Distillery Review 2: Dalwhinnie

Die Brennerei Dalwhinnie liegt geographisch gesehen „mitten“ in Schottland, in den Highlands. Die Region war in der Vergangenheit wohl ein Umschlagplatz für Whiskyschmuggler. So bedeutet auch der Name Dalwhinnie auf gälisch „Treffpunkt“. Strategisch liegt Dalwhinnie günstig an der A9/M9, der Autobahn, die Edinburgh mit Inverness verbindet. Ich kam an Dalwhinnie auf dem Weg von Skye nach Pitlochry vorbei. Die Brennerei liegt außerdem nahe des gleichnamigen Ortes der eine Zuganbindung hat. Dennoch wirkt die Location abgeschlagen von größeren Städten oder anderen Brennereien.

Nach deren Wiedereröffnung verlor Dalwhinnie den Titel der höchstgelegenen Brennerei an Braeval, die auf 355 Metern über dem Meeresspiegel liegt (Dalwhinnie 330 Meter). Auf Grund ihrer geographischen Lage betreuen die Brennereimitarbeiter auch eine meterologische Station, die Daten für den Wetterdienst sammelt. Diese Hochlage verschafft Dalwhinnie (laut Mitarbeiter) einen kleinen Bonus beim „Angles Share“, da die Verdunstung in den Lagerhäusern geringer ausfällt als in tieferen Regionen. Geschichtlich wäre zu erwähnen, dass die Brennerei zwar 1897 gegründet wurde, jedoch 1934 fast gänzlich abbrannte. 1968 verabschiedete sie sich von ihren Malting Floors und 1986 fand eine Renovierung statt. Soviel zu den Geschichtsdaten. 

Dalwhinnie gehört zum Spirituosen Giganten Diageo und ist Teil der „Classic Malts“ Reihe. Wer vor hat mehrere Brennereien zu besuchen, sollte sich in den jeweiligen Brennereien  unbedingt das „Friends of the classic malts“ Journal besorgen, ein kleiner Pass der kostenfreien Eintritt zu einer Reihe  Diageo Brennereien gewährt. Die befürchtete Werbeflut blieb bisher aus und so konnte ich mir bereits einige Pfund Eintrittsgelder sparen. Wie für Diageo Brennereien üblich sind Fotos in der gesamten Brennerei untersagt. Die Tour selbst war soweit ok, ein kleiner Blick in eines der Lagerhäuser wurde gewährt. Das Mini Glas als Take-Away war eine schöne Zugabe. Das Flaggschiff der Dalwhinnie 15 Jahre wird wohl gerne als „Großmutter Whisky“ bezeichnet. Er hat den Ruf weich und unkompliziert zu sein, eine preiswerter Einsteiger also. Mir persönlich ist der Dalwhinnie 15 immer etwas zu flach gewesen.

 

Fazit: Alles in Allem in meinem Augen eine nette durchschnittliche Brennerei ohne große Ecken und Kanten, wie ihr Whisky. 


Slainte Mhath!

Euer Leon

Fakten (Stand Jan. 2015):

Eigentümer: Diageo

Gegründet: 1897

Produktionsvolumen pro Jahr: 1.300.000 Liter

Adresse: Dalwhinnie, Inverness-Shire, PH19 1AB

Aussprache: „Dohlwinnie/Dalwhinnie“

Erreichbar: Mit dem Zug


Quellen:

– Hoffmann, Marc (2007): Whisky – Marken aus der ganzen Welt; Bath, New York, Singapore, Hong Kong, Cologne, Delhi, Melbourne: Parragon 

– http://de.wikipedia.org/wiki/Dalwhinnie_(Whiskybrennerei)

– Jackson, Michael (2010); Malt Whisky; London, New York, Melbourne, München, Delhi: Dorling Kindersley 

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