Distillery Review 4: Oban

Oban Distillery liegt im gleichnamigen Hafenstädtchen Oban an der schottischen Westküste. Die Brennerei kuschelt sich, wie es scheint, mitten in den Ort hinein. Dabei entstand der Ort erst nach der Brennereigründung 1793 um die Brennerei herum und verhinderte somit eine spätere Expansion. Daher hat Oban noch heute nur zwei Brennblasen und ist gezwungen, den hauseigenen Whisky teilweise außerhalb der eigenen Lagerhäuser reifen zu lassen. Oban hat wie die meisten Brennereien eine Reihe von Besitzerwechseln hinter sich (Gründerfamilie ist Familie Stevenson) und gehört heute zum Großkonzern Diageo.

Der große Vorteil der Oban Distillery liegt klar in ihrer Lage. Dem einen Freud ist des anderen Leid. Was für die Produktion ein Hindernis ist, kommt den Touristen sehr entgegen. Durch die Lage ist die Brennerei von den Hostels und der Innenstadt zu Fuß zu erreichen! Der Laden der Brennerei ist übersichtlich, was auch der ebenso übersichtlichen Range Rechnung trägt. Neben der obligatorischen „Distillers Edition“ ist Oban im Grunde nur für den „Oban 14 Jahre“ bekannt. Ein leicht rauchiger Malt, der ebenso fruchtige und salzige Komponenten gut mit einander vermählt. Ein guter Einsteiger Malt, der zwar meist den Highlands zugeordnet wird, aber auf Grund seines maritimen Charakters genauso gut zu den Insel-Whiskies gezählt werden könnte (fehlt nur noch die Insel ;).

Die Tour war bei meinem Besuch leider etwas lieblos vorgetragen, was der schön gestalteten Brennerei nicht ganz gerecht wurde. Wie für Diageo Brennereien üblich durfte man in den Brennerei Räumen keine Fotos machen. Eine Politik die für mich wohl nie begreiflich sein wird. Ein sehr schöner Malt Moment war hingegen die Verkostung eines „halb“ gereiften Whiskies direkt aus dem Fass. Ein Lagerhausbesuch war leider nicht drin, dafür gabs ein Take-Away Glas. Wie bei allen Diageo Brennereien verweise ich hier auf das „Friends Of The Classic Malt“ Journal, das euch kostenlosen Eintritt in eine ganze Reihe von Diageo Brennereien verschafft! Spart bares Geld, das man dann in mehr Whisky investieren kann ;).

Fazit: Oban Distillery ist eine tolle Besucherattraktion, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man ohnehin vor Ort ist. Abzüge in der B-Note gibt es für die Diageo Knausereien wie Fotoverbot und die fehlende Lagerhaus Besichtigung.

Slainte Mhath!

Euer Leon

Fakten (Stand April 2015):
Eigentümer: UDV (Diageo)
Gegründet: 1793
Produktionsvolumen pro Jahr: 670.000 Liter pro Jahr
Adresse: Stafford Street, Oban, Argyll PA34 5NH
Aussprache: „Ouben“
Erreichbar: Zu Fuß
Link: http://www.malts.com/
Quellen:
– Hoffmann, Marc (2007): Whisky – Marken aus der ganzen Welt; Bath, New York, Singapore, Hong Kong, Cologne, Delhi, Melbourne: Parragon
– http://de.wikipedia.org/wiki/Oban_(Whiskybrennerei)
– Jackson, Michael (2010); Malt Whisky; London, New York, Melbourne, München, Delhi: Dorling Kindersley
– Wündrich, Katja; Seonaidh, Adams (2012): Whisky Trails; Frankfurt am Main: Goldfinch

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