spart sich bis auf die 40 %er auch die Kühlfilterung. Ein weiterer Fakt, der lobenswert erwähnt werden kann, ist die Batch-Markierung. Auf der Rückseite der Fusion-Flaschen kann man nachlesen, mit welchem Batch man es zu tun hat. Dass man bei so viel Transparenz noch mit ca. 40 Euro Ladenpreis davonkommt, ist heute im „exotischen“ Whiskyraum keine Selbstverständlichkeit mehr. Auch der „Peated“ den ich beim Tasting erstmalig im Glas hatte, hat mir sehr gut gefallen! Ein cremiger Malt mit einem tollen süß-würzigen Rauchfeuer im Abgang.

Alles in Allem kann ich die Amrut-Abfüllungen nur wärmstens empfehlen, insbesondere wenn man nach einer exotischen Abwechslung sucht und dafür nicht all zu tief in die Taschen greifen kann. Ich bin sicher, dass der Indian Single Malt bald als Begriff dem Japanese Whisky Konkurrenz machen wird. Im Preiskampf liegen für mich derzeit die Inder jedenfalls weit vorne, ohne an der Qualität zu sparen. Wir dürfen gespannt auf die weitere Abfüllungen sein und ich freue mich schon auf meine nächsten Amrut-Entdeckungen!

In diesem Sinne… Slainte (oder Cheers!)

 

Euer Leon

 

Fakten (Stand Juli 2017):
Eigentümer: Jagdale Group (Familienbesitz)
Gegründet: 1948 (Single Malt Release 2004)
Produktionsvolumen pro Jahr: 200.000 Liter pro Jahr
Adresse: Bangalore (?)
Bedeutung: „Elixier des Lebens“/ „Elixier der Götter“
Link: http://www.amrutdistilleries.com/
*Quelle: Ronde, Ingvar (2016): Malt Whisky Year Book 2017, MagDig Media Limited 2016, Shrewsbury, England, Seite 290

Captains dram today… The Speyside 1995

Captains dram today…
The Speyside 1995, 20 Jahre alt, 54,4% vol. – unabhängige Abfüllung von Anam na h-Alba.
Wie schön, dass Whisky nie aufhört zu überraschen und Lektionen in Demut zu erteilen. Diesen, in der Nase fast beerigen, dunkelfruchtigen Malt hätte ich blind definitiv zu den Sherry oder sogar Port Fässern sortiert. Pustekuchen! Wir haben ein Bourbon Fass vor der Flinte. Mit stolzen 20 Jahren. Auf der Zunge cremig kleidet der Whisky butterweich den Mundraum aus und schiebt dann sanft die Eiche ins Bild. Toll! Hinzu kommen feine Karamell-Noten und im Finish feine Zartbitterschokolade. Überraschend wenig Schärfe für die Umdrehungen. Ein komplexer Malt Whisky an dem man lange sitzen kann! 110 € für 20 Jahre erstklassige Fassstärke, Preis-Leistung stimmt in meinen Augen. Nom nom nom!

Hier der Link zur Buddel und zu mehr Tasting Notes:
http://anamnahalba.com/shop/shop/index.php?main_page=product_info&cPath=4&products_id=143

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Distillery Review 22: Stauning Distillery

DSC_2287Dank einem Kurzurlaub in Dänemark konnten wir einen scheuen Blick auf die Stauning Distillery werfen. Nachdem Whisky-Papst Jim Murray den „Peated“ von Stauning mit einem Ardbeg aus den 70ern verglich, eilt der gute Ruf der Brennerei voraus. Allzugern würden wir diese Behauptung überprüfen 😉. Leider konnten wir vor Ort keine Tour buchen, somit haben wir nur Impressionen vom Visitor Center und den Gebäuden.
Die Landschaft des Westjütlands ist ambivalent. Im Innland muss man aufpassen, nicht auf den kilometerweiten Geraden einzunicken, die Küsten sind hingegen mit schönen Dünenlandschaften geschmückt, die wir von den norddeutschen Inseln wie Amrum und Föhr kennen. An einer dieser Geraden liegt die Stauning Distillery (zufällig nahe des Ortes Stauning).

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Stauning hat das selbe Schicksal wie viele andere junge erfolgreiche Brennereien ereilt, das selbe Luxusproblem. Die Nachfrage nach ihrem Whisky ist deutlich schneller gewachsen, als ihre Produktion. Es gibt nur wenigen fertigen Whisky (Peated, Traditional, ungetorft und einen jungen Rye), der durch die Knappheit unverhältnismäßig teuer ist und im deutschen Markt derzeit nicht verfügbar. Der Distillery Only, eine 25 cl Flasche im PX-Fass gereiften Malt Whisky kostet stolze 54 Euro (umgerechnet auf eine 70 cl Buddel über 150 Euro). Für einen drei Jahre alten Whisky ein stolzer Preis. Nachdem 2012 die Brennblasen erneuert wurden, bleibt der Brennerei vermutlich aber nicht viel anderes übrig.

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Der dänische und internationale Rückenwind, mit dem die Brennerei derzeit der Zukunft entgegensegelt, hat den Großkonzern Diageo auf das kleine Unternehmen aufmerksam gemacht. Diageo investiert nun laut dem Malt Whisky Yearbook 2017 rund 10 Millionen Pfund in die Erweiterung der Brennerei deren Jahresproduktion so von 15.000 Liter auf 800.000 Liter explodieren soll. Hoffen wir, dass die Dänen bei dieser Aufrüstung ihre authentische Art erhalten können. Bislang bezieht die Brennerei nämlich alle Materialien aus Dänemark (Wasser, Getreide und Torf) und mälzen selbst vor Ort. Sie brennen auf kleinen Alembic-Brennblasen, einem Typ mit dem ich bislang keine guten Erfahrungen machen dürfte.

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Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen nicht streiten. Wer aber nach einem klaren Statement fragt: Ich persönlich finde, dass die Erzeugnisse gemessen an ihrer Destillationsart und vergleichbaren Unreife passable Baby-Whiskies sind. Nichtsdestotrotz stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis für mich einfach nicht. Daher würde ich mir derzeit aus Genießersicht wohl keine Flasche zulegen. Wir drücken der Brennerei die Daumen, dass es weiter bergauf geht und die größeren Kapazitäten den Whisky auch im deutschen Markt verfügbar und erschwinglich machen! Dann kommen wir auch gern noch mal für eine Tour wieder.

Slainte!

Eure Malt MarinersDSC_2366

Due to a short trip to Denmark we paid the Stauning Distillery a quick visit. Since whisky pope Jim Murray compared the peated version of Stauning with a seventies style Ardbeg the distilleries reputation has constantly grown. If anybody want to share and old Ardbeg with us to prove him right, we’re more then happy to fulfil our duty ;).
Unfortunately we could not book a tour so our impressions are limited to the visitor center and the buildings of the distillery. The landscape to the western Jutland of Denmark is quite ambivalent. On the never ending straight roads you need to be cautious not to fall asleep while the forests and dune areas near the coast are stunningly beautiful (quite similar to the northern isles of Germany).
Stauning Distillery is situated on one of those plane boring straight roads (not far away from the coastline though) near the village of Stauning. Like many other young and progressive distilleries they struggle with the demand exceeding their production capacities and matured malts by far. The result is young whisky with shocking prices. As standard bottlings we are looking at a peated and unpeated malts (generally matured in ex-bourbon barrels) and a young rye whisky. A distillery exclusive matured in PX casks carries a 54 € pricetag for a 25 cl bottle which makes it over 150 € worth for a standard whisky bottle of 70 cl. Good stuff for a three year old no doubt, but not THAT good.
Since the distillery has run through a lot of changes as for example an exchange of the stills in 2012 they seem to have no choice.
The huge success locally and international has attracted the spirits giant Diageo to buy in the distillery with about 40 %. They are investing massively in the expansion of the small Danish project, currently having a capacity of 15.000 liters per annum. With the new buildings and stillhouse ready to rumble in (as planned) 2018 the capacity will explode up to 800.000 lpa with 26 working stills (currently 4). Talking of stills. As you can see on the pictures they run alambic stills, originally from southern European countries like Portugal and Spain. Whiskies made from these kind of stillt never really floated my boat. Since Diageo is having their hands on the project we hope that they can keep up with the local and authentic Danish spirit (pun intended). Up to now they produce on 100% local ingredients (water, barley, rye and peat) and malt their stuff in their own little malt barn.
So hows the whisky then? If you ask me, which by reading this you can’t get around it, they did a pretty good job considering what they had to start with. For a three year old whisky made on alambic still, the rye and the peated are OK. But 85 (rye) – 120 Euro (peated) are no prices for “OK” whiskies but for premium high end stuff. And that’s where I see the problem here. No buy for us in this case.
Nevertheless we wish all the best for this heroic Danish enterprise that seems to have done a lot of things right on the way. And we very much hope that its going well in the future so we’ll see some affordable and well matured versions of Stauning on the german market in a few years time! We will happily come back for a tour next time!

Slainte!

Your Malt Mariners